Coronapandemie

Forschungszentrum in Borstel hilft bei Kampf gegen Virus

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Covid-19-Tests werden auf einem Rollwagen zu einem Drive-Through-Test am Forschungszentrum Borstel gebracht.

Covid-19-Tests werden auf einem Rollwagen zu einem Drive-Through-Test am Forschungszentrum Borstel gebracht.

Foto: Axel Heimken / dpa

Großgerät zur Diagnose wird dem Universitätsklinikum Schleswig-Holstein verkauft. Forscher wollen Wirkstoff gegen Covid-19 entwickeln.

Borstel.  Das Forschungszentrum Borstel beteiligt sich an der Bekämpfung des Coronavirus und verkauft dem Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH) ein wichtiges Diagnosegerät. Auch am Standort selbst will das Institut an der Stormarner Kreisgrenze Covid-19 erforschen.

Zentrallabor des UKSH kommt mit Coronatests kaum hinterher

Das Forschungszentrum ist für die Erforschung des Coronavirus bestens ausgerüstet. Hauptsächlich beschäftigen sich die Wissenschaftler dort bislang mit Tuberkulose, einer bakteriellen Lungenkrankheit. Jetzt wollen die Spezialisten auch einen Beitrag zur Eindämmung der Coronapandemie leisten und einen Wirkstoff gegen Covid-19 finden. Mehrere hundert Medikamente sollen im Labor in den nächsten Wochen und Monaten auf ihre Wirksamkeit getestet werden. Mit ersten Ergebnissen rechnet das Institut im Herbst.

Auf eines ihrer Geräte wird Borstel bei der Forschung jedoch verzichten. Es wird woanders dringender gebraucht. Das Zentrallabor des UKSH in Kiel ist in den vergangenen Wochen mehr als ausgelastet und kommt mit den Coronatests kaum hinterher. Jetzt schafft ein Deal Abhilfe: Die Wissenschaftler aus Borstel verkaufen dem Uniklinikum ein Großgerät, das eigentlich in der Diagnostik multiresistenter Tuberkulose-Erreger genutzt wird. Das Land zahlt die Rechnung. Mit dem „Cobas 6800“ kann das Zentrallabor seine Kapazität mehr als verdoppeln.

Karin Prien freut unkomplizierte Kooperation der Institute

„Die Lungenheilkunde in Schleswig-Holstein ordnet sich zurzeit neu. Dabei streben das UKSH Kiel und die Medizinische Klinik am Forschungszentrum Borstel eine noch engere Kooperation an“, sagt Prof. Stefan Ehlers, Direktor des Forschungszentrums. Sein Institut gab das Gerät, kein einziges steht derzeit bundesweit zum Verkauf, jetzt frei. „Der Probendurchsatz für die Corona-Diagnostik ist derzeit höher als für Tuberkulose“, sagt Ehlers.

Wissenschaftsministerin Karin Prien (CDU): „Mit dem Forschungszentrum Borstel, dem auf Lungenerkrankungen spezialisierten Krankenhaus Großhansdorf und dem Universitätsklinikum mit seinen beiden Standorten sind wir in der Lungenheilkunde sehr gut aufgestellt.“ Sie freue sich über die unkomplizierte und schnelle Kooperation der Institute im Interesse der Patienten.

Dankbar für die Finanzierung des Geräts ist Prof. Ralf Junker, Ärztlicher Direktor des Diagnostikzentrums am UKSH: „Für die Verlangsamung der Ausbreitung kommt dem Nachweis des Virus eine entscheidende Rolle zu.“

( fif )

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