Schleswig-Holstein

Wegen Bauarbeiten: Busse ersetzen täglich rund 30 Regio-Züge

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Harald Klix
Die meisten den sogenannten Verstärkerzüge von und nach Ahrensburg fahren nicht. Vom 17. August bis 25. September richtet die Bahn einen Ersatzverkehr mit Bussen ein.

Die meisten den sogenannten Verstärkerzüge von und nach Ahrensburg fahren nicht. Vom 17. August bis 25. September richtet die Bahn einen Ersatzverkehr mit Bussen ein.

Foto: KLaus Bodig

Fahrplanänderungen bei Regionalbahn zwischen Ahrensburg und Hamburg-Hauptbahnhof wegen Bauarbeiten am Berliner Tor.

Ahrensburg.  Auf der Regionalbahnstrecke zwischen Ahrensburg und dem Hamburger Hauptbahnhof (RB 81) fahren bis Freitag, 25. September, täglich gut 30 Züge weniger als üblich. Das ist knapp jeder vierte Verbindung. Grund für die Ausfälle sind Brückenbauarbeiten am Berliner Tor in Hamburg. Aktuell wird laut Deutscher Bahn AG eine temporäre Überführung für Personen errichtet, die Ende des Jahres fertig sein soll. So lange kann es zu weiteren Regionalbahn-Ausfällen kommen.

Bestehende Gleise werden vorübergehend gesperrt

Am Berliner Tor kreuzen die Fernbahnstrecke Hamburg–Berlin und die S-Bahnstrecke Hauptbahnhof–Aumühle die Strecke Hamburg–Lübeck sowie die S-Bahn Hauptbahnhof–Poppenbüttel. Seit 2016 erneuert die Bahn AG an dem Knotenpunkt für rund 90 Millionen Euro Eisenbahnbrücken. Die Arbeiten dauern voraussichtlich bis 2023.

Für die Anlage von Baustraßen und die Errichtung neuer Pfeiler müssen bestehende Gleise vorübergehend gesperrt werden. „Aufgrund der Bauarbeiten und der eingeschränkten Streckenkapazität kommt es je nach Bauablauf zu Einschränkungen im Zugverkehr“, sagt eine Bahnsprecherin.

Bahn AG organisiert einen Schienenersatzverkehr

Die meisten der sogenannten Verstärkerzüge, die im Berufsverkehr auf dem Abschnitt zwischen Ahrensburg und Hauptbahnhof zusätzlich eingesetzt werden, werden bis einschließlich Sonntag, 16. August, ersatzlos gestrichen. Der reguläre Fahrplan kann nur noch in der Zeit von circa 8.30 bis 14.45 Uhr eingehalten werden.

Von Montag, 17. August, bis Ende September organisiert die Bahn AG einen Schienenersatzverkehr. Die Busse fahren bis zu 30 Minuten früher oder später als die Züge. Sie brauchen für die gesamte Strecke zwischen Ahrensburg und dem Hauptbahnhof 52 Minuten, mit der Bahn sind es 24 Minuten. Haltestellen sind die Bahnhöfe Rahlstedt, Tonndorf, Wandsbek und Hasselbrook.

Bereits im Juni waren Verstärkerzüge gestrichen worden

Bei einzelnen weiteren Regionalbahnen kann es an unterschiedlichen Tagen zudem zu Verspätungen kommen. Hinzu kommen bis zu 15 Minuten frühere oder spätere Abfahrten. Die Regionalexpresszüge mit Halt in Stormarn fahren größtenteils wie gewohnt. Allerdings gibt es auch dort einige Veränderungen.

Ab Ahrensburg fallen noch bis Ende August die Regionalbahnen um 5.58, 6.37, 6.58, 7.37, 7.58, 15.37, 15.58, 16.37, 16.58, 17.37, 17.58, 18.37, 18.58 und 19.37 Uhr aus. In Richtung Ahrensburg sind ab Hauptbahnhof diese Abfahrten betroffen: 5.23, 5.53, 6.21, 6.53, 7.21, 14.53, 15.21, 15.53, 16.21, 16.53, 17.21, 17.53, 18.21, 18.53 und 23.08 Uhr.

Im Juni waren die Verstärkerzüge schon einmal für zweieinhalb Wochen ersatzlos gestrichen worden. In Ahrensburg steigen laut früheren Fahrgastzählungen täglich rund 6800 Menschen ein und aus. Wegen der Corona-Pandemie sind es aktuell deutlich weniger.

Wegen Corona immer noch 40 Prozent weniger Kunden

Der Hamburger Verkehrsverbund (HVV) registrierte Anfang April 76 Prozent weniger Fahrgäste im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Im Juli lag das Minus noch bei rund 40 Prozent. Täglich sind rund 1,5 Millionen Kunden mit Bussen und Bahnen unterwegs. Vor einem Jahr waren es noch etwa 2,6 Millionen.

Bahnkunden aus Stormarn müssen sich für Jahre auf weitere Einschränkungen einstellen. Denn während die eine Großbaustelle noch nicht beendet ist, kündigt sich die nächste schon an: Der Bau der S-Bahnlinie 4 (geschätzte Kosten: 1,85 Milliarden Euro) steht bevor.

Eine Inbetriebnahme bis Rahlstedt ist für 2025 geplant

Zwischen Hamburg-Hasselbrook und Ahrensburg sind auf 17 Kilometern zwei zusätzliche Gleise vorgesehen. Danach kommt auf drei Kilometern bis zum Stadtteil Gartenholz ein Gleis hinzu. Mehr als 40 Tunnel und Brücken werden umgebaut, mehrere beschrankte Bahnübergänge fallen weg.

In Ahrensburg West ist ein neuer Bahnhof zum Übergang zur U 1 geplant. Die in den Stadtteil Hagen führende Straße Brauner Hirsch bekommt eine 120 Meter lange Brücke. In Hamburg entstehen die vier neuen Haltestellen Claudiusstraße, Bovestraße, Holstenhofweg und Am Pulverhof. Bis zu sechs Meter hohe Schallschutzwände werden aufgestellt. Eine Inbetriebnahme bis Rahlstedt ist für 2025 geplant. Der Rest bis nach Bad Oldesloe folgt Ende 2027.

Express auch am Wochenende alle 30 Minuten

Der Halbstundentakt, der für die Regeionalexpresszüge (RE 8 und RE 80) auf der Strecke zwischen Lübeck und Hamburg montags bis freitags gilt, wird ausgeweitet. Künftig fahren die schnellen Züge, die von Hauptbahnhof zu Hauptbahnhof nur 43 Minuten brauchen, auch am Wochenende alle 30 Minuten statt wie jetzt stündlich. Das haben die Länder Schleswig-Holstein und Hamburg vereinbart.

Ab 2021 wird der Takt auf Sonnabend von 7 bis 21 Uhr sowie Sonn- und Feiertage von 7 bis 20 Uhr ausgedehnt. Ursprünglich war diese Verbesserung erst zum Start des neuen Verkehrsvertrags im Dezember 2022 vorgesehen. DB Regio prüft derzeit, ob die Taktausweitung bereits zum Fahrplanwechsel im Dezember 2020 realisiert werden kann.

Der RE 8 hält auf der Strecke nur in Reinfeld und Bad Oldesloe, der RE 80 zusätzlich in Ahrensburg. Von Reinfeld beträgt die Fahrzeit zum Hamburger Hauptbahnhof 33 und von Bad Oldesloe 26 Minuten. Von Ahrensburg sind es 14 Minuten. Die Regionalbahn (RB) hält öfter und braucht 24 Minuten.

Weitere Infos zu den geänderten Abfahrtszeiten von Bahnen und Ersatzbussen im Internet: www.nah.sh unter „Fahrplan/Sonderfahrpläne“ sowie auf bauinfos.deutschebahn.com/norden

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