Himmelsphänomen

Doch keine Ufos: 60 Satelliten ziehen über Stormarns Himmel

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Am Nachthimmel sind derzeit häufig Bewegungen von Satelliten als leuchtende Spur sichtbar.

Am Nachthimmel sind derzeit häufig Bewegungen von Satelliten als leuchtende Spur sichtbar.

Foto: Peter Komka / dpa

Lichterkette am Nachthimmel löst in Lütjensee einen Polizeieinsatz aus. Bei Flugobjekten handelt es sich um Satelliten des Tesla-Chefs.

Lütjensee. Mysteriöse Lichtpunkte am sternenklaren Nachthimmel haben am späten Sonntagabend in Lütjensee einen Polizeieinsatz ausgelöst. Knapp 60 wie an einer Kette aufgezogene und nicht näher definierbare Flugobjekte zogen gegen 22 Uhr mit hoher Geschwindigkeit von Südwesten nach Nordosten.

Nach Sichtung alarmiert die Lütjenseerin die Polizei

„Dieser Anblick sorgte bei mir sofort für ein mulmiges Gefühl in der Magengegend“, sagte Tanja Meurer. Die Lütjenseerin informierte umgehend die Polizeidienststelle in Trittau. Als die Beamten kurz darauf eintrafen, war der rund 20 Minuten andauernde Spuk am Himmel bereits vorbei. Meurer: „Zwischenzeitlich hatte ich im Internet auch die passende Erklärung gefunden. Ich war aber überrascht, dass die Beamten, die sich äußerst freundlich und interessiert zeigten, über ein derartiges Projekt nicht von übergeordneter Stelle in Kenntnis gesetzt wurden.“

Die Erklärung: Seit Mai vergangenen Jahres hat US-Unternehmer Elon Musk mit seiner Raumfahrtfirma SpaceX 360 Kommunikationssatelliten in die Erd-Umlaufbahn gebracht. Knapp 12.000 sollen es in den kommenden Jahren werden, um weltweit ein flächendeckendes, preiswertes und schnelles Breitband-Internet zu garantieren. Von dem amerikanischen Raketenstartgelände Cape Canaveral aus schießt der Tesla-Chef jeweils 60 dieser Satelliten mit einer Falcon-9-Rakete ins Weltall.

Am heutigen Dienstag könnten weitere Satelliten starten

Hansjürgen Köhler rechnet für Dienstag, 22. April, mit einem weiteren Start. „Vorausgesetzt das Wetter spielt mit“, sagt der Leiter des Erforschungs-Netzes außergewöhnlicher Himmels-Phänomene in Michelbach (Baden-Württemberg). Er bedauert, dass die Menschen zu wenig über ein Projekt dieser Größenordnung informiert werden: „Bei den ganzen im Netz kursierenden Verschwörungstheorien geht beim bloßen Anblick der Flugobjekte doch bei vielen sofort das Kopfkino los und bei uns steht das Telefon nicht mehr still.“

Wer wissen möchte, wann die Kommunikationssatelliten von Deutschland aus erneut zu sehen sind, erfährt es unter www.findstarlink.com.

( hba )

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