Stormarn
Kommentar

Corona-Partys: Verhalten der Jugendlichen ist ignorant

Lutz Kastendieck ist Autor bei der Abendblatt-Regionalausgabe Stormarn.

Lutz Kastendieck ist Autor bei der Abendblatt-Regionalausgabe Stormarn.

Foto: Ralph-Andre Klingel-Domdey

Einige junge Menschen in Stormarn halten trotz Krise größere Zusammenkünfte ab. Das ist äußerst egoistisch, meint der Autor.

Nein, Corona-Partys sind nicht cool und Mahnungen, größere Zusammenkünfte zu vermeiden, keine Panikmache. Es ist unfassbar ignorant und egoistisch, wie sich vornehmlich Teens und Twens noch immer verhalten, auch zwischen Reinfeld und Reinbek. Weil die Weltsicht offenbar reduziert ist auf das schmale Display der Smartphones. Auf denen zwar endlos Netflix-Serien, YouTube-Videos und Instagram-Influencer geschaut werden, aber anscheinend keine seriösen aktuellen Nachrichten.

Auch jüngere Menschen liegen wegen Corona im Krankenhaus

Der Drang, sich auszuleben, muss in diesen Zeiten Grenzen haben. Zumal längst nicht mehr nur ältere Menschen der Risikogruppen auf den Corona-Stationen der Krankenhäuser liegen, sondern zunehmend auch deutlich jüngere.

Deshalb sollten all die Unbelehrbaren da draußen verpflichtet werden, sich die Sondersendungen der Fernsehsender zur Corona-Krise anzuschauen. Insbesondere die Berichte aus Italien. Wo Ärzten wegen fehlender Notfallkapazitäten dramatische Entscheidungen abverlangt werden. Darüber, welche ihrer Patienten sie retten können, und welche sie sterben lassen müssen.

Sozialkontakte müssen auf ein Minimum reduziert werden

Innerhalb von nur einer Woche hat sich die Zahl der Infizierten bundesweit von 9360 auf rund 27.600 fast verdreifacht. Auch im Kreis Stormarn werden täglich mehr Fälle gemeldet. Muss wirklich erst ein Mensch aus dem unmittelbaren Umfeld sterben, um zur Vernunft zu kommen? Ob hier italienische Verhältnisse abgewendet werden können, ist längst nicht gewiss. Doch die Chance erhöht sich, je mehr Menschen bereit sind, ihre Sozialkontakte in diesen Zeiten auf ein Minimum zu reduzieren.