Hallenbad

Ahrensburg: Neues Badlantic eröffnet erst im Jahr 2025

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Janina Dietrich
Geschäftsführer Kay Peter Thiede und Betriebsleiter André Kelling stehen im leeren Becken des Ahrensburger Freibads. Nach coronabedingter Zwangspause will das Badlantic den Außenbereich am kommenden Montag, 22. Juni, wieder öffnen. Dann gelten auf der Anlage Abstandsregeln.

Geschäftsführer Kay Peter Thiede und Betriebsleiter André Kelling stehen im leeren Becken des Ahrensburger Freibads. Nach coronabedingter Zwangspause will das Badlantic den Außenbereich am kommenden Montag, 22. Juni, wieder öffnen. Dann gelten auf der Anlage Abstandsregeln.

Foto: Petra Sonntag

Verwaltung legt aktuellen Zeitplan für Bau des Hallenbads vor. Projekt verzögert sich erneut. Politik diskutiert über Rutschenturm.

Ahrensburg. Das neue Ahrensburger Hallenbad, das das sanierungsbedürftige und überdimensionierte Badlantic ersetzen soll, wird frühestens Mitte 2025 Eröffnung feiern. Das geht aus dem neuen Zeitplan hervor, den die Verwaltung am kommenden Montag in der Stadtverordnetenversammlung vorstellen wird. Damit verzögert sich das Projekt erneut um rund zwei Jahre. Ursprünglich war eine Fertigstellung Ende 2021 geplant gewesen, zuletzt als Termin Mitte 2023 anvisiert worden. Gründe für den zeitlichen Verzug sind demnach die Corona-Pandemie, aber auch verspätete politische Entscheidungen – etwa bei der Frage, wer Bauherr werden soll.

CDU und Grüne wollen Teile ihres Antrags zurücknehmen

Auf dem Areal am Reeshoop soll ein schlichtes Sportbad mit acht 25-Meter-Bahnen, Lehrschwimm-, Kursus- und Kinderplanschbecken sowie Sprunganlage mit Ein- und Dreimeter-Brett entstehen. Das hatte die Politik 2017 nach langer Diskussion entschieden – und sich auch aus finanziellen Gründen gegen ein großes Spaßbad ausgesprochen.

Im Haupt- sowie im Bau- und Planungsausschuss sorgte nun ein gemeinsamer Antrag von CDU und Grünen für Wirbel. Darin fordern die Fraktionen unter anderem, dass eine Erweiterung des neuen Hallenbads durch einen Rutschenturm baulich möglich sein soll. „Wir wollen uns nichts verbauen“, begründete Benjamin Stukenberg (Grüne) den Vorstoß im Hauptausschuss. Bürgermeister Michael Sarach zeigte sich irritiert. „Der Grundsatzbeschluss von 2017 lautet, dass wir kein Spaßbad, sondern etwas für die Bedürfnisse der Ahrensburger bauen“, sagte er. „Die Rutschenfrage ist damals ausführlich diskutiert worden. Der Antrag führt dazu, dass nun alles wieder von vorn losgeht.“ Trotz seines Appells, keinen vorschnellen Beschluss zu fassen, sprachen sich die Politiker mit Stimmen von CDU, Grünen und Linken für die Rutschen-Option aus.

Diskussionen um Spaß- oder Sportbad

„Das hätte große Auswirkungen auf den Zeitplan und die Kosten“, sagt Bauamtsleiter Peter Kania. „Wir müssten das Raumprogramm komplett neu diskutieren und das Hallenbad anders konzipieren.“ So sei zum Beispiel ein Becken erforderlich, in das eine mögliche Rutsche später hineinführen könnte. Zudem sei eine andere technische Ausstattung nötig, etwa bei den Pumpen. Mit Blick auf mögliche Zielgruppen ergebe eine Rutsche nur Sinn, wenn das Bad auch noch andere Attraktionen aufweise wie Massagebecken oder einen Strömungskanal. „Mit einem Spaßbad sprechen wir ganz andere Zielgruppen an als mit dem bisher angedachten Sportbad“, sagt Kania. Auf diese Problematik und die Folgen wies er ausführlich im Bauausschuss hin. Die Folge: Die Option einer Rutsche wurde dort verworfen.

Die endgültige Entscheidung liegt nun am Montag, 22. Juni, bei den Stadtverordneten. Voraussichtlich werden sie bei einem Sportbad ohne Erweiterungsmöglichkeit bleiben. „Wir werden den Punkt aus unserem Antrag herausnehmen“, sagt CDU-Fraktionschef Detlef Levenhagen auf Abendblatt-Anfrage. „Wir wussten nicht, dass wir rund eine Million Euro mehr investieren müssten für andere Pumpen und Ähnliches.“

Bei der Ausschreibung kommt auch eine Jury zum Einsatz

Sollte es am Montag zu diesem Votum kommen, will die Verwaltung im nächsten Schritt einen Architektenwettbewerb ausloben. Das Verfahren entspricht laut Kania dem für den Stormarnplatz mit Tiefgarage, Rathausanbau und urbanem Stadtpark. Der Prozess wird von einem externen Büro begleitet. Der Text für die europaweite Ausschreibung soll in den kommenden Wochen vorbereitet und den Stadtverordneten nach der politischen Sommerpause zur Abstimmung vorgelegt werden.

Für den Wettbewerb rechnet die Verwaltung mit einer Dauer von einem Jahr. Es handelt sich um ein zweistufiges Verfahren, bei dem auch eine Jury zum Einsatz kommt. Diese muss noch bestimmt werden. Sie wählt in einer ersten Sitzung die Entwürfe aus, die es in die zweite Runde schaffen und eine Prämie erhalten. Die Höhe steht laut Kania noch nicht fest. Dann müssen die Jurymitglieder aus diesem Pool den Siegerentwurf küren. Der Bauamtsleiter hofft, dass dieses bis Sommer 2021 passiert. Anschließend wird in den städtischen Gremien darüber diskutiert, die Politiker können weitere Wünsche einbringen.

Baubeginn wird wohl frühestens Anfang 2023 sein

Die konkrete Bauplanung und die Ausschreibungen sollen dem aktuellen Zeitplan zufolge im Jahr 2022 erfolgen. Baubeginn könnte Anfang 2023 sein. „Die Bauzeit beträgt rund zwei Jahre“, sagt Kania. Erst nach der Fertigstellung des neuen Hallenbads auf dem hinteren Teil der Freibadwiese wird das alte Badlantic abgerissen. Freibad und Cottage-Sauna bleiben erhalten. Was mit dem frei werdenden Geländeteil passiert, steht noch nicht fest. Pläne, auf dem Areal Wohnungen zu bauen, mussten aus Lärmschutzgründen verworfen werden.

Die genauen Kosten für den Neubau stehen noch nicht fest. Die letzte Schätzung aus dem Jahr 2019 geht von rund 20 Millionen Euro aus. Verlässlichere Zahlen soll der Wettbewerb bringen.

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