Corona-Krise

Kritik an Verhältnissen in den Stormarner Schulen nimmt zu

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SPD-Landtagsabgeordneter Martin Habersaat sieht Defizite bei der Ausstattung der Schulen.

SPD-Landtagsabgeordneter Martin Habersaat sieht Defizite bei der Ausstattung der Schulen.

Foto: Dietmar Wadewitz

Philologenverband richtet Appell an Bildungsministerin Karin Prien. Schulen sollen bei Öffnung nicht alleingelassen werden.

Ahrensburg.  Wegen der Doppelbelastung von Lehrkräften in der Corona-Krise hat sich jüngst auch im Kreis Stormarn wachsender Unmut unter den Pädagogen breitgemacht. Unter anderem werden die hygienischen Bedingungen an vielen Schulen moniert und insbesondere die Situation in Toiletten und Waschräumen oft als unbefriedigend empfunden. Zudem seien die Abstandsvorgaben oft nur schwer durchsetzbar. Der Philologenverband Schleswig-Holstein hat die Klagen jetzt zum Anlass genommen, einen deutlichen Appell an Bildungsministerin Karin Prien (CDU) sowie an die regionalen Schulträger zu richten.

Vorsitzender kritisiert mangelnden Schutz der Lehrer

„Hier muss es schnellstens Verbesserungen geben. Mit diesen Problemen dürfen die Schulen bei der Organisation der stufenweisen Schulöffnung nicht alleingelassen werden“, sagt der Verbandsvorsitzende Jens Finger. Für einen besseren Schutz der Lehrkräfte regte er ein freiwilliges Angebot zu Corona-Tests an. Diese könnten und sollten an den Schulen eingerichtet werden. „Was Sachsen kann und praktiziert, ist hier auch möglich“, so Finger.

In Bezug auf den „Fernunterricht“, der hoffentlich keine dauerhafte Notwendigkeit darstelle, fordert der Philologenverband auch die Lehrkräfte bei der Bereitstellung von Endgeräten zu berücksichtigen. „Die Bundesmittel dafür sollten nicht allein Schülern zur Verfügung gestellt werden“, umreißt Finger die Verbandsposition. Das erfordere schon die Situation in den privaten Haushalten und der Datenschutz.

Vollgestopfte Schulbusse sind ein Sicherheitsrisiko

Der Reinbeker SPD-Landtagsabgeordnete Martin Habersaat erinnerte angesichts der immer lauter werdenden Kritik daran, dass er die Landesregierung bereits im Februar zu den Defiziten bei der Ausstattung vieler Schulen gefragt habe. „Das war vor Corona. Jetzt reden wir über Mindestabstände, Flächen pro Schüler und Belüftungsmöglichkeiten“, so Habersaat. Spätestens jetzt müsse auch dem Letzten auffallen, dass man sich an vielen Schulen nicht mit warmem Wasser die Hände waschen kann, an manchen nicht einmal mit Seife.

Hinzu kämen die vollgestopften Schulbusse. Sie seien in mehrfacher Hinsicht ein Sicherheitsrisiko. „Eigentlich müsste man über Sitzplätze für alle und Gurte sprechen“, sagt Habersaat. Sein Fazit: „Wir müssen aus dieser Corona-Pandemie in mehrfacher Hinsicht Konsequenzen ziehen.“

( luka )

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