Stormarn
Konzert

Ethno-Jazz trifft in Bad Oldesloe auf arabische Verse

Das Quartett Masaa mit Trompeter Marcus Rust (v. l.), Schlagzeuger Demian Kappenstein, Gitarrist Reentko Dirks und Sänger Rabih Lahoud.

Das Quartett Masaa mit Trompeter Marcus Rust (v. l.), Schlagzeuger Demian Kappenstein, Gitarrist Reentko Dirks und Sänger Rabih Lahoud.

Foto: Masaa

Preisgekröntes Quartett Masaa bringt beim seinem Konzert in der Kreisstadt faszinierendes Crossover zu Gehör.

Bad Oldesloe. Masaa ist das arabische Wort für Abend und zugleich der Name einer außergewöhnlichen und mit vielen Preisen ausgezeichneten Band. Das Quartett stellt sein neues und viertes Album erstmals bei einem Release-Konzert am Freitag, 14. Februar (20 Uhr), im Kultur- und Bildungszentrum (KuB) Bad Oldesloe vor.

Die Musiker haben entweder Jazz oder Weltmusik studiert

Auf dem Album lässt sich ein Stilwechsel erkennen, der in einem Besetzungswechsel begründet ist. Bandgründer und Trompeter Marcus Rust sagt: „Vor etwa einem Jahr ist unser Pianist Clemens Christian Poetzsch ausgestiegen, um sich mehr auf seine Soloprojekte zu fokussieren.“ Ersatz fanden die drei verbliebenen Mitglieder in dem Gitarristen Reentko Dirks, der einem breiten Publikum als Musiker an der Seite Giora Feidmans oder Ben Beckers bekannt ist. Dirks konzertierte unter anderem in so berühmten Veranstaltungshäusern wie der Tchaikovsky Hall Moskau und der Carnegie Hall in New York.

Durch den Wechsel in der Instrumentierung von Piano zur Doppelhals-Gitarre entstand ein neuer Sound. Je nachdem, ob sie mit oder ohne Bünden gespielt wird, changiert dieser mühelos zwischen der hiesigen und der Viertelton-geprägten Harmonik. Mit seinem warmen und zugleich impulsiven Ausdruck, der von Klassik, Pop und Weltmusik geprägt ist, lädt Reentko seine Bandkollegen zu einem spannenden musikalischen Dialog ein. Die mitreißenden Stücke beeindrucken durch die Vielfältigkeit des Ausdrucks, Temperament und Emotionalität. Das ist keine Musik, die für Hintergrundberieselung geeignet ist – sondern eine, die die volle Aufmerksamkeit des Publikums verdient.

Reiseeindrücke fließen mit in die Musik ein

Mit seiner wandlungsfähigen Stimme nimmt Sänger Rabih Lahoud die Zuhörer gefangen, berührt sie bis hin zur Ergriffenheit. Der Musiker libanesischer Herkunft hat Komposition, Klavier, klassischen und Jazzgesang studiert Mit westlicher Musiktradition ist er ebenso vertraut wie mit der Musikkultur seiner arabischen Heimat. Seine Inspiration schöpft er unter anderem aus der Ambivalenz zwischen Orient und Okzident.

In seiner Musik verknüpft Masaa tief empfundene arabische Verse mit zeitgenössischem Jazz zu einem neuen Genre. „Wir treffen mit unserer Musik keine Sparte“, sagt der Trompeter. Sie lasse sich noch am ehesten als Ethno-Jazz bezeichnen. Als Weltmusik sowieso, die laut Rust „die Musik des 21. Jahrhunderts“ ist. Die Bandmitglieder lassen die Eindrücke, die sie auf ihren Reisen gesammelt haben, in die Stücke einfließen. Marcus Rust: „Jazz eignet sich zu diesem Crossover in besonderem Maße, weil er die meiste Offenheit gegenüber anderen Kulturen mitbringt.“

Konzert: Fr 14.2., 20.00, KuB, Beer-Yaacov-Weg 1, Karte im Vvk. 18,50/14,50 unter www. kub-badoldesloe.de, Stadtinfo im KuB, Bestellung: Tel. 04531/50 41 99, an der AK 20,50/16,50