Stormarn
Grosshansdorf

Theaterstück über das Leben von Heinz Erhardt

Szene mit Mark Schuschnig in der Rolle des Heinz Erhardt und Sara Mahle als Zeitungsreporter, der von dem Humoristen private Details über den Streit mit dessen Vermieter erfahren will. Der Vermieter verklagte Erhardt, weil er sich durch eine von diesem verfasste Glosse über einen Hauswirt beleidigt fühlte.

Szene mit Mark Schuschnig in der Rolle des Heinz Erhardt und Sara Mahle als Zeitungsreporter, der von dem Humoristen private Details über den Streit mit dessen Vermieter erfahren will. Der Vermieter verklagte Erhardt, weil er sich durch eine von diesem verfasste Glosse über einen Hauswirt beleidigt fühlte.

Foto: Isabel Huber

Theater aus dem Schwarzwald bringt in Großhansdorf am 21. Februar Werk und Geschichte des Komikers Heinz Erhardt auf die Bühne.

Grosshansdorf. „Ich war ein harmloser Langweiler, mit Hemmungen bis über die Hutschnur“, sagt Heinz Erhardt in seiner unvollendeten Autobiographie über sich selbst. Trotzdem lieben ihn die Menschen bis heute. Der schrullig-ironische Komiker, Schauspieler, Musiker und Dichter hätte in diesem Jahr seinen 111. Geburtstag gefeiert.

Grund genug, den ungekrönten König des deutschen Humors mit einer Hommage an sein Leben und Werk zu würdigen. Mit der Inszenierung „Noch ’n Gedicht“ kommt das „Regionentheater aus dem schwarzen Wald“ am Freitag, 21. Februar, in den Waldreitersaal nach Großhansdorf. „Das Reh springt hoch, das Reh springt weit. Warum auch nicht – es hat ja Zeit!“: Kurz und knapp – so geht Wortwitz à la Erhardt. Mit seinen Markenzeichen, der extradicken Hornbrille und dem schütteren Haar, flimmerte der Schelm der Nation ab 1957 in Erfolgsproduktionen wie „Der müde Theodor“ oder „Was ist denn bloß mit Willi los?“ über die Kinoleinwand.

Statt Abitur schrieb Erhardt lieber Gedichte über Lehrer

Weitaus weniger verbreitet ist Erhardts Lebensgeschichte, die 1909 in der lettischen Hauptstadt Riga begann. Die Angst vor dem Publikum, der reichliche Genuss von „Dodos“ (doppeltem Dornkaat), die himmelhochjauchzende Begegnung mit seiner späteren Frau Gilda in einem Aufzug und der ständige Schulwechsel (statt Abitur schrieb Erhardt lieber Gedichte über Lehrer) – diese Anekdoten haben ihren Weg in das Bühnenstück des Regionentheaters gefunden.

„Mit Sprüchen von Heinz Erhardt bin ich aufgewachsen“, sagt Gerti Kalisch vom Kulturring Großhansdorf. Der Vorstand des Kulturrings sei auf dem Inthega-Theatermarkt in Bielefeld auf die Theatertruppe aus dem Schwarzwald aufmerksam geworden. Kalisch habe vor allem die leichte und begeisterungsfähige Art der jungen Schauspieler gefallen. „Der Regisseur und Autor des Stückes, Andreas Jendrusch, lebt für das Theater. Ich bin schon sehr gespannt, wie er das Stück bei uns umsetzen wird.“

Anstatt einer bloßen Aneinanderreihung bekannter Bühnennummern hält Jendrusch die Lupe auch auf den Menschen Heinz Erhardt, seine Charaktereigenschaften und Gefühlswelten, Höhenflüge und Tiefen.

So geht es neben humorvollen Einlagen immer wieder um die bewegte Lebensgeschichte des deutschen Komikers, der die fünfziger und sechziger Jahre besonders geprägt hat und in einem Atemzug mit Meistern wie Erich Kästner, Christian Morgenstern, oder Wilhelm Busch genannt wird – als ein besonderer Mensch, dem durch seine trottelig-liebenswerte Art viele Lacher garantiert sind. Skurril aber herzenswarm. Gestern wie heute.