Kinderschutzbund

Covid-Stopper aus Stormarn: Talisman gegen die Krise

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Janina Dietrich
Regina Wriggers und Heinrich Quintero (r.) haben den Covid-Stopper erfunden. Ingo Loeding freut sich, dass ein Teil des Erlöses an den Kinderschutzbund in Stormarn geht.

Regina Wriggers und Heinrich Quintero (r.) haben den Covid-Stopper erfunden. Ingo Loeding freut sich, dass ein Teil des Erlöses an den Kinderschutzbund in Stormarn geht.

Foto: Janina Dietrich

Der Schlüsselanhänger in Form eines Virus wird im Internet verkauft. Der Kinderschutzbund Stormarn erhält einen Teil des Erlöses

Ahrensburg. Er hat einen Durchmesser von zwei Zentimetern und wiegt nicht mal ein Gramm: der „Covid-Stopper“. Zwei Stormarner haben den grünen Schlüsselanhänger erfunden, der von seiner Form her an ein Virus erinnern soll. „Ich wollte in dieser schwierigen Zeit etwas entwickeln, dass die Menschen gern tragen – eine Art Talisman und Glücksbringer“, sagt Regina Wriggers, Chefin des Barghofs im Ahrensburger Ortsteil Ahrensfelde. Sie erzählt Drohnenpilot Heinrich Quintero aus Elmenhorst von ihrer Idee und beide beschließen, gemeinsam ein „Symbol der Hoffnung und Solidarität“ zu entwerfen.

Für den Kinderschutzbund gibt es in Krise reichlich zu tun

Die Schlüsselanhänger stammen aus einem 3-D-Drucker, die beiden Erfinder verkaufen sie nun für zwölf Euro im Internet. Ein Teil der Einnahmen wird gespendet – und zwar an den Deutschen Kinderschutzbund in Stormarn. Deren Geschäftsführer Ingo Loeding sagt: „So eine Aktion hilft uns sehr, egal, wie viel Geld letztlich zusammenkommt.“ Denn beim Kinderschutzbund kommen durch die Coronakrise deutlich weniger Spenden an. „Viele sammeln bei Veranstaltungen Geld für uns“, sagt Loeding. „Da diese nun ausfallen, trifft uns das sehr.“ Gerade habe zum Beispiel ein Golfclub sein jährliches Benefizturnier zugunsten des Kinderschutzbundes abgesagt. „Deshalb sind wir über jede Spende dankbar“, sagt Loeding. „Es ist schön, wenn Menschen kreative Ideen haben.“

Denn für den Kinderschutzbund in Stormarn gebe es auch in der Coronakrise reichlich zu tun. „Wir haben normalerweise 88 Kinder in der Betreuung, deren Familien Unterstützung benötigen“, sagt Loeding. Inzwischen seien wieder acht Notgruppen in Ahrensburg, Bargteheide und Bad Oldesloe eingerichtet, zudem verteile der Kinderschutzbund Familienpakete mit Spielen, Ton zum Basteln und Ähnlichem.

1000 Schlüsselanhänger haben die Stormarner herstellen lassen

Die Coronakrise stelle die Mitarbeiter teils vor Herausforderungen. „In Reinfeld haben wir zum Beispiel ein Kind auf der Straße betreut“, sagt Loeding. „Denn wir durften nicht auf die Spielplätze und nicht ins Haus der Familie.“ Viele Kinder seien wegen der aktuellen Lage „durch den Wind“, so Loeding. „Ihnen fehlt die Alltagsstruktur, aber auch die Beziehung zu anderen Kindern.“

Im ersten Schritt haben die beiden Stormarner 1000 Schlüsselanhänger herstellen lassen, die ersten 100 Stück seien bereits verkauft. „Wir hoffen, dass es noch viel, viel mehr werden“, sagt Heinrich Quintero. Dann ließen sich auch die Herstellungskosten senken. Wie viel Geld letztlich an den Kinderschutzbund gehe, sei noch unklar. „Wir sind noch bei der Kalkulation“, sagt er. „Zunächst wollen wir mit 20 Prozent des Gewinns anfangen.“ Die „Covid-Stopper“ können unter www.thecovidstopper.com im Internet bestellt werden. Der Elmenhorster betont: „Der Stopper schützt natürlich nicht vor einer Ansteckung.“

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