Betreuung

In Reinbek: Kostenloses Mittagessen für das zweite Kind

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Ein Kind spielt in einer Kindertagesstätte mit einem Plastikfahrzeug. In Reinbek gibt es den Geschwisterrabatt jetzt auf Umwegen.

Ein Kind spielt in einer Kindertagesstätte mit einem Plastikfahrzeug. In Reinbek gibt es den Geschwisterrabatt jetzt auf Umwegen.

Foto: Uwe Anspach / dpa

Die Stadt im Süden Stormarn gewährt bei Betreuung in Krippe, Kita oder Offener Ganztagsschule den Geschwisterrabatt auf Umwegen.

Reinbek. Gute Nachrichten zum Ferienstart für Reinbeker Eltern: Falls sie bereits ein Kind in einer Reinbeker Einrichtung betreuen lassen – unabhängig ob Krippe, Kita oder Offene Ganztagsschule (OGS) – zahlen sie für ein zweites oder weitere Kinder an einer OGS weder Betreuungsgebühren noch das Mittagessen. Das geht zurück auf einen Antrag der Grünen. Auf dessen Basis hatte die Verwaltung einen Beschlussvorschlag erarbeitet und die Stadtverordneten haben ihn mehrheitlich beschlossen.

Reinbek gleicht bestehende Lücke aus

Nun gibt es für jedes zweite Kind ein kostenloses Mittagessen in der Schule. „Eine wichtige sozialpolitische Maßnahme für Reinbek“, lobt Günther Herder-Alpen, Fraktionsvorsitzender der Grünen. Die Kita-Reform des Landes Schleswig-Holstein hatte zum einen eine Deckelung der Elternbeiträge zur Folge, zum anderen auch die Vereinheitlichung der Regeln für die Geschwisterermäßigung. Die Deckelung ist für Reinbeker Eltern eine deutliche Verbesserung. Bei der Geschwisterermäßigung allerdings ist dies komplizierter: Denn die OGS-Kinder zählen künftig nicht mehr bei der Ermäßigung für Krippen- und Kita-Kinder. Das ist trotz teilweise deutlich niedriger Gebühren für betroffene Eltern häufig ein Nachteil.

Politisch verantwortlich für diese Ermäßigung wäre der Kreis Stormarn. Er konnte sich jedoch nicht dazu durchringen, OGS-Kinder in die Ermäßigung einzubeziehen. Tatsächlich hat die Stadt Reinbek auch bislang schon eine bestehende „Lücke“ in der Geschwisterermäßigung des Kreises ausgeglichen.

Die Grünen beantragten Nachbesserung

Seit März versuchte die Stadt, eine Lösung für dieses Problem zu finden. Die Verwaltung präsentierte zuerst einen Vorschlag, der die Verbesserung der Kita-Reform durch Verschlechterungen bei der Geschwisterermäßigung ad absurdum geführt hätte. Demnach hätten Eltern bis zu 200 Euro mehr im Monat gezahlt. Die Grünen beantragten Nachbesserung. Das Ergebnis hätte in einigen Familien immer noch zu einer Mehrbelastung von fast 150 Euro geführt. Die Grünen hatten schließlich selbst den rettenden Einfall, die Ermäßigung über das Mittagessen zu realisieren.

( st )

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