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Rotes Kreuz in Oststeinbek startet einen Einkaufsservice

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René Soukup
Bärbel Buhrmester (v. l.), Harald Evensen und Birgit Behn gehören dem Vorstand des Roten Kreuzes in Oststeinbek an.

Bärbel Buhrmester (v. l.), Harald Evensen und Birgit Behn gehören dem Vorstand des Roten Kreuzes in Oststeinbek an.

Foto: René Soukup

Aktive Mitglieder der Organisation gehören wegen ihres Alters Coronarisikogruppe an. Jetzt steigen drei junge Menschen ein.

Oststeinbek.  Jetzt also doch: Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) in Oststeinbek bietet wegen der Coronapandemie ab sofort kostenfreie Einkaufshilfe für Senioren an. Wie berichtet, hatte der Ortsverein das geplante Projekt, zu dem der Landesverband ermutigt hatte, vor Ostern auf Eis gelegt. Grund ist die Altersstruktur der 22 aktiven Mitglieder. Sie sind zwischen 61 und 86 Jahre, gehören zur Risikogruppe und haben Angst vor einer Ansteckung mit dem Virus. Nun konnte die Organisation um den Vorsitzenden Harald Evensen drei junge Menschen gewinnen, die diese Tätigkeit übernehmen. Sie hatten den Abendblatt-Artikel um die Nachwuchsprobleme gelesen und sofort reagiert.

Rote Westen mit Logo dienen der Erkennung

Zum Helfer-Trio gehört Jana Bräuner. Die 26-Jährige hat Ende März ihr Studium in Geowissenschaften abgeschlossen und sollte am 1. April eigentlich ins Berufsleben einsteigen. „Wegen Corona ist der Jobbeginn auf Mai verschoben. Ich habe also die Möglichkeit, die Zeit sinnvoll zu überbrücken und etwas Gutes zu tun“, sagt die Oststeinbekerin. Verantwortung zu übernehmen, ist für die junge Frau kein Fremdwort. Bräuner engagiert sich in der 9000 Einwohner zählenden Gemeinde bereits in der Politik. Sie hat zwar kein Parteibuch, ist aber als wählbare Bürgerin für die SPD in gleich drei Ausschüssen stellvertretendes Mitglied. Sie behandelt dabei die Themen Finanzen und Wirtschaft, Bauen sowie Umwelt.

Die Oststeinbekerin Meira Iske (23) sowie Florian Schmüser (22) aus Reinbek sind die weiteren DRK-Einkaufshilfen. Sie sind befreundet und waren unabhängig von Bräuner an den Ortsverein herangetreten. „Anfang dieser Woche haben wir uns bei einem Gespräch kennengelernt“, sagt Bärbel Buhrmester, Schatzmeisterin beim Roten Kreuz in Oststeinbek. Die 66-Jährige ist den jungen Menschen dankbar und sehr froh, den Service anbieten zu können. Ehrenamtshelfer-Vereinbarungen wurden schnell abgeschlossen, somit sind die drei neuen Helfer beim Ausüben der Tätigkeit versichert. Und rote DRK-Westen samt Logo haben sie ebenfalls erhalten, um erkennbar zu sein.

Bärbel Buhrmester organisiert das Einkaufshilfeprojekt

„Wir haben zudem Schutzhandschuhe bekommen, die ich natürlich tragen werde“, sagt Bräuner. Außerdem habe sie bei den Einkäufen Desinfektionsmittel dabei, reibe damit ihre Hände und die Griffe des Wagens ein. Bevor sie unverpacktes Obst und Gemüse an die Senioren übergibt, will sie dieses abwaschen. Die Oststeinbekerin hat selbst eine Großmutter, die zurzeit nicht mehr in Lebensmittelgeschäfte geht. Sie wird von der Familie versorgt.

Der DRK-Ortsverein hat alle Mitglieder über das Angebot informiert, immerhin sind es 310. Entsprechende Aushänge gibt es im Schaukasten des Roten Kreuzes beim Einkaufszentrum an der Möllner Landstraße sowie im Hofladen Wulf im Ortsteil Havighorst. Auch Senioren, die nicht dem Wohlfahrtsverband angehören, können partizipieren und sich unter der Telefonnummer 040/713 16 73 bei Bärbel Buhrmester melden. Sie organisiert das Einkaufshilfeprojekt.

Auch die Kirche erledigt Einkäufe für alte Menschen

Ansonsten sind die Aktivitäten des Ortsvereins wegen Corona gestoppt. Die Begegnungsstätte, wo sich Senioren üblicherweise zu Gymnastik, zum Tanzen, Gedächtnistraining, Frühstücksbuffet und zum Beispiel Mittagessen treffen, ist geschlossen. Die beliebten Spielenachmittage werden von bis zu 50 Personen besucht.

Neben dem DRK bietet auch die Kirche in Oststeinbek Einkaufshilfe für ältere Menschen an. Pastorin Sabine Spirgatis kann hierbei auf ehemalige Konfirmanden zählen.

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