Kunst

Spende rettet Gemälde im Schloss Ahrensburg

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Bianca Weber
Uwe Nagel vor dem restaurierten Gemälde im Schloss.

Uwe Nagel vor dem restaurierten Gemälde im Schloss.

Foto: Bianca Weber

Tischlerei-Inhaber Uwe Nagel ermöglicht mit Jubiläumsgeschenk die Sanierung eines Werkes des österreichischen Künstlers Joseph Rebel.

Ahrensburg. Strahlend, glänzend und frisch restauriert hängt das „Italienisches Landschaftsgemälde Am Golf von Neapel von 1820“ im goldenen Rahmen im Ahrensburger Schloss. Und das dank Uwe Nagel. Der Ahrenburger ist Inhaber der gleichnamigen Tischlerei. Im vergangenen November feierte sie ihr 100-jähriges Bestehen. Anstatt für sich selbst und seine Mitarbeiter Geschenke zu wünschen, bat Uwe Nagel seine geladenen Gäste um Spenden für den „Freundeskreis Schloss Ahrensburg e. V.“. Der Freundeskreis engagiert sich für gemeinnützige Zwecke, darunter für den Erhalt des historischen Inventars des Schlosses durch Restaurierungen. Und er unterstützt das Schloss auch in seinen vielfältigen Aktivitäten.

Das Gemälde war stark beschädigt

So schenkten die Jubiläums-Gäste, unter anderem Lieferanten und Kunden, knapp 3000 Euro. Uwe Nagel spendete die Summe an den „Freundeskreis Schloss Ahrensburg e. V.“. Bei dem Verein stand die Restaurierung des Gemäldes ganz oben auf der Prioritätenliste. Bereits im Januar 2019 hatte Restaurator Gerold Ahrends aus Lauenburg/Elbe das Gemälde begutachtet und einen Kostenvoranschlag gestellt. Das Gemälde war im desolatem Zustand. Es hatte Schädigungen, Farbveränderungen sowie Risse im Goldrahmen. Zusammen entschieden Uwe Nagels und der Freundeskreis, den Spendenbetrag für die Konservierung und Restaurierung des Öl-Gemäldes von dem österreichischen Künstler Joseph Rebell (1787–1828) zu verwenden.

Mit der Spende von Uwe Nagel und der Zugabe des Differenzbetrags aus Vereinsmitteln des Freundeskreises hat die Werkstatt Erdmann & Ahrends das Bild sowie den Rahmen für etwa 3400 Euro restauriert. Das Behandlungskonzept umfasste zahlreiche Reinigungen. Malschichten mussten gefestigt werden. Vor allem der Rahmen war stark beschädigt und musste repariert werden. Auch Retuschen waren notwendig. Allein die Vergoldung der fehlenden Stellen im Rahmen mit Muschelgold und 24-Karat Blattgold kostete 480 Euro. Etwa ein halbes Jahr hat die Restaurierung des Bildes samt Rahmen gedauert. Seit Juni hängt das Gemälde wieder im Ahrensburger Schloss in der Festhalle.

Bereits 15 Gemälde wurden restauriert

Warum Uwe Nagel den Betrag gespendet und seit zehn Jahren Mitglied im Freundeskreis ist? „Weil es sich für das Ahrensburger Schloss lohnt“, sagt der 74-Jährige. Ihm gehe es darum, dass etwas für das Schloss getan werde. Bereits 15 Gemälde wurden in unterschiedlichen Projekten durch Mittel des Freundeskreises restauriert. Zehn weitere Restaurierungen stehen in der Planung, darunter einige, die noch Spender suchen.

Auch der blaue Saal im Schloss wurde bereits in den vergangen Jahren komplett durch die Fördermittel des „Freundeskreis Schloss Ahrensburg e. V.“ saniert. Der Saal lädt Besucher mit seien edlen dunkelblauen Wänden, behaglichen Sitzmöbeln und englischer Standuhr ein, den Raum zu bestaunen, in dem auch Bismark gerne saß, als er in Ahrensburg zu Besuch war.

Das Schlossmuseum ist dienstags, mittwochs, donnerstags sowie am Sonnabend und Sonntag von 11 Uhr bis 17 Uhr geöffnet. Erwachsene Besucher zahlen acht Euro und Kinder im Alter von 4 bis 14 Jahren 3,50 Euro für den Eintritt. Im Gebäude gelten die üblichen Abstandsregeln und Maskenpflicht.

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