Gespräche

Anwohner protestieren gegen Neubauprojekt in Bargfeld-Stegen

Bürgermeister Andreas Gerckens  (v.l.), Jörg Niemeyer und Carsten Unger stellten sich den Fragen der Bürger.   

Bürgermeister Andreas Gerckens (v.l.), Jörg Niemeyer und Carsten Unger stellten sich den Fragen der Bürger.   

Foto: Melissa Jahn

Den Bürgern sind die Pläne zu groß. Sie fürchten den Verlust des dörflichen Charakters. Politik zeigt sich gesprächsbereit.

Bargfeld-Stegen.  Die geplante Änderung des Bebauungsplans Nr. 3 in Bargfeld-Stegen stößt bei Anwohnern in der Gemeinde auf massiven Widerstand. Der Plan: Auf einer alten Parkplatzanlage sowie auf einem Grundstück ehemaliger Schlichtwohnungen am Fasanenweg sollen Wohnhäuser mit einer Firsthöhe von 10,5 beziehungsweise 9,5 Metern Höhe entstehen – ein möglicher „Klotz“ in einem gewachsenen Wohngebiet. Nun hat die Gemeinde zu einer ersten Diskussionsrunde geladen.

Änderungen im Dorf gab’s bereits in vergangenen Jahren

„In unserer Gegend könnte das dominante Gebäude einen Fremdkörper darstellen“, befürchtet Anwohner Christian Langvad. Statt sich in die bestehende Struktur einzufügen, sorgten die Pläne dafür, dass nach und nach der dörfliche Charakter aus der Gemeinde verschwinde. Zusätzlich fehle ein funktionierendes Verkehrskonzept. Während der Parkplatz heute von Anhängern, Food Trucks und Wohnmobilen genutzt werde, müssten diese künftig auf die Straße vor den Häusern ausweichen. „Ein alternativer Stellplatz ist nicht unbedingt Aufgabe der Gemeinde“, so Langvad. „Dennoch sollte bedacht werden, dass die vorherigen Bewohner der Schlichtwohnungen aus Geldmangel keinen Parkraum benötigt haben.“

Es habe in den letzten Jahren bereits einige Änderungen in Bargfeld-Stegen gegeben, die jedoch kleinteilig ausgefallen seien, bekräftigt Anwohner Steve Raitzig. „Den Weg für zwei Vollgeschosse freizugeben, während die angrenzenden Häuser des Viertels alle wesentlich niedriger sind, ist unverhältnismäßig.“

Politiker und Bürger verabredeten sich für erneutes Treffen

Mit zwei Schreiben und einer Unterschriftensammlung hätten die Bürger die Gemeinde auf ihre Sorgen hingewiesen. Zurückgekommen sei zunächst nichts. Drei Tage im Voraus erfolgte schließlich die Einladung zum vorangegangenen Bauausschuss. „Wir befürchten, dass die Würfel gefallen sind und wir auf die Planung der Gemeinde nicht mehr einwirken können“, sagt Steve Raitzig, betont aber, die Bebauung nicht gänzlich verhindern zu wollen. „Uns ist es nur wichtig, nicht um jeden Preis in die Höhe und Breite zu bauen.“

Nach einem konstruktiven Gespräch verabredeten sich Politiker und Bürger für ein erneutes Treffen am 19. August (20 Uhr) im Haus der Vereine. „An uns wurde der Wunsch nach bezahlbarem Wohnraum im Ortskern herangetragen und wir wollen schauen, ob diese privaten Wünsche zur Nachverdichtung der Grundstücke umsetzbar sind“, sagt Carsten Unger (FDP). „Wir wollen aber auch die Bedenken der Bürger hören und diese in den Fraktionen beraten. Wie sich die Gemeinde entwickeln soll, bleibt jedoch zunächst offen.“