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Der Kreis Stormarn zieht mehr Touristen an

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Lutz Kastendieck
Stormarns Tourismusmanagerin Rabea Stahl (l.) und ihre Mitarbeiterin Emily Meehan auf der Fahrradmesse Braunschweig.

Stormarns Tourismusmanagerin Rabea Stahl (l.) und ihre Mitarbeiterin Emily Meehan auf der Fahrradmesse Braunschweig.

Foto: Tourismusmanagement Stormarn

Nicht nur Übernachtungszahlen sind deutlich gestiegen, auch die Abozahlen von eigenen Channels auf verschiedenen Internetplattformen.

Bad Oldesloe.  „Lange war Stormarn ein weißer Fleck auf der Tourismus-Landkarte Deutschlands. Das ist längst Vergangenheit. Inzwischen können wir wirtschaftlich auch mit diesem Pfund wuchern“, frohlockte Kreispräsident Hans-Werner Harmuth (CDU) bei der jüngsten Sitzung des Planungs- und Bauausschusses. Anlass dazu lieferte ihm unter anderem die deutliche Zunahme der Übernachtungszahlen im Vorjahr. Dort wies die Bilanz mit insgesamt 414.415 Buchungen ein Plus von 4,4 Prozent im Vergleich zu 2018 aus.

„Damit liegt Stormarn über dem Landesschnitt. Der positive Trend hält an“, konstatiert Günter Schmidt, Geschäftsführer der Herzogtum Lauenburg Marketing und Service GmbH (HLMS), die ein enger Kooperationspartner des Tourismusmanagements Stormarn ist. Trotz des nachhaltigen Wachstums in diesem Segment komme es in den Haupturlaubszeiten aber immer wieder zu Kapazitätsengpässen bei der Unterbringung von Gästen.

Verstärkte Online-Präsenzin den sozialen Netzwerken

Allerdings sind in der Statistik lediglich Übernachtungen in Herbergen mit zehn und mehr Betten berücksichtigt. „Quartiere wie kleine Pensionen, Ferienwohnungen und andere Privatquartiere spiegeln sich in diesen Zahlen nicht wider“, sagt Stormarns Tourismusmanagerin Rabea Stahl. Dennoch seien die Steigerungsraten auch so beträchtlich. 2012 waren gerade 176.117 Gäste und 341.827 Übernachtungen gezählt worden. Die meisten Übernachtungen 2019 verzeichneten die Städte Ahrensburg, Bad Oldesloe und Reinbek mit 74.745, 59.683 und 51.159 Buchungen. Für die Schlossstadt Reinbek bedeutete das einen erheblichen Zuwachs um 42,4 Prozent, während die Kreisstadt ein Minus von 14,1 Prozent hinnehmen musste.

Rabea Stahl führt die positive Entwicklung vor allem auf verstärkte Werbe- und Marketing-Initiativen des Tourismusmanagements zurück. Dazu zähle unter anderem die Präsenz auf diversen Messen und Großveranstaltungen. So war der Kreis in Zusammenarbeit mit dem Herzogtum Lauenburg auf der Reisemesse in Hamburg, den Radmessen in Braunschweig und Kiel, auf dem Hamburger Hafengeburtstag und dem Tag der Deutschen Einheit in Kiel mit Ständen vertreten.

Mit neun Radtouren auf Outdoor-Plattform präsent

Ein weiterer Schwerpunkt lag in einer Ausweitung der Online-Aktivitäten. 2018 war bereits die eigene Homepage www.tourismus-stormarn.de komplett überarbeitet und ein eigener Facebook-Auftritt gestartet worden. Der hat inzwischen 15.000 User erreicht, von denen 675 sogar Abonnenten sind. Im April des Vorjahrs folgte eine Offensive im sozialen Netzwerk Instagram. „Aktuell verzeichnet unser Channel bereits 650 Abonnenten und eine Interaktivitätsrate von 14 Prozent. Das kann sich schon sehen lassen“, sagt Stahl.

Ausgezahlt hat sich ihrer Ansicht nach auch die Präsenz in der Bloggerszene. So weilten Mitte Mai Kathrin und Kristin Haase von www.travelinspired.de, einem Reiseblog für Natur- und Tierfreunde, in Stormarn. Sie beschrieben eine Wanderung durch Bad Oldesloe und das Brenner Moor, einen Besuch bei den Wasserbüffeln und eine Kanutour auf der Trave von Nütschau in die Kreisstadt. Bloggerin Tanja Klindworth von www.spaness.de schilderte ein Waldbaden in der Hahnheide, eine Übernachtung am Großensee und eine Ruderpartie auf dem Lütjensee.

2019 startete Stahl zusammen mit einer Kollegin einen stormarnblog

Vertreten ist Stormarn inzwischen auch auf outdooractive.com, Europas größter Plattform für sportliche Unternehmungen in der Natur. Sie empfiehlt über eine App Touren für Wanderer, Radfahrer, Mountainbiker, Bergsteiger und Skifahrer. „Hier haben wir bislang neun Radtouren und Informationen zu 42 Stormarner Sehenswürdigkeiten verankert“, berichtet Rabea Stahl.

Mitte Juni 2019 haben Stahl und ihre Kollegin Emily Meehan sogar einen eigenen stormarnblog gestartet. „Da wir durch unsere Tätigkeit ohnehin oft im Kreis unterwegs sind, bot es sich an, mit authentischen Erlebnisberichten Lust auf Entdeckungstouren durch Stormarn zu machen“, erklärt Stahl. Um den Blog mit Leben zu füllen, wird eine Kommentarfunktion angeboten und User sind eingeladen, Gastbeiträge zu verfassen. Für den Ausschussvorsitzenden Wolfgang Gerstand (CDU) haben sich die Investitionen des Kreises ins Tourismusmanagement „100-prozentig“ gelohnt“.

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