Gesundheit

Rotavirus-Infektionen im Kreis Stormarn gestiegen

Rotaviren verursachen Durchfälle, Erbrechen und Bauchschmerzen. Im Vergleich zu anderen Durchfall-Erkrankungen verläuft die durch Rotaviren verursachte Magen-Darm-Erkrankung bei Säuglingen und Kleinkindern häufig schwer. 

Rotaviren verursachen Durchfälle, Erbrechen und Bauchschmerzen. Im Vergleich zu anderen Durchfall-Erkrankungen verläuft die durch Rotaviren verursachte Magen-Darm-Erkrankung bei Säuglingen und Kleinkindern häufig schwer. 

Foto: AOK

Bei Kindern verläuft die Magen-Darm-Erkrankung besonders schmerzhaft. Die AOK Nordwest rät zur Impfung und besonderer Hygiene.

Ahrensburg. Die Zahl der im Kreis Stormarn gemeldeten Rotavirus-Fälle ist vergangenes Jahr deutlich gestiegen. Insgesamt sind 59 Infektionen registriert worden, 2018 waren es nur 38. Damit bestätigte sich der bundesweite Trend auch in Stormarn, wie die AOK Nordwest auf Basis aktueller Zahlen des Robert-Koch-Instituts (RKI) in Berlin mitteilte.

Flüssigkeitszufuhr bei Erkrankung wichtig

„Rotaviren sind eine der häufigsten Ursachen für schwere Magen-Darm-Erkrankungen bei Kindern, die mit Durchfall, Erbrechen und Bauchschmerzen einhergehen“, sagt AOK-Serviceregionsleiter Reinhard Wunsch. Daher rate die Krankenkasse allen Eltern, unbedingt die empfohlenen Impfungen bei Säuglingen und Kleinkindern vorzunehmen und auf die Einhaltung von Hygieneregeln zu achten.

Wichtig sei es, sich die Hände immer wieder gründlich mit Seife zu waschen. Im Unterschied zu anderen Durchfall-Erkrankungen verläuft die durch Rotaviren verursachte Magen-Darm-Erkrankung bei Säuglingen und Kleinkindern häufig schwer. Sie reagieren besonders empfindlich auf den Flüssigkeits- und Salzverlust.

Da es bislang keine Medikamente gegen Rotaviren gibt, können die Beschwerden allenfalls gelindert werden. Besonders wichtig sei es, den Kleinsten genügend Flüssigkeit zuzuführen. Werde der Flüssigkeitsverlust nicht ausgeglichen, könne der Zustand der Infizierten lebensbedrohlich werden. „Die Ständige Impfkommission empfiehlt für Säuglinge eine Schluckimpfung gegen Rotaviren, die von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt wird“, so Wunsch. Je nach Impfstoff seien zwei oder drei Impfstoffdosen in einem Mindestabstand von vier Wochen notwendig.

Übertragung meist über Schmierinfektion

Da Rotaviren hoch ansteckend und leicht übertragbar sind, können sich auch Erwachsene mit dem Virus infizieren. Die Übertragung erfolgt meistens über eine Schmierinfektion. Die Viren werden durch kleinste Stuhl-Reste an den Händen weitergegeben. Von der Hand gelangen die Erreger in den Mund und weiter in den Verdauungstrakt.

Die Ansteckung kann über verunreinigte Gegenstände wie Handgriffe, Toiletten und Armaturen erfolgen, aber auch über Lebensmittel. Neben Kleinkindern, die häufig die Hände und Gegenstände in den Mund nehmen, sind zudem Senioren und Menschen mit einem geschwächten Abwehrsystem gefährdet.