Bevölkerungswachstum

Wo kann Bad Oldesloe in Zukunft noch Wohnungen bauen?

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Bad Oldesloe will wachsenden Bedarf an Wohnraum und Gewerbeflächen durch Ausweisung neuer Baugebiete decken (Symbolbild).

Bad Oldesloe will wachsenden Bedarf an Wohnraum und Gewerbeflächen durch Ausweisung neuer Baugebiete decken (Symbolbild).

Foto: Bildagentur-online / picture alliance

Planungsausschuss beschließt Konzept zur Erweiterung des Siedlungsraumes. Für Neubaugebiete nur wenige Areale zur Auswahl.

Bad Oldesloe.  Die Kreisstadt wird wachsen: Damit in den nächsten Jahrzehnten neue Wohngebiete erschlossen werden können, hat der Oldesloer Wirtschafts- und Planungsausschuss ein Konzept zur Erweiterung des Siedlungsraumes beschlossen – inklusive möglicher neuer Standorte für Siedlungen.

Stadt erwartet Zuwachs von 1350 Menschen bis 2030

Hintergrund des Konzeptes ist die Überarbeitung der Regionalplans der Landesregierung, in dem festgelegt ist, wohin und in welchem Ausmaß sich Städte und Gemeinden ausbreiten dürfen. In Stormarn gilt der Bedarf nach Wohnraum und Gewerbeflächen in den nächsten Jahrzehnten als besonders hoch, wie Bauamtsleiter Kurt Soeffing sagt: „Mit der jetzigen Siedlungsgrenze stehen wir mit dem Rücken zur Wand. Wir haben noch ein paar Flächen, aber die reichen nicht aus, um den Anforderungen gerecht zu werden“, so Kurt Soeffing.

Die Stadt bezieht sich dabei auf ein vom Kreis Stormarn 2015 in Auftrag gegebenes Gutachten, das der Kreisstadt bis 2030 einen Bevölkerungszuwachs von 1350 Menschen prognostiziert. Hieraus resultiert ein Bedarf von 880 Wohneinheiten, die innerhalb der nächsten zehn Jahre eingerichtet werden müssten.

Biotope im Norden dürfen nicht angetastet werden

Doch auch mit einer Ausweitung des bisherigen Siedlungsraumes bleiben Bad Oldesloe nur ein paar Bereiche, in denen Wohn- und Gewerbeansiedlungen überhaupt möglich sind. Im Norden befinden sich ausgedehnte Biotope, die nicht angetastet werden können. Im Süden ist zwar Platz, aber die beiden bestehenden Unterführungen der Bahnstrecke von Hamburg nach Lübeck könnten möglicherweise das zusätzliche Verkehrsaufkommen nicht verkraften.

Deswegen hat die Stadtverwaltung in dem Siedlungskonzept bereits mehrere Optionen vorgeschlagen. Diese befinden sich bei Wolkenwehe (zwei Hektar), am Steinfelder Redder Ost (sechs Hektar), am ADAC-Übungsplatz (zwei Hektar), am Tegel (sechs Hektar), Schwarzer Damm (vier Hektar), Rethwischfeld (20 Hektar) und Blumendorf (ein Hektar).

Politiker kündigen Widerstand gegen bestimmte Areale an

Dass auf allen aufgezählten Flächen tatsächlich Wohngebiete entstehen, steht jedoch noch nicht fest. Für jedes der Areale muss ein Bebauungsplan aufgestellt werden. Schon der politische Entscheidungsprozess dürfte Jahre dauern. So haben einzelne Fraktionen im Wirtschafts- und Planungsausschuss bereits ihre Ablehnung für potenzielle Wohngebiete bekundet. „Eine Erweiterung des Steinfelder Redders ist mit uns nicht zu machen“, sagte Hans-Hermann Roden (SPD). Zu nah würde ein neues Wohngebiet an den Forst Kneeden heranrücken. Die Grünen möchten am liebsten überhaupt keine neuen Flächen mit Wohnbebauung versiegeln und die Freien Bürger Oldesloe (FBO) wollen zwischen Sandkamp und Wolkenweher Weg eine Erweiterung von Bad Oldesloe-West und das dort geplante Gewerbegebiet an die A21 verschieben.

Trotz der inhaltlichen Differenzen hat der Wirtschafts- und Planungsausschuss die Sitzungsvorlage mehrheitlich beschlossen und die Stadtverwaltung damit beauftragt, den Siedlungsbedarf beim Land vorzutragen. Außerdem soll ein detailliertes städtebauliches Konzept entwickelt werden, das die neuen Siedlungsgrenzen einbezieht.

( fif )

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