Fachkräftemangel

Rotes Kreuz Stormarn setzt auf asiatische Pflegekräfte

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Haben sich bereits gut in Glinde eingelebt: Die DRK-Kräfte Sarah Sajulga (links) undIreka Ballano.

Haben sich bereits gut in Glinde eingelebt: Die DRK-Kräfte Sarah Sajulga (links) undIreka Ballano.

Foto: DRK

Kreisverband reagiert auf Fachkräftemangel. Philippinische Krankenpflegerinnen sollen das Team verstärken und bei Projekten mithelfen.

Glinde.  Der Kreisverband des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) hat sich wegen des Fachkräftemangels dazu entschlossen, vermehrt auf Pflegepersonal aus dem asiatischen Raum zu setzen. „Es gibt und gab einige Hürden, seien es sprachliche Barrieren, Visa, die Anerkennung der Ausbildung, der Führerschein und vieles andere mehr. Dennoch sind wir der Ansicht, dass sich der Aufwand mehr als lohnt. Deshalb möchten wir auch künftig philippinische Krankenpfleger- und -pflegerinnen nach Stormarn holen“, sagt Vorstand Udo Finnern.

Examinierte Pflegefachkräfte nach bestandener Prüfung

Er hat bereits gute Erfahrungen mit Kräften aus dem Inselstaat im Pazifischen Ozean. Seit Ende vergangenen Jahres arbeiten Sarah Sajulga (28) und Marie Ballano (27) in der DRK-Sozialstation in Glinde. Sie sind Helferinnen in der Grundpflege, denn ihre Ausbildung ist in Deutschland nicht anerkannt. Deshalb machen sie hier eine weitere in Kooperation mit der Akademie der Universitätsklinik Kiel, die sechs Monate dauert. Sie besteht aus einem theoretischen und einem praktischen Teil sowie einem Krankenhauspraktikum, endet mit der Gleichwertigkeitsprüfung Ende August. Nach bestandener Prüfung sind die beiden Frauen von den Philippinen examinierte Pflegefachkräfte.

Derzeit lernen sie fleißig die deutsche Sprache. „Die Fachbegriffe sind ziemlich schwierig“, sagt Sajulga. Sie liebe es, hierzulande bei Wind und Wetter mit dem E-Bike zu fahren. Die Führerscheinprüfung muss sie noch ablegen. Das philippinische Dokument ist in Deutschland nur sechs Monate lang gültig. Sajulga und Ballano leben in einer Wohnung nur wenige Gehminuten von der Sozialstation entfernt, die das DRK Stormarn gekauft hat.

Zwölf Krankenpflegerinnen für Schleswig-Holstein gewonnen

DRK-Kreisverbandschef Finnern war Ende 2018 unter anderem mit Anette Langner und Ralph Schmieder, den Vorständen des Landesverbands, nach Manila gereist. Dort besuchten sie Sprachenschulen und Agenturen, konnten zwölf Krankenpflegerinnen mit Deutschkenntnissen für ein Engagement in Schleswig-Holstein gewinnen. Zehn von ihnen arbeiten jetzt in den Projekten Stationäre Pflege und Behindertenarbeit. „Wir arbeiten selbstverständlich auch an der Verbesserung und Erhöhung unserer eigenen Ausbildungskapazitäten, um aktiv etwas gegen den Fachkräftemangel zu unternehmen“, sagt Finnern.

Wer Interesse an einer Tätigkeit in der ambulanten Pflege in Glinde hat, kann sich an die Leiterin der Sozialstation, Angelika Irmer (Telefon: 040/710 42 01, E-Mail: pflege-glinde@drk-stormarn.de) wenden.

( suk )

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