Diskussion

Reinbeker hoffen auf Problemlösung in Sachen Recyclinghof

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Ein NDR-Team interviewt Anwohner und Bürgermeister Björn Warmer in der Glinder Straße beim Recyclinghof Reinbek.

Ein NDR-Team interviewt Anwohner und Bürgermeister Björn Warmer in der Glinder Straße beim Recyclinghof Reinbek.

Foto: Ann-Kathrin Schweers / BGZ

Autoverkehr nervt Anwohner der Glinder Straße. Die Fraktionen sind sich nicht einig. AWSH bereit, Standort auszubauen oder umzuziehen.

Reinbek.  Die Anwohner der Glinder Straße haben genug von Lärm, Abgasen und pöbelnden Autofahrern, die regelmäßig ihre Straße blockieren. Sie haben genug von den Staus auf ihrer Straße durch die Kunden des Recyclinghofs, genug davon, dass sich seit Jahren nichts ändert. Nach Unterschriftenaktion und Demonstrationen auf der Straße schalteten sie nun auch den NDR ein, der am Freitag Aufnahmen für das Schleswig-Holstein-Magazin filmte. Bürgermeister Björn Warmer zeigte sich hoffnungsvoll: „Es ist einiges in der politischen Diskussion. Ich bin recht optimistisch.“

Anwohner beklagen Stau direkt vor der Haustür

Schon eine halbe Stunde bevor der Recyclinghof öffnet, kann Anwohner Jörg Klug seine Fenster kaum öffnen, ohne dass die Abgase von Autos und Lkw in seine Wohnstube ziehen. „Wir alle hoffen, dass etwas passiert. Das ist einfach kein Zustand“, sagt seine Nachbarin Ursula Kaiser, die nur noch abends einkaufen fährt, um nicht in den Stau vor der Haustür zu geraten.

Die Abfallwirtschaft Südholstein (AWSH) sei sowohl bereit, den Standort auszubauen, als auch umzuziehen. Er selbst könne sich eine Verlegung gut vorstellen, sagt Warmer. „Die Verwaltung kann dieses Problem aber nicht selbst lösen. Sie beurteilt nur die Standorte.“ Die seien in der Vergangenheit „unpassend oder nicht veräußerbar“ gewesen. Wie zuletzt zwei Vorschläge, die die Verwaltung im November 2019 geprüft hatte. Einer davon beim Kalksandsteinwerk Neuschönningstedt. Der andere zwischen Büchsenschinken und dem Munitionslager in den Oher Tannen.

OWG und Grüne sind gegen Standort-Verlegung

Andere Standorte, wie die „Alte Gärtnerei“ an der Carl-Zeiss-Straße, scheiterten in der politischen Abstimmung. Laut Bauamt sei das Gelände als schützenswerte Fläche und Biotop eingestuft. Warmer: „Ich brauche das politische Go, daran ist es bisher gescheitert.“

Die Grünen sind gegen eine Verlegung des Standorts, wollen den jetzigen ausbauen, erklärt Fraktionschef Günther Herder-Alpen. So soll das System für die Anlieferung mit mehreren Abfertigungs-Slots optimiert werden. Genug Platz sei da. So werde der Verkehr auf der Glinder Straße entzerrt. Die Grünen wollen die Straße zudem sanieren, das Parken am Rand verbieten, stattdessen zwischen Recyclinghof und Wohnbebauung einen Anwohnerparkplatz realisieren.

Land lehnt Anbindung an Sachsenwaldstraße ab

Auch die OWG sieht keine Standort-Verlegung. Die Fraktion teilt die Meinung, dass genügend Platz da sei, um das Anstauen des Verkehrs durch verschiedene Fahrspuren auf dem Gelände zu entlasten.

Fraktionschef Heinrich Dierking fürchtet, dass an einem neuen Standort die viel genutzte Grünschnittabgabe nicht genehmigt werden würde. Dennoch hält er eine Anbindung über die Sachsenwaldstraße oder über das Gewerbegebiet Haidland für sinnvoll, um die Glinder Straße zu entlasten. Eine Anbindung an die Sachsenwaldstraße war zuvor durch das Land abgelehnt worden.

SPD, CDU und FDP arbeiten an gemeinsamen Antrag

Die Idee der Grünen kommt bei den Anwohnern nicht an. „Den Vorschlag sehe auch ich sehr reserviert“, sagt Warmer. „Schon jetzt halten sich nur wenige Autofahrer an Tempo 30 auf der Straße“, sagt Anwohner Klug. Wenn sie durch Parkverbote auch noch freie Fahrt hätten, gebe es noch mehr Raser. Herder-Alpen erklärt, die Geschwindigkeit etwa durch Bremsschwellen reduzieren zu wollen.

SPD, CDU und die FDP befinden sich derweil in Gesprächen und arbeiten an einem gemeinsamen Antrag für die nächste Bauausschuss-Sitzung im Juni. Details möchten die Fraktionen noch nicht äußern. Patrick Ziebke, Fraktionschef der CDU, erklärt: „Das Ziel ist es, den Verkehr aus der Glinder Straße zu bekommen.“

( aksc )

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