Entlassungen

Corona-Folgen: Mehr als 5300 Stormarner sind arbeitslos

Bei der Arbeitsagentur Bad Oldesloe melden sich aktuell viel mehr Menschen als sonst zu dieser Jahreszeit üblich.

Bei der Arbeitsagentur Bad Oldesloe melden sich aktuell viel mehr Menschen als sonst zu dieser Jahreszeit üblich.

Foto: Markus Scholz / dpa-tmn

Arbeitslosenquote steigt im Kreis im Vergleich zum Vorjahr von 3,0 auf 4,0 Prozent. Firmen sind wegen Corona weiter unsicher.

Bad Oldesloe.  Die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie sind in Stormarn unvermindert groß. Die Arbeitslosenquote ist im Mai im Vergleich zum Vorjahresmonat von 3,0 auf 4,0 Prozent gestiegen. Mehr als 5300 Menschen waren zum Monatsende erwerbslos gemeldet. Das sind rund 430 mehr als im April mit einer Quote von 3,7 Prozent.

„In den vergangenen zwei Monaten haben wir aus fast allen Branchen deutlich mehr neue jobsuchende Beschäftigte registriert als im Vorjahr“, sagt Kathleen Wieczorek, Chefin der Agentur für Arbeit Bad Oldesloe. Die Entwicklung im Mai sei wegen der wirtschaftlichen Einschränkungen zu erwarten gewesen. „Der Anstieg fällt jedoch nicht ganz so gravierend aus wie noch im April“, so Wieczorek.

Im Frühjahr übliche Entlastung blieb aus

Es gebe weiterhin mehr Arbeitslosmeldungen als zu dieser Zeit üblich. Zwar nutzten viele Unternehmen die Kurzarbeit, um Mitarbeiter zu halten. Es gebe aber auch etliche Firmen, die sich das nicht leisten könnten und deshalb Personal entlassen. Auf der anderen Seite bleibe die Zahl der Neueinstellungen auf niedrigem Niveau wegen fehlender Auslastung und unsicherer Zukunftsaussichten. So fänden auch Berufsanfänger aktuell keinen Einstieg. „Hier fehlt die gerade im Frühjahr übliche Entlastung für den Arbeitsmarkt“, sagt die Agenturchefin.

Kurzarbeit: Mittlerweile haben 35 Prozent aller Stormarner Betriebe Kurzarbeit angezeigt. Seit Anfang März liegen rund 2430 geprüfte Anträge vor. Die Zahl der voraussichtlich betroffenen Mitarbeiter beträgt fast 31.300. „Wir wissen damit aktuell jedoch nicht, wie viele Beschäftigte tatsächlich kurzarbeiten werden oder in welchem Umfang dies erfolgt“, sagt Kathleen Wieczorek.

Genaue Zahlen zur Kurzarbeit erst in drei Monaten

Wenn sich die Auftragslage kurzfristig verbessere, müsse die angezeigte Kurzarbeit gar nicht realisiert werden. Genaue Zahlen gibt es erst, wenn die Abrechnungsdaten vorliegen. Für die Anträge auf nachträgliche Erstattung des Kurzarbeitergeldes haben die Unternehmen drei Monate Zeit.

Freie Stellen: Im Mai wurden nur 207 freie sozialversicherungspflichtige Stellen neu gemeldet. Das sind 244 weniger als im Vorjahresmonat und 60 mehr als im April. Aktuell sind 1930 Jobs zu besetzen, vor einem Jahr waren es rund 240 mehr. „Erfreulicherweise sind im Mai wieder mehr neue Stellen als im April gemeldet worden, insbesondere aus dem Baugewerbe und dem Gesundheits- und Sozialwesen“, sagt Wieczorek.

Ausbildung: Die Betriebe haben seit Herbst vergangenen Jahres 1428 Lehrstellen gemeldet und damit sogar 32 mehr als im Vorjahreszeitraum. 805 Ausbildungsplätze sind noch frei. „Die Betriebe benötigen die Fachkräfte, die sie jetzt ausbilden, nach der Krise“, sagt Wieczorek. Jugendliche ohne Zusage sollten sich unvermindert weiter bewerben.

Die Berufsberater geben telefonisch Tipps zur Berufs- und Studienwahl. „Dazu vereinbaren wir feste Termine, stimmen im Vorwege ab, was die Jugendlichen zum Gespräch benötigen“, sagt Berater Thomas Budach. Schüler können sich unter Telefon 04531/167-154 und per E-Mail an badoldesloe.berufsberatung@arbeitsagentur.de anmelden.