Stormarn
Naturschutz

Was Landwirte bei der Knickpflege beachten müssen

Bei der Knickpflege kommt auch die Motorsäge zum Einsatz. FOTO: NABU/HEYDEMANN

Bei der Knickpflege kommt auch die Motorsäge zum Einsatz. FOTO: NABU/HEYDEMANN

Foto: NABU/Fritz Heydemann

Beim Zurückschneiden von Knicks ist nicht alles erlaubt. Wer vorgeschriebene Abstände missachtet, verstößt gegen das Naturschutzgesetz.

Ahrensburg.  Jedes Jahr empören sich viele Stormarner darüber, dass Knicks stark zurückgeschnitten oder abgeholzt werden, halten das für Baumfrevel. Am 29. Februar endet die Pflegesaison für die Wallhecken. Wer sie sachgerecht „auf-Stock-setzen will“, also die Gehölze handbreit über dem Boden abschneiden möchte, muss sich beeilen. Das Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR) hat ein Faltblatt mit aktuellen Pflegevorgaben herausgegeben. Landwirte, die sich nicht daran halten, verstoßen gegen das Naturschutzgesetz.

Das Beschneiden eines Knicks will gelernt sein. 19 Seiten umfasst der Knigge für den Schutz eines der wichtigsten Landschaftselemente in Schleswig-Holstein. Denn die Gehölze von Hasel bis Holunder bieten nicht nur zahlreichen Tier- und Pflanzenarten Lebensraum, sondern üben auch wichtige Schutzfunktionen für Klima und Boden aus. Bereits 2013 wurde der sogenannte Knickerlass auf den Weg gebracht, der unter anderem einen 50 Zentimeter breiten Schutzstreifen festschreibt, der nicht bewirtschaftet werden darf.

Vieles ist laut Bauernverband Stormarn Auslegungssache

Doch es gibt immer wieder Änderungen. Nicht mehr erlaubt ist der sogenannte Schrägschnitt. Wer die Zweige seitlich zurückschneiden will, muss mindestens einen Meter Abstand zum Knickwallfuß einhalten und dann senkrecht bis maximal vier Meter in die Höhe schneiden. Einzelstämme mit mindestens einem Meter Stammumfang müssen alle 40 bis 60 Meter stehenbleiben. Sie werden auch Überhälter genannt und dienen Greifvögeln als Sitzwarte und Höhlenbrütern als Brutbäume.

Nicht jede Regel sei eins zu eins umsetzbar, sagt Peter Koll, Geschäftsführer des Bauernverbandes Stormarn. Während Gehölze alle zehn bis 15 Jahren auf den Stock gesetzt werden könnten, sei der seitliche Schnitt – also das „Aufputzen“ – nur alle drei Jahre erlaubt. Für Landwirte eine ziemliche Einschränkung, da der Knick durch den jährlichen Zuwachs immer breiter werde. „Vieles ist zudem Auslegungssache“, sagt Koll. „Wenn ein kranker Baum abgesägt wird, raten wir dazu, den letzten Meter als Beweis liegen zu lassen. Der Knickschutz ist nicht so einfach, wie es zunächst scheint.“

Einige Knicks sind schon sachgerecht auf den Stock gesetzt worden

Neben Totholz im Knick sieht Henning Möller, Landwirt aus Jersbek, das Problem bei den Unkräutern. Quecke oder Ackerfuchsschwanz könnten sich ungestört auf dem Schutzstreifen ausbreiten und in letzter Konsequenz auch die Hauptfrucht angreifen. Einige Knicks seien in dieser Wintersaison schon sachgerecht auf den Stock gesetzt worden, sagt LLUR-Mitarbeiter Martin Schmidt. Dabei habe sich die Qualität des Maschineneinsatzes gegenüber früheren Jahren verbessert, wodurch die Gefahr von Pilzbefall verringert worden sei und die Pflanzen besser ausschlagen könnten.

Am 1. März beginnt nun die Schutzfrist für Tiere und Pflanzen. Laut Schmidt werde wegen des milden Winters weder der Safttrieb in den Gehölzen noch der Bruttrieb der Vögel auf sich warten lassen. Mehr über die Pflege von Knicks in Schleswig-Holstein können Interessierte im Internet unter www.schleswig-holstein.de lesen. Der kostenlose Flyer, der zwei Seiten umfasst, ist über broschueren@llur.landsh.de oder der Telefonnummer 04347/704-230 zu beziehen.