Stormarn
Krebserregender Stoff

Reinbeker Krippe zieht nach Benzol-Alarm zurück

Kitaleiterin Marina Kühl (l.) und Manuela Graap, Erzieherin der Krippengruppe, mussten mit den Kindern vorübergehend ins Gemeindehaus umziehen.

Kitaleiterin Marina Kühl (l.) und Manuela Graap, Erzieherin der Krippengruppe, mussten mit den Kindern vorübergehend ins Gemeindehaus umziehen.

Foto: Susanne Tamm

Krebserregende Stoffe waren im Kita-Gebäude gemessen worden und zwangen Kinder zum Umzug. Jetzt ist die Luft wieder rein.

Reinbek.  Das Gutachten umfasst 30 Seiten mit viel Zahlenwerk. Der Inhalt stimmt die Verantwortlichen der katholischen Kindertagesstätte Arche Noah im Niels-Stensen-Weg in Reinbek zufrieden. Sie hatten die Auswertung in Auftrag gegeben, nachdem die Betreuung einer Krippengruppe mit zehn Kindern wegen erhöhter Benzolwerte in der Raumluft Anfang Januar in das benachbarte Gemeindehaus verlegt werden musste.

„Jetzt ist die Schadstoffbelastung unbedenklich und nicht mehr gesundheitsgefährdend“, sagt Rudolf Zahn, Vorsitzender des Kirchenfördervereins. Seit dem heutigen Mittwoch kümmern sich die Erzieherinnen wieder in der alten Umgebung um die Jungen und Mädchen im Alter von ein bis drei Jahren.

Ursache waren benzinbetriebene Gartengeräte

Bei einer Raumluftmessung in der Einrichtung im Dezember waren die Missstände festgestellt worden. Ergebnisse gingen am letzten Tag vor den Weihnachtsferien in Form eines ersten Gutachtens ein. Daraufhin zog die Krippengruppe nach den Ferien um, denn Benzol gilt als giftig und krebserregend.

Die Ursache war schnell ausgemacht: Die Krippe grenzt an eine Garage, in der Gartengeräte gelagert waren, die mit Benzin betrieben werden – und dazwischen gab es auch eine Tür.

Gutachten kostet bis zu 15.000 Euro

Die Utensilien wurden sofort an anderer Stelle untergebracht und die Räume mit speziellen Mitteln gereinigt, danach zwei Wochen intensiv belüftet. Auch die Tür ist nicht mehr existent. Sie wurde zugemauert, dazu eine Schutzfolie in dem Bereich installiert.

Die Angelegenheit ist nicht billig. „Die genauen Kosten für die beiden Gutachten stehen noch nicht fest. Die Summe wird zwischen 10.000 und 15.000 Euro liegen“, sagt Rudolf Zahn.