Stormarn
Aktuelle Lage

79 Stormarner mit Corona infiziert – Abi doch mit Prüfung

Ein Medizinerin schaut auf einen Corona-Test im Labor (Symbolfoto).

Ein Medizinerin schaut auf einen Corona-Test im Labor (Symbolfoto).

Foto: Hans Klaus Techt / dpa

Bildungsministerin zieht Vorschlag zurück. Bürgermeister appelliert an Vernunft der Ahrensburger. Warnung vor Betrügern.

Ahrensburg/Reinbek. Mit einem offenen Brief haben Bürgermeister Michael Sarach und Bürgervorsteher Roland Wilde (CDU) an die Ahrensburger appelliert, den öffentlichen Anordnungen wegen der Corona-Krise Folge zu leisten: „Wir alle sind aufgefordert, unsere Beiträge zu leisten, die Ausbreitung des Coronavirus so weit wie möglich einzudämmen.“ Täglich erreichten die Stadtverwaltung neue Anordnungen des Landes und des Kreises.

Sechs Patienten befinden sich in stationärer Behandlung

So hat Letzterer am Mittwoch beschlossen, die Vorschriften zu den erweiterten Ladenöffnungszeiten für bestimmte Geschäfte zu ergänzen. Demnach dürfen Apotheken und Tankstellen nun auch an Sonn- und Feiertagen ganztägig geöffnet haben – und damit an Karfreitag, Ostersonntag und Ostermontag.

Unterdessen ist die Zahl der Covid-19-Infizierten in Stormarn auf 79 gestiegen. Sechs befinden sich nach Angaben der Kreisverwaltung in stationärer Behandlung, der Rest in häuslicher Quarantäne. „Eine Person konnte als genesen aus der Quarantäne entlassen werden“, sagt Kreissprecher Michael Drenckhahn.

Vorschlag, Prüfungen abzusagen, sorgte für Unmut

Im St. Adolf-Stift in Reinbek werden derzeit vier Covid-19-Patienten auf der Isolierstation behandelt. Sechs weitere Personen, die dort untergebracht sind, gelten als Verdachtsfälle. Bei ihnen steht das Testergebnis noch aus. „Die gute Nachricht: Seit Sonnabend, als wir drei Aufnahmen an einem Kalendertag hatten, ist bei uns kein weiterer Patient eingeliefert worden, der positiv bestätigt wurde“, sagt Andrea Schulz-Colberg, Sprecherin des Krankenhauses. „Alle Patienten sind soweit stabil und keiner muss beatmet werden.“

Währenddessen haben sich die Kultusminister der Länder am Mittwoch darauf geeinigt, dass die Schulabschlussprüfungen trotz Coronakrise vorgenommen werden. Der Vorschlag von Schleswig-Holsteins Bildungsministerin Karin Prien (CDU), die Prüfungen generell abzusagen, sorgte zum Teil für Unmut. Sie zog ihn zurück. In dem nun getroffenen Beschluss heißt es: „Die Prüfungen, insbesondere die schriftlichen Abiturprüfungen, finden zum geplanten beziehungsweise zu einem Nachholtermin bis Ende des Schuljahres statt, soweit dies aus Infektionsschutzgründen zulässig ist.“

Weißer Ring möchte Opfern von Gewalt weiterhin beistehen

Die Polizeidirektion Ratzeburg, zu der die Kreise Stormarn und Herzogtum Lauenburg gehören, hat am Dienstag und Mittwoch sieben weitere Anzeigen nach dem Infektionsschutzgesetz registriert, davon drei in Stormarn. „Sie stammen alle aus Bad Oldesloe und drehen sich um Verstöße gegen die aktuellen Regelungen“, sagt Polizeisprecherin Susanne Diesing. Genauere Angaben zum Inhalt will sie auf Abendblatt-Anfrage nicht machen. Am Wochenende gingen bei der Polizei bereits neun Anzeigen ein, die meisten davon wegen zwei Corona-Partys in Bargteheide.

Der Weiße Ring in Stormarn möchte Opfern von Gewalt auch in der aktuellen Situation beistehen. „Kriminalität ruht nicht“, sagt Leiterin Rita Funke. Sie warnt: Betrüger entwickelten Wege, persönliche Hoffnungen und Notlagen auszuspionieren, um daraus Gewinn zu schlagen. Funke verweist in diesem Zusammenhang auf falsche Polizisten und „verführerische Hilfsangebote“ an der Haustür sowie gefälschte Angebote im Internet. „Auch das unausweichliche Zusammenleben in Familien- und Wohngemeinschaften kann leicht zur Überforderung werden“, sagt Funke. Die Mitarbeiter des Weißen Ringes müssten derzeit zwar von persönlichen Besuchen absehen, seien aber unter der kostenlosen Rufnummer 11 60 06 und per E-Mail an wr-stormarn-rf@gmx.de erreichbar.