Gewerbegebiet

Ahrensburg: Neuer Famila-Markt eröffnet erst Ende 2021

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Janina Dietrich
Dennis Scharnweber, stellvertretender Warenhausleiter von Famila in Ahrensburg, steht vor dem Neubaugrundstück im Gewerbegebiet Beimoor-Süd II.

Dennis Scharnweber, stellvertretender Warenhausleiter von Famila in Ahrensburg, steht vor dem Neubaugrundstück im Gewerbegebiet Beimoor-Süd II.

Foto: Harald Klix

Corona-Krise verzögert Neubau im Gewerbegebiet Beimoor-Süd II. WAS verkauft weitere Grundstücke.

Ahrensburg. Die Eröffnung des neuen Famila-Marktes im Ahrensburger Gewerbegebiet Beimoor-Süd II verzögert sich. Beim Baubeginn auf dem 29.000 Quadratmeter großen Areal an der Carl-Backhaus-Straße vor sechs Monaten hatte die Warenhauskette als Termin noch das Frühjahr 2021 anvisiert, doch dann sorgte die Corona-Pandemie für Verzögerungen. „Einige Firmen haben nicht oder nur mit weniger Personal gearbeitet“, sagt Sprecherin Solveig Hannemann. Die Folge: „Wir planen die Eröffnung nun im vierten Quartal 2021.“

Konzern plant 5000 Quadratmeter große Verkaufsfläche

Die Erdarbeiten, um das hügelige Gelände auszugleichen, seien im Wesentlichen abgeschlossen. „Nicht tragfähiger Boden ist ausgetauscht worden“, sagt Hannemann. „Zurzeit werden die Drainagen und Kanäle für die Regen- und Schmutzwasserentsorgung verlegt.“ Famila investiert 18,7 Millionen Euro in das neue Warenhaus, wird dort eine rund 5000 Quadratmeter große Verkaufsfläche haben. Bis zur Fertigstellung bleibt der alte Markt am Kornkamp geöffnet.

Zudem werden ein Bäcker, ein Blumenladen, ein Friseur, ein Geschäft mit Lottoannahme, Tabak und Poststelle, ein Handy-Shop, ein Schlüsseldienst sowie eine Apotheke einziehen. „Im Obergeschoss werden auf e­twa 2000 Quadratmetern Flächen für Praxen und Büroräume geschaffen“, sagt Solveig Hannemann. „Dafür sind wir noch auf der Suche nach Mietern.“ Zudem wird es auf dem Gelände eine Tankstelle geben.

Ein Drittel des Gewerbegebietes ist bereits an Firmen verkauft

Auch an anderen Stellen wächst das Gewerbegebiet weiter: Rund zwei Jahre nach dem Start der Vermarktung ist nach Angaben der Wirtschafts- und Aufbaugesellschaft Stormarn (WAS) bereits ein Drittel des 21 Hektar großen Areals südlich des Beimoorwegs verkauft. „Wir haben mittlerweile 17 Verträge abgeschlossen“, sagt Geschäftsführer Detlev Hinselmann. „Und wir reden aktuell mit weiteren Interessenten.“ Die Nachfrage nach Grundstücken sei weiterhin hoch. „Ich bin sehr froh, dass es so gut läuft und wir schon viele gute Firmen für das Gewerbegebiet gewinnen konnten.“

Eines der neuesten Projekte plant ein Unternehmer aus dem benachbarten Siek. Michele Christophersen hat an der Jochim-Klindt-Straße ein knapp 3000 Quadratmeter großes Grundstück erworben. Er will dort den „Gewerbepark Ahrensburg“ errichten – eine Industriehalle mit neun zweigeschossigen Abteilen. Unten befindet sich jeweils ein 100 Quadratmeter großer Raum mit Rolltor für Werkstatt, Lager oder Produktion. Darüber soll es weitere 100 Quadratmeter für Büroräume geben.

Christophersen will rund zwei Millionen Euro investieren

Die Abteile will der Geschäftsmann an kleinere Handwerks-, Produktions- und Handelsbetriebe, an Start-ups sowie Existenzgründer vermieten. „Solche Firmen haben oft Schwierigkeiten, in der Region passende Flächen zu finden“, sagt Christophersen, der die Situation aus eigener Erfahrung kennt. Er ist seit 15 Jahren selbstständig, führt eine Textildruck-Firma mit fünf Mitarbeitern. An seinem ursprünglichen Standort in Hamburg habe der Platz irgendwann nicht mehr ausgereicht, doch bezahlbare Alternativen seien Mangelware gewesen. Daraufhin habe er 2015/16 im Gewerbegebiet Jacobsrade in Siek für 1,2 Millionen Euro seine erste Industriehalle realisiert, in die dann seine Firma und ein Mieter einzogen seien.

„Aber die Größenordnung in Ahrensburg ist Neuland für mich“, sagt Christophersen. Er will dort rund zwei Millionen Euro investieren, Baustart soll noch in diesem Jahr sein. Als Termin für die Fertigstellung wird September 2021 angestrebt. Sieben feste Interessenten habe er für die Räume bereits. Vor Corona seien sogar alle neun Abteile schon belegt gewesen, während der Pandemie seien aber zwei Firmen abgesprungen. Einige kämen aus einem der älteren Gewerbegebiete in Ahrensburg und wollten sich vergrößern, andere aus Hamburg und dem Speckgürtel. Ursprünglich sei angedacht gewesen, noch eine weitere Etage auf das Gebäude draufzusetzen und sie zum Beispiel an ein Fitnessstudio zu vermieten. Michele Christophersen sagt: „Das ist daran gescheitert, dass wir auf dem Grundstück nicht so viele Parkplätze anbieten können.“

Projekt Campus Ahrensburg ist ins Stocken geraten

Noch keinen Durchbruch gibt es bei der ebenfalls im Gewerbegebiet geplanten Bürostadt, dem Campus Ahrensburg. Wie berichtet, sollen an der Carl-Backhaus-Straße sechs viergeschossige Gebäude mit 16.000 Quadratmeter Bürofläche, dazu Gastronomie, ein Fitnessstudio, Parkplätze und eine Kita entstehen. 600 bis 700 Mitarbeiter sollen später einmal auf dem rund zwei Hektar großen Areal arbeiten.

Doch seit Längerem stockt es bei dem Projekt. Zu den Gründen wollen sich weder die WAS, noch der Investor äußern. WAS-Chef Detlev Hinselmann sagt auf Anfrage dieser Zeitung nur: „Wir wollen es weiterhin gemeinsam realisieren, sind mitten in dem Projekt.“ Den Ursprungsplänen zufolge sollten die ersten beiden Gebäude bereits Ende 2020 stehen, daraus wird definitiv nichts.


Neue Kita will im Herbst 2021 den Betrieb aufnehmen

Zuletzt hatten die Ahrensburger Politiker vor der Sommerpause im Sozialausschuss einstimmig beschlossen, dass die Stadt dem Kita-Träger Wabe ihr Einvernehmen zur Aufnahme in den Kindertagesstättenbedarfsplan des Kreises Stormarn für eine siebengruppige Kita mit 100 Plätzen erteilt. Dieses erlischt allerdings, wenn bis zum Jahresende keine weiteren Planungen mit Kostenschätzungen vorgelegt werden. Wabe geht eigenen Angaben zufolge von einer Kita-Eröffnung im Herbst 2021 aus.

Wann das neue Gewerbegebiet in Ahrensburg voll sein wird, dazu will die WAS derzeit noch keine Prognose abgeben. Wegen der hohen Nachfrage werden alle Bewerber sorgfältig geprüft. „Wir legen sehr viel Wert darauf, dass bestimmte Kriterien erfüllt werden“, sagt Hinselmann. So müssten die Firmen viele Arbeitsplätze bieten und nicht nur „Flächenfresser“ sein. Zudem werde auf die wirtschaftliche Stärke geschaut, damit Ahrensburg von einer möglichst hohen Gewerbesteuer profitieren kann. Auch das Thema Verkehr und Lärm spiele bei der Entscheidung eine Rolle.

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