Eigeninitiative

Südstormarner Schüler helfen Gastronomie mit Lieferservice

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Jungunternehmer: Joost Bennet Vester (v. l.), Luis Gaspar Schröder und Julius Kasiske.

Jungunternehmer: Joost Bennet Vester (v. l.), Luis Gaspar Schröder und Julius Kasiske.

Foto: Susanne Tamm

Eigeninitiative: Drei Abiturienten gründen eigenes Unternehmen. Das soll Betriebe in Region in der Coronakrise unterstützen.

Reinbek. Vormittags büffeln die drei jungen Männer für ihr Abitur, aber nachmittags unterstützen sie die Gastronomie mit einem eigens dafür gegründeten Unternehmen: Joost Bennet Vester (18), Luis Gaspar Schröder (19) und Julius Kasiske (19) haben deshalb ihren neuen Lieferservice „Best Bite“ gegründet. Der ist für Restaurants kostenlos, während Besteller eine Lieferpauschale von drei bis fünf Euro zahlen, damit das Trio die Spritkosten decken kann.

„Wir wollen, dass die Betriebe erhalten bleiben“

„Luis und ich haben vorher schon gekellnert“, sagt Joost Bennet Vester. Und Julius Kasiske ergänzt: „Und ich habe bei Edeka gejobbt und liefere sowieso schon Getränke als Selbstständiger aus.“ Als es losging mit dem Lockdown und er all die geschlossenen Restaurants sah, habe er sich gefragt, wie es weitergehen soll, sagt Kasiske.

„Wir wollen, dass die Betriebe erhalten bleiben“, so Luis Gaspar Schröder. „Wir kommen aus der Region, aus Reinbek und Wohltorf.“ Er und Joost Bennet Vesper seien vorher bereits als Softwareentwickler selbstständig gewesen. Das ergänzt sich gut: Kurzerhand entwickelten die drei, die sich noch aus der Sachsenwaldschule kennen, die neue Geschäftsidee samt Logo, Shirts und Transport­behälter. Ein Gewerbe als UG (haftungsbeschränkt) haben sie auch angemeldet, damit alles­ seine Ordnung hat. Wobei für die drei Freunde der Wunsch zu helfen im Vordergrund steht. „Wir verdienen höchstens mal am Trinkgeld etwas“, sagt Julius Kasiske.

Für Fastfood sind die drei jungen Männer nicht zu haben

Mit einem Exposé treten sie aktiv an Restaurants heran, für die sie liefern wollen. Darunter sind bisher die Italiener Luce in Wentorf und Tavola Calda in Reinbek. Außerdem das Restaurant Waldesruh am See in Aumühle und der Inder Bombay Spice in Reinbek. „Bei Tavola Calda sitzen wir sonst selbst ganz gern“, sagt Luis Gaspar Schröder. Für Fastfood sind die Drei nicht zu haben. Die Gastronomen können ihre Speisen online bei ihnen anbieten (www.best-bite.net). „Die freuen sich meist, dass sie keine Prozente zahlen müssen, wie bei Lieferando oder so. Wir bieten unseren Dienst ergänzend zu dem Abhol-Service der Gastronomen an, damit diese noch mehr Kunden erreichen können.“

Bis Krise in der Gastronomie vorbei ist, will das Trio dabeibleiben

Wer in Reinbek, Wohltorf, Aumühle, Wentorf, Glinde oder Bergedorf wohnt, kann sich etwas aussuchen und bestellt telefonisch unter 0179/126 91 59. Den Rest regeln die drei Jungunternehmer und liefern das Essen aus dem gewünschten Restaurant. Bis die Krise in der Gastronomie vorbei ist, will das Trio dabeibleiben. Möglicherweise auch danach – aber dann wollen sie die Kostenstruktur überdenken.

( st )

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