Kultur

Alma-Hoppe-Gründer zeigt Kabarett in Ahrensburg

| Lesedauer: 3 Minuten
Elvira Nickmann
Ein Mann, viele Gesichter: In Ahrensburg demonstriert Jan-Peter Petersen, wie entlarvend und zugleich unterhaltsam politisches Kabarett sein kann.

Ein Mann, viele Gesichter: In Ahrensburg demonstriert Jan-Peter Petersen, wie entlarvend und zugleich unterhaltsam politisches Kabarett sein kann.

Foto: Jan-Peter Petersen

Jan-Peter Petersen macht am 7. Februar Station im Marstall Ahrensburg. Der Kabarettist präsentiert sein erstes Solo-Programm.

Ahrensburg. Manchmal erzählt Kabarettist Jan-Peter Petersen, Gründer des Hamburger Kabaretts Alma Hoppe, auf der Bühne Witze wie diesen: „Ein Banker, ein Flüchtling und ein Bürger aus der Mittelschicht sitzen zusammen an einem Tisch. Auf dem Tisch liegen 20 Kekse. Der Banker nimmt sich 19 dieser Kekse und sagt dann zum Bürger: ,Pass auf, der Flüchtling will sich deinen Keks klauen.‘“ Nach der Pointe kurze Stille, dann lacht das Publikum schallend.

Wer den Kabarettisten mit weiteren Szenen dieses Kalibers live auf der Bühne erleben will, hat am Freitag, 7. Februar (20 Uhr), im Marstall Ahrensburg dazu Gelegenheit. Dort präsentiert Petersen sein erstes Solo-Programm „Leben zwischen Fisch und Kopf“. Und hält noch eine Überraschung für das Publikum bereit: erste Kostproben seines neuen Programms „Germany’s Next Ex-Model“. Petersen verspricht: „Ich werde ein paar Sachen daraus spielen.“ Thematisch gehe es um „Auslaufmodelle, so wie ich das bin“, so der Kabarettist, der den Ahrensburger Zuschauern einen exklusiver Einblick bietet – denn die Premiere in Alma Hoppes Lustspielhaus in Hamburg ist erst am 21. Februar.

Vor Petersens Spott ist keiner sicher, nicht mal er selbst

Petersen, der vier Kinder im Alter von zehn bis 27 Jahren hat, widmet sich darin auch Zukunftsfragen wie beispielsweise dem Klimawandel. Was er von Greta Thunberg hält? „Greta macht sich gut als Galionsfigur. Ich finde wichtig, was sie angestoßen hat“, so Petersen. Und setzt hinzu: „Wir müssen als Babyboomer ein bisschen umdenken.“ In der Konsequenz bedeute das, sich dringend von einigen liebgewordenen Gewohnheiten zu verabschieden und einiges neu zu überdenken. Wer die Welt erhalten wolle, müsse sein Verhalten ändern.

Zuschauer müssen jedoch keine Angst haben, dass Petersen angesichts der ernsten Situation der Humor vergeht. Ganz im Gegenteil, stachelt ihn das vielmehr zu kabarettistischen Höhenflügen an. Mit viel Wortwitz und Komik, aber messerscharfen Analysen begleitet er die Zuschauer über das glatte Parkett politischer Unwägbarkeiten und Unfähigkeiten. Gekonnt angereichert mit tagesaktuellen Ereignissen und dem Irrsinn alltäglicher Szenen, die er entlarvend auf den Punkt bringt.

Dinge werden auf den Punkt gebracht – trocken, stilvoll und hanseatisch

In seinem Programm „Leben zwischen Fisch und Kopf“ gibt der Hamburger Jung so manches autobiografische Detail preis und beweist die Fähigkeit zur kritischen Selbstreflexion. Vor Petersens beißendem Spott und seiner scharfen Beobachtungsgabe ist keiner sicher – nicht einmal er selbst.

Auf der Bühne hat der Kabarettist viele Gesichter, greift bei seinen Analysen durchaus mal zu drastischen Formulierungen, die nicht immer leicht verdaulich sind. Sein Humor changiert von Ironie über Sarkasmus bis in tiefschwarze Ebenen mit schön schrägen Einschlägen. Seine Fangemeinde liebt ihn dafür, dass Petersen die Dinge auf den Punkt bringt, trocken, stilvoll, hanseatisch.

Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt's hier: Stormarn