Gastronomie

Kochverband zeichnet Park Hotel in Ahrensburg aus

Thomas Friess und Johann Grassmugg (v.r.) vom Verband der Köche Deutschlands übergeben Azubi Fabian Knoblich, Christian Stockmann und Michael Bertz die Auszeichnung.

Thomas Friess und Johann Grassmugg (v.r.) vom Verband der Köche Deutschlands übergeben Azubi Fabian Knoblich, Christian Stockmann und Michael Bertz die Auszeichnung.

Foto: Pia Rabener

Der Betrieb am Schloss wird für eine qualifizierte Ausbildung geehrt. Ein junger Koch-Azubi erzählt, was ihn an dem Beruf begeistert.

Ahrensburg. „Wir bieten unseren Azubis eine Ausbildung, keine Ausbeutung“, sagt Christian Stockmann, Chefkoch im Ahrensburger Park Hotel. Diese Betriebsphilosophie wurde nun von Thomas Friess und Johann Grassmugg vom Verband der Köche Deutschlands mit dem Gütesiegel „Qualifizierter Ausbildungsbetrieb im Verband Köche Deutschland“ honoriert.

Fabian Knoblich, einer der fünf Azubis in der Hotelküche, profitiert von den hochwertigen Ausbildungsbedingungen. Der 22-Jährige ist bereits in seinem dritten Lehrjahr. Ende April steht ihm die schriftliche Abschlussprüfung bevor, Ende Mai soll dann die praktische folgen. Der Hoisdorfer will nach dem Abschluss seiner Ausbildung auch weiterhin im Park Hotel arbeiten, er sagt: „Ich bin mit meiner Wahl sehr zufrieden und hoffe darauf, übernommen zu werden. Das ist schon so gut wie sicher, es kommt jetzt darauf an, ob ich die Prüfung bestehe.“

Die Arbeitszeiten der Köche variieren

Mit viel Fingerspitzengefühl kreiert der angehende Koch auf einer Schieferplatte „Hirsch und Radicchio“, eine kalte Vorspeise, die mit Topinambur, Mandelcreme, Birne und Cassis serviert wird. Elf Euro lassen sich die Gäste den Gaumenschmaus kosten, den der Auszubildende spielerisch leicht portioniert. Chefkoch Christian Stockmann schaut ihm dabei über die Schulter und wirkt zufrieden. „Wir geben jedem Azubi die Zeit, mindestens ein halbes Jahr an jedem Posten in der Küche zu arbeiten“, erklärt der Küchenchef. Wichtig sei, den Auszubildenden das Wissen richtig zu vermitteln und ihnen nur so viel Verantwortung zu übertragen, wie ihnen zustehe, sie nicht alleine stehen zu lassen. „Fabian ist in der Lage, Verantwortung zu übernehmen. Aber er sollte trotzdem wissen, dass er mit Fragen immer zu mir kommen kann“, sagt Stockmann.

Fabian Knoblich absolvierte seinen Realschulabschluss an der Stormarner Berufsschule und machte in dieser Zeit auch ein einmonatiges Praktikum im Park Hotel in Ahrensburg. Im August 2017 begann er dann dort auch seine Ausbildung. Seine Arbeitszeiten variieren von 10 bis 19 Uhr, sonntags ab 8 Uhr, dafür früher Feierabend und bei Sonderveranstaltungen kann es natürlich auch mal später werden. „Man findet noch Zeit, um abends mal wegzugehen“, sagt der Azubi mit einem Lächeln. Am Wochenende findet der 22-Jährige trotzdem noch die Zeit, Fußball zu spielen. An Tagen, an denen keine besonderen Veranstaltungen auf dem Programm stehen, bereitet Knoblich Speisen für die kommenden Tage vor, kann sich dabei die Arbeit selbst einteilen.

Hotelmanager Bertz: „Wenn andere feiern, arbeiten wir“

Wenn im Frühjahr dieses Jahres seine zweiteilige Abschlussprüfung ansteht, geht es laut Chefkoch Stockmann für den 22-Jährigen nicht darum, „dass er die Prüfung besteht, sondern nur, wie gut er sie besteht“.

Das Park Hotel erfüllt alle Kriterien, die ein Vorzeige-Ausbildungsbetrieb besitzen sollte: Von Jugendarbeitsschutzgesetz über das Bezahlen nach Tarif und dem guten Verhältnis zu der Berufsschule, bis hin zur Teilnahme an Kochwettbewerben. Hotelmanager Michael Bertz weiß um den hohen Anspruch, der an die angehenden Köche gestellt wird: „Man muss sehr viel Zeit entbehren. Wenn andere feiern, arbeiten wir.“ Die Ausbildung sei ihm eine Herzensangelegenheit.

Thomas Friess, Vorsitzender des deutschen Köche-Verbundes, dankte Bertz, dass er seinen Küchenchefs den nötigen Freiraum biete, gut auszubilden. Friess: „Hier wird Ausbildung noch richtig gelebt.“