Stormarn
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68 Corona-Fälle in Stormarn – zwei Patienten sind geheilt

Eine Ärztin hält Covid-19-Proben in den Händen (Symbolfoto).

Eine Ärztin hält Covid-19-Proben in den Händen (Symbolfoto).

Foto: Sven Hoppe / dpa

Landesregierung erlässt neue Verhaltensregeln für Aufenthalt im Freien. Asklepios-Kliniken stellen selbst Desinfektionsmittel her.

Bad Oldesloe/Reinbek. Während die Landesregierung in Kiel zur Eindämmung der Corona-Pandemie weitere Einschränkungen des öffentlichen Lebens beschlossen hat, die am heutigen Mittwoch in Kraft treten, ist die Zahl der Covid-19-Infizierten im Kreis Stormarn auf 68 gestiegen. Allerdings befinden sich nur vier davon in stationärer Behandlung, alle anderen in häuslicher Quarantäne.

Kommunale Sitzungen seien bis auf Weiteres verzichtbar

„Bislang haben sich die Menschen in Schleswig-Holstein vorbildlich verhalten. Ich hoffe und bin zuversichtlich, dass auch die verschärften Regeln konsequent umgesetzt werden,“ sagt Ministerpräsident Daniel Günther (CDU). Fortan ist der Aufenthalt im öffentlichen Raum nur noch allein gestattet, mit einer weiteren, nicht im Haushalt lebenden Person, oder im Kreis von Angehörigen des eigenen Hausstands. Es gilt nach wie vor ein Mindestabstand von mindestens 1,5 Meter. Wege zur Arbeit, zur Notbetreuung, zu Einkäufen und Arztbesuchen, zur Teilnahme an Sitzungen und Prüfungen, zur Hilfe für andere, zu sportlicher Bewegung und Spaziergängen bleiben weiterhin möglich.

Unterdessen hat Innenminister Hans-Joachim Grote (CDU) ausdrücklich empfohlen, in der gegenwärtigen Situation auf nicht zwingend erforderliche kommunale Sitzungen bis auf Weiteres zu verzichten. Davon ausgenommen seien Sitzungen, „in denen eine zeitnahe Befassung und Entscheidung durch die Vertretung zwingend notwendig ist“.

Vier Covid-Patienten befinden sich auf Reinbeks Isolierstation

Zu schließen sind nun auch alle Betriebe im Bereich der Körperpflege, wie etwa Friseursalons und Kosmetikstudios, außer medizinische Anwendungen. Fortgesetzt tätig sein dürfen Handwerker, Dienstleister und Werkstätten, die in einer Positivliste aufgeführt sind.

Die medizinischen Betreuung von Corona-Infizierten konzentriert sich aktuell auf das Krankenhaus St. Adolf-Stift in Reinbek. „Momentan befinden sich auf unserer Isolierstation elf Patienten. Davon sind vier positiv auf Covid getestet, weitere sieben gelten als Verdachtsfälle, bei denen der Test noch aussteht“, sagt Sprecherin Andrea Schulz-Colberg. Zwei Covid-Patienten, konnten inzwischen nach Hause entlassen werden.

Unter den neun Intensivpatienten des Krankenhauses gibt es momentan keinen mit dem Coronavirus infizierten. „Aktuell verfügt die Intensivstation über zwölf Betten. Zwei davon halten wir für Covid-Fälle frei, mussten bislang aber noch keinen einzigen hierher verlegen“, so Schulz-Colberg. Die sechs bisher stationär behandelten Patienten seien so stabil gewesen, dass sie alle auf der Isolierstation behandelt werden konnten.

Asklepios hat 500 weitere Beatmungsgeräte geordert

In der Asklepios Klinik Bad Oldesloe hat es bisher nur einen Corona-Patienten gegeben, der allerdings am vergangenen Wochenende wieder entlassen werden konnte. „Aktuell haben keinen an Corona erkrankten Patienten in unserem Haus“, sagt Geschäftsführerin Sigrun Senska. Ansonsten verlaufe der Krankenhausbetrieb reibungslos. „Wir sind momentan auch noch auskömmlich mit Schutzmaterial versorgt“, so Senska. Der Einkauf ordere unterdessen kontinuierlich weiteres Material, um mögliche Engpässe zu vermeiden.

„Allerdings sind derzeit einige Bestellungen offen, weil die Nachfrage generell sehr hoch ist“, sagt Asklepios-Sprecher Matthias Eberenz. Deshalb seien alle Krankenhäuser des Verbundes zu einem ressourcenschonenden Umgang mit den notwendigen Schutzausrüstungen aufgefordert. „So testen wir derzeit in Kooperation mit mehreren Unikliniken mehreren Häusern Möglichkeiten, Masken und andere Schutzkleidung in unseren Sterilisationseinrichtungen wieder aufzubereiten“, berichtet Eberenz. Zudem habe Asklepios gerade 500 Beatmungsgeräte gekauft und stelle selbst Desinfektionsmittel her.

Die LungenClinic Grosshansdorf ist derzeit nicht im Pandemie-Plan des Landes als erstversorgendes Haus für Corona-Infizierte vorgesehen. „Sollte sich die Situation allerdings verändern und die Kapazitäten in Reinbek und Bad Oldesloe erschöpft sein, wären wir sofort in der Lage, Patienten zu übernehmen“, sagt Sprecherin Marie-Therese Kron. Aktuell gebe es 16 Intensivbetten mit Beatmungsgeräten. Die LungenClinic wäre indes darauf vorbereitet, weitere Isolierbetten zur Verfügung zu stellen.