Finanzierungsnot

Oldesloer Nachbarschaftstreff „SchanZe“ in Gefahr

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Noch haben der VCBO-Vorsitzende Bernd Neppeßen (l.) und „SchanZe“-Leiterin Kim Claussen (2. v. l.) viele Unterstützer für den Nachbarschaftstreff.

Noch haben der VCBO-Vorsitzende Bernd Neppeßen (l.) und „SchanZe“-Leiterin Kim Claussen (2. v. l.) viele Unterstützer für den Nachbarschaftstreff.

Foto: Finn Fischer

Stadt und Sparkassen-Stiftung finanzieren Projekt mit. Eine Dauerlösung ist das wohl nicht. Unterstützer gesucht

Bad Oldesloe.  Nur mit neuen finanziellen Unterstützern wird der Volleyball-Club Bad Oldesloe (VCBO) als Träger weiterhin den Nachbarschaftstreff „SchanZe“ am Schanzenbarg unterhalten können. Derzeit übernimmt die Stadt Bad Oldesloe die Miete, auch von der Sparkassen-Stiftung kommt eine Anschubfinanzierung. Doch eine Dauerlösung ist das nicht.

Das Projekt ist bundesweit aufgefallen

Wenn „SchanZe“ zum Nachbarschafts-Café einlädt, kommen regelmäßig über 30 Menschen in das kleine Gebäude am Fuße eines der Wohnhochhäuser, die das Viertel östlich des Oldesloer Bahnhofes prägen. Viele Sozialwohnungen und verhältnismäßig günstige Apartments gibt es in dem Bereich, der in der Vergangenheit oft als Problemviertel bezeichnet wurde. „Der Begriff hat uns schon Ärger eingebracht, denn so sehen sich die Menschen hier nicht“, sagt Kim Claussen, Leiterin des Stadtteiltreffs. Auch als sozial schwach wolle hier niemand bezeichnet werden.

Seit es den zentralen Treffpunkt mit vielen ehrenamtlich organisierten Angeboten gibt, kommen die Menschen aus ihren Wohnungen und der Anonymität. Es gibt wieder eine gelebte Nachbarschaftshilfe. In Kiel und auch bundesweit ist das Projekt aufgefallen. Es bietet den Menschen einen Weg aus der Vereinsamung. 2019 bekam „SchanZe“ den Deutschen Nachbarschaftspreis auf Landesebene verliehen.

Volleyball-Vorsitzender hofft auf eine dauerhafte Lösung

Bernd Neppeßen, Vorsitzender des Volleyball-Clubs, hofft ob dieser Auszeichnung auch auf eine finanzielle Hilfe durch das Land: „In diesem Jahr laufen die Förderungen aus. Wir müssen jetzt Ideen entwickeln, wie wir das Angebot auch in Zukunft finanzieren können.“ Er habe natürlich ein Interesse an einer dauerhaften Lösung, ohne dass sich sein Verein jährlich über neue Geldgeber Gedanken machen muss. „Wir wollen uns auf die Arbeit mit den Menschen konzentrieren“, sagt Neppeßen.

Nachdem 2018 die EU-Förderung ausgelaufen ist, sprang nach einem politischen Beschluss die Stadt Bad Oldesloe ein und hat bis 2020 die Miete für die ehemalige Edeka-Filiale übernommen. Die Sparkassen-Stiftung übernimmt einen Teil der anfallenden Personalkosten, der VCBO trägt den Rest. Insgesamt benötigt der Sportverein jährlich 75.000 Euro für das Projekt.

Bürgermeister hält Finanzierung durch Stadt für unwahrscheinlich

Bei einem Treffen im Nachbarschaftstreff zeigten sich sowohl Sparkasse als auch die Stadt offen für eine Verlängerung der finanziellen Unterstützung. Bürgermeister Jörg Lembke sagt: „Letztendlich muss das die Oldesloer Politik entscheiden, aber ich glaube, dass allen Entscheidungsträgern die Bedeutung der Einrichtung für das Viertel bewusst ist.“

Eine dauerhafte Finanzierung durch die Stadt halte er aber für unwahrscheinlich. Die ist auch von der Sparkasse nicht zu erwarten. Thomas Piehl, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Holstein, sagt: „Wir machen aus den Stiftungen heraus ungern dauerhafte Finanzierungen. Ich kann aber sagen, dass ein weiterer Betrag für 2021 durchaus im Bereich des Möglichen liegt.“ Wie es dann weitergehen wird, ist unklar. Weitere Informationen zum Projekt gibt es im Internet unter www.schanze-od.de.

( fif )

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