Coronakrise

Lebensmittelsektor: „Viele Stormarner arbeiten am Limit“

Kunden mit Mundschutz kaufen in einem Supermarkt ein.

Kunden mit Mundschutz kaufen in einem Supermarkt ein.

Foto: Helmut Fohringer / dpa

Nach Angaben der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten sind viele der 1600 Beschäftigten am Arbeitsplatz überlastet.

Ahrensburg. Rund 1600 Menschen arbeiten im Kreis Stormarn in der Lebensmittelindustrie – und sind nach Angaben der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) wegen der Coronakrise am Limit. „Überstunden und Extra-Schichten sind in der Lebensmittelindustrie schon seit Wochen an der Tagesordnung“, sagt Silke Kettner, Geschäftsführerin für die Region Hamburg-Elmshorn. Die Mitarbeiter leisteten einen entscheidenden Beitrag dafür, dass Essen und Trinken in der Coronapandemie nicht knapp würden.

Warnung vor Gesundheitsbeeinträchtigungen der Beschäftigten

„Corona darf aber nicht dafür herhalten, die Höchstgrenzen bei der Arbeitszeit auszuhebeln“, sagt Kettner. Sie kritisiert das Vorgehen der Supermarktketten, die von den Herstellern forderten, in der Krise noch schneller und noch mehr zu produzieren. Zugleich wollten sie die Preise drücken.

Silke Kettner warnt davor, dass letztlich die Gesundheit der Beschäftigten unter der Situation leide. Sie sagt: „Wer eine Zwölf-Stunden-Schicht in der Backwarenindustrie hinter sich hat, bei dem steigt die Unfallgefahr.“ Die NGG rät Beschäftigten, die unter Überlastung leiden, sich an die Gewerkschaft oder den Betriebsrat zu wenden.

( jjd )

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