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Pandemie sorgt für Rückgang des Straßenverkehrs in Stormarn

Stauszenen wie diese in Ahrensburg an der Kreuzung Reeshoop/Bei der Doppeleiche sind in Zeiten von Corona deutlich seltener geworden

Stauszenen wie diese in Ahrensburg an der Kreuzung Reeshoop/Bei der Doppeleiche sind in Zeiten von Corona deutlich seltener geworden

Foto: Birgit Schücking

Landespolizei registriert zudem 40 Prozent weniger Unfälle im Vergleich zum Vorjahr. BUND will Masterplan Mobilität voranbringen.

Bad Oldesloe. Die Coronapandemie hat zu einem deutlichen Rückgang des Verkehrs auf den Autobahnen und Bundesstraßen in Schleswig-Holstein geführt. Laut Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr wurden zwischen 23. März und 12. April an zwölf Dauerzählstellen 35 Prozent weniger Fahrzeuge registriert als im gleichen Vorjahreszeitraum.

BUND fordert Moratorium des Straßenaus- und -neubaus

Deutlich zurückgegangen ist nach Angaben der Landespolizei zudem die Zahl der Unfälle. Im März waren es 40 Prozent weniger, als im März des Vorjahres. Die Stadt Kiel stellte an sechs ihrer Dauerzählstellen Verkehrsrückgänge von rund 40 Prozent fest, je nach betroffener Kreuzung sogar um bis 51 Prozent. Verglichen wurden hier die Woche vor mit jener nach Einleitung der ersten Epidemiemaßnahmen am 16. März. Für Lübeck hat der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) im gleichen Zeitraum zwei Hauptstraßenzüge ausgewertet und Kfz-Rückgänge von 37 und 40 Prozent festgestellt.

Aus Sicht von Ole Eggers, Geschäftsführer des BUND, sei es „volkswirtschaftlicher Irrsinn“, jetzt noch in den Aus- und Neubau von großen Autostraßen zu investieren „Der Rückbau vierspuriger Trassen auf angemessene Straßenquerschnitte mit zukunftsfähigen, breiten Radwegen ist nun angesagt“, so Eggers. Der BUND fordert ein sofortiges Moratorium jeglichen Straßenaus- und neubaus in Schleswig-Holstein. Stattdessen sollte es eine Modellierung der zukünftigen Verkehrsströme auf Schiene und Straße für einen Masterplan Mobilität des Landes geben.

( luka )

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