Gutshaus

Glinder Sönke-Nissen-Park-Stiftung stellt sich neu auf

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René Soukup
Führungskräfte: Monique Hoenig (l.) und Jasmin Helfer von der Sönke-Nissen-Park-Stiftung arbeiten im Glinder Gutshaus.

Führungskräfte: Monique Hoenig (l.) und Jasmin Helfer von der Sönke-Nissen-Park-Stiftung arbeiten im Glinder Gutshaus.

Foto: René Soukup

Führungsteam aus Fachbereichsleitern soll Leitung des Gutshauses übernehmen. Beratungen gibt es wieder ab 2. Juni.

Glinde.  Als kommissarische Leiterin des Glinder Gutshauses ist Jasmin Helfer bisher nicht wirklich zu ihren angedachten Aufgaben gekommen. Zum Beispiel, sich intensiv um das Freiwilligenbüro und den Alleinerziehendentreff zu kümmern. Anfang Januar hatte die 35-Jährige ihren Job bei der Sönke-Nissen-Park-Stiftung angetreten, sechs Wochen später verließ mit Silke Löbbers das prägende Gesicht die Einrichtung.

Nach zwölf Jahren Hausleitung in der 18.700 Einwohner zählenden Stadt heuerte sie als Referentin für Kinder- und Jugendpolitik im Sozialministerium in Kiel an. Also musste die Soziologin Helfer einspringen. Die Nachfolge von Löbbers tritt sie aber nicht an, denn die Stelle bleibt vakant. Stattdessen soll ein Führungsteam, bestehend aus Fachbereichsleitern, installiert werden.

Personal wurde über Änderungen informiert

„Es wird eine neue Struktur geben und organisatorische Veränderungen“, sagt Glindes Bürgermeister Rainhard Zug, ohne dabei Details zu nennen. Der Verwaltungschef ist Vorsitzender des Stiftungsvorstands. Dem Gremium gehören auch Marlies Lehmann, Leiterin der Glinder Volkshochschule, und Volker Müller an.

Er war der Vorgänger von Löbbers und ist auch in der Politik ehrenamtlich aktiv. Der 72-Jährige steht seit 1996 an der Spitze der SPD-Fraktion in Reinbek. Über die Neuaufstellung der Stiftung sagt der Sozialdemokrat: „Wir sind dabei, ein Konzept zu erarbeiten. Die Stelle der Hausleitung wird nicht nachbesetzt.“

Das Personal wurde über die avisierten Änderungen informiert. „Bei den Mitarbeitern herrscht Aufbruchstimmung“, sagt Müller. Elf Personen sind bei der Sönke-Nissen-Park-Stiftung beschäftigt, die Eigentümerin des Gutshauses ist. Sie wird von der Stadt bezuschusst. Auch zahlt Glinde große Reparaturen am Gebäude wie die Fassadensanierung.

Am 23. Juni ist eine Sitzung mit Stiftungsrat, der sich unter anderem aus Vertretern der evangelischen und katholischen Kirchengemeinde zusammensetzt, und dem Vorstand angesetzt. Bei dem Treffen geht auch darum, sich über die neue Struktur abzustimmen.

Monique Hoenig ist seit dem Jahr 1999 bei der Stiftung

Im Gutshaus bietet die Stiftung zum Beispiel eine Schuldner- und Insolvenzberatung an sowie ein Frauenfrühstück für Geflüchtete. Dazu kommen externe Partner wie die Arbeiterwohlfahrt mit Migrationsberatung und dem Seniorenkaffee, sowie die Südstormarner Vereinigung für Sozialarbeit mit ihrer Familienberatung. Auch das Leihoma-Projekt, organisiert von Ehrenamtlern, ist dort beheimatet.

Im größten Raum treffen sich Senioren und junge Familien zum Kennenlernen. Silke Löbbers hatte während ihrer Zeit in Glinde unter dem Dach der Stiftung ein großes und soziales Netzwerk aufgebaut.

Es ist wahrscheinlich, dass neben Jasmin Helfer, die sich demnächst mit der Analyse des Sozialraums Glinde beschäftigen will, Monique Hoenig (53) dem Führungsteam angehört. Sie ist seit 1999 bei der Stiftung und leitet die Schuldnerberatung. Ob es auf eine Doppelspitze hinausläuft, ist offen. Am 1. Juli bezieht die Volkshochschule Räume im Gutshaus. Eine Möglichkeit wäre, aus dieser Organisation eine Person im Führungsstab zu integrieren.

Gutshauskonzert wird per Livestream übertragen

Nach der Schließung im März wegen der Coronapandemie öffnet das Gutshaus am Dienstag, 2. Juni, wieder für Publikum. Termine müssen telefonisch vereinbart werden. Monique Hoenig hatte Klienten der Schuldnerberatung zuletzt nicht nur auf diesem Weg betreut, sondern Gespräche vor dem Gebäude geführt. Sie sagt: „Der Juni ist schon fast ausgebucht.“ Ihr Team unterstützt rund 300 Menschen.

Gutshausbesucher werden jetzt am Eingang empfangen und sind aufgefordert, den Mindestabstand einzuhalten. In den Fluren und im Treppenhaus soll ein Mund- und Nasenschutz getragen werden. Die stiftungsexternen Beratungszentren müssen ein Hygienekonzept vorlegen. „Parallele Gruppenangebote wird es noch nicht geben“, sagt Helfer. Im großen Saal dürfen sich maximal 13 Personen aus verschiedenen Haushalten versammeln. Für Freizeitgruppen geht es erst nach den Sommerferien los.

Ein Gutshauskonzert gibt es auch in Coronazeiten – ohne Besucher vor Ort. Der Auftritt von Ian Mardon (Violine) und Rolf Herbrechtsmeyer (Violoncello) am 19. Juni um 20 Uhr wird per Livestream übertragen. Außerdem plant die Stiftung in diesem Sommer Open-Air-Kino an mehreren Abenden.

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