Coronavirus

Nachfrage nach Kurzarbeit ist in Stormarn groß

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Antragsformulare der Bundesagentur für Arbeit liegen vor einer wegen der Coronakrise geschlossenen Zentrale.

Antragsformulare der Bundesagentur für Arbeit liegen vor einer wegen der Coronakrise geschlossenen Zentrale.

Foto: Caroline Seidel / dpa

Immer mehr Unternehmen im Kreis beantragen aufgrund der Coronakrise eine geringere Arbeitszeit für ihre Beschäftigten.

Bad Oldesloe.  Wegen der Coronakrise beantragen immer mehr Stormarner Unternehmen Kurzarbeit für ihre Beschäftigten. „Die einzige Größe, die wir momentan haben, ist die Zahl der Anzeigen, die bei uns eingehen. Aktuell gehen wir von 1559 aus den Kreisen Stormarn und Herzogtum Lauenburg aus“, sagt Heike Grote-Seifert, Chefin der Agentur für Arbeit Bad Oldesloe.

In der Finanzkrise 2009 setzten 180 Stormarner Unternehmen auf Kurzarbeit

Die Zahl sei derzeit nur ein erster Anhaltspunkt. „Aufgrund der momentanen starken Arbeitsbelastung bilden sich derzeit noch nicht alle Anzeigen in unserem System ab.“ Zudem könne es zu Doppelerfassungen kommen, weil ein Unternehmen mehrere Kanäle wie Mail, Telefon oder online genutzt habe.

„Es ist aber gut, wenn viele Unternehmen jetzt das Mittel der Kurzarbeit nutzen, um Arbeitslosigkeit zu vermeiden und die Beschäftigten zu halten“, sagt die Agenturchefin. In der Hochzeit der Finanzkrise 2009 hatten 180 Stormarner Unternehmen auf Kurzarbeit gesetzt. Bis zu 4800 Menschen waren davon betroffen. „Es ist zu erwarten, dass die Zahl der Kurzarbeiter in der Spitze sehr viel höher ausfallen wird als damals“, so Grote-Seifert. Sie verspricht: „Wir tun alles dafür, Anzeigen und Anträge auf Kurzarbeitergeld schnell und unbürokratisch aufzunehmen und abzuarbeiten.“

Neu- und Wiedereinstellungen bleiben wohl auch in Stormarn vorerst aus

Die Daten für den Arbeitsmarkt im März wurden bereits am zwölften Tag des Monats erhoben – bevor die wirtschaftlichen Aktivitäten stark eingeschränkt wurden. Zu diesem Zeitpunkt waren 4136 Personen in Stormarn arbeitslos und damit 180 weniger als im Vormonat. Die Arbeitslosenquote sank um 0,1 Prozentpunkt auf 3,2 Prozent. „Ich gehe nicht davon aus, dass sich der Trend fortsetzt. Angesichts der in weiten Teilen ruhenden Wirtschaft bleiben Neu- und Wiedereinstellungen vorerst aus“, sagt Grote-Seifert.

( suk )

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