Diskussion

Ahrensburgs Politiker beraten über Umbau der Innenstadt

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Janina Dietrich
m Februar hat der Bauhof bereits einige Linden an der Hamburger Straße in Ahrensburg gefällt, um die Umbauarbeiten vorzubereiten.

m Februar hat der Bauhof bereits einige Linden an der Hamburger Straße in Ahrensburg gefällt, um die Umbauarbeiten vorzubereiten.

Foto: Petra Sonntag

Verwaltung stellt Details für Umgestaltung der Hamburger Straße im Bau- und Planungsausschuss am 3. Juni vor. Zeitplan ist umstritten.

Ahrensburg. Die Oberfläche der Hamburger Straße in Ahrensburg soll mit einem rötlichen Naturstein gestaltet werden, für den Übergang vom Gehweg zur Fahrbahn ist ein breiter Bordstein mit flachen, abgerundeten Kanten geplant. Dadurch sollen es Fußgänger in Zukunft leichter haben, die Fahrbahn zu kreuzen. Zudem sind vier barrierefreie Querungsstellen mit Leitsteinen für Sehbehinderte vorgesehen.

Hamburger Straße als Einbahnstraße konzipiert

Diese Vorschläge macht die Verwaltung für den geplanten Umbau der Hamburger Straße im Innenstadtbereich. Sämtliche Details will sie den Politikern in der nächsten Sitzung des Bau- und Planungsausschusses am Mittwoch, 3. Juni, zur Abstimmung vorlegen. Die neue Fahrbahn soll demnach 5,50 Meter breit werden. Für Autofahrer bleibt es eine Einbahnstraße, Radfahrer dürfen die Strecke in beide Richtungen nutzen. Die Gehwege sollen eine Breite von drei bis fünf Metern erhalten, die dort verwendeten Steine sollen mit 40 mal 60 Zentimetern größer sein als die auf der Fahrbahn (20 mal 30 Zentimeter).

Für die Beleuchtung schlägt die Verwaltung beidseitig anthrazitfarbene Straßenlampen mit LED-Pilzkopfaufsätzen vor, wie es sie bereits an der Hagener Allee gibt. Auch bei der Auswahl der Fahrradbügel, Abfalleimer und Sitzbänke soll sich an dem bestehenden Mobiliar in der City orientiert werden. Die Sitzbänke sollen den Plänen zufolge im Bereich der Querungen aufgestellt werden. Zum Abstellen von Fahrrädern sind an der Hamburger Straße 30 Bügel vorgesehen.

Bäume sollen durch andere Lindenart ersetzt werden

Um den historischen Allee-Charakter wiederherzustellen, sollen neue Linden gepflanzt werden. Anfang des Jahres hatte der Bauhof bereits einige Bäume an der Straße gefällt, um die geplante Erneuerung der Leitungen unter der Straße zu ermöglichen. Die übrigen Linden sollen später auch noch weichen. „Wegen des Engstandes zu den Gebäuden und der Problematik des Honigtaus soll eine Lindenart mit entsprechend schmalkroniger Wuchsform und wenig Lausbefall gewählt werden“, heißt es dazu aus dem Rathaus.

Autofahrer sollen künftig nur noch auf der südöstlichen Straßenseite vor den Hausnummern 11 bis 23 in Längsaufstellung ihre Fahrzeuge abstellen dürfen. Dadurch reduziert sich die Zahl der Stellflächen von bisher 53 auf 17. Das hatte bei einigen Kaufleuten für Unmut gesorgt. Angedacht ist auch ein Tempo-Limit von 20 Kilometern pro Stunde.

Verwaltung schätzt Kosten auf 3,5 Millionen Euro

Geplant ist zudem ein Umbau des südlichen Rondeels. Die dortigen Gehwege sollen dasselbe Natursteinpflaster erhalten, „um die Begehbarkeit zur verbessern“. Die Verwaltung schätzt die Kosten für den Umbau auf 3,5 Millionen Euro. Da es sich um ein Projekt des Programms Städtebauförderung handelt, übernehmen Bund und Land jeweils ein Drittel der Summe. „Hervorzuheben ist die Vorbildfunktion der Maßnahme für die spätere Umgestaltung der anderen beiden Strahlen im Sinne einer Typisierung der Innenstadtstraßen“, heißt es von der Verwaltung. Gemeint sind die Hagener und Manhagener Allee. „Aus diesem Grund sollen auch typische Gestaltungselemente der bereits ausgebauten Großen Straße aufgegriffen werden.“

Eine zentrale Frage wird bei der Sitzung in der kommenden Woche sein, wann die Bauarbeiten beginnen sollen. Der ursprüngliche Plan sieht vor, dass der Versorger Hamburg Wasser von September bis Ende November dieses Jahres zunächst die Wassertransportleitung unter der Fahrbahn erneuert. Anschließend sind Anfang 2021 weitere Leitungsarbeiten geplant. Der „richtige“ Umbau beginnt laut Bauamtsleiter Peter Kania wegen der Corona-Krise voraussichtlich nicht vor Sommer 2021.

CDU-Fraktion will Projekt auf das Jahr 2022 verschieben

Die CDU will das Projekt noch weiter verschieben – und zwar auf das Jahr 2022. Sie nennt als Grund die Corona-Krise. „Die Geschäfte an der Hamburger Straße haben dadurch sehr gelitten und hohe Umsatz- und Gewinneinbußen verzeichnet“, sagt Fraktionschef Detlef Levenhagen. „Wir wollen, dass sich die Einzelhändler erst einmal erholen können, bevor sie durch die Bauarbeiten erneut belastet werden.“

Einen entsprechenden Antrag will die CDU bei der Sitzung stellen. Die FDP will zudem per Antrag erreichen, dass auch die Arbeiten von Hamburg Wasser erst später vorgenommen werden. Der FDP-Stadtverordnete Wolfgang Schäfer sagt dazu: „Ziel sollte sein, die Maßnahme analog zur städtischen Baumaßnahme zu verschieben.“

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