Ahrensburg

Eine Sterneköchin kommt zurück nach Hause

Julia Komp, Deutschlands jüngste Sterneköchin, macht Station im Park Hotel Ahrensburg.

Julia Komp, Deutschlands jüngste Sterneköchin, macht Station im Park Hotel Ahrensburg.

Foto: Andreas Laible / Andreas Laible / FUNKE Foto Services

Julia Komp reiste ein Jahr lang durch Asien und den Orient. Das Gourmet Festival führt sie nach Ahrensburg.

Ahrensburg.  Die Essenz einer einjährigen Weltreise in fünf Gängen: Dieses kulinarische Erlebnis serviert Spitzenköchin Julia Komp beim Schleswig-Holstein Gourmet Festival in Ahrensburg. Rund 30 Länder hat die Frau, die 2016 mit 27 Jahren zur jüngsten Sterneköchin Deutschlands wurde, in den vergangenen zwölf Monaten besucht.

Dabei schaute sie Straßenköchen über die Schulter, absolvierte Praktika in Gourmetrestaurants, begleitete Foodblogger zu deren Geheimtipps. „Ich wollte mehr über den traditionellen, klassischen Geschmack erfahren“, sagt Komp, die in ihren Kompositionen Asien und Orient mit französischer Klassik und deutscher Küche verbindet.

Sie ist die jüngste Deutsche, die den Michelin-Stern bekam

Im Park Hotel bringt sie Aromen von China über Indien und Marokko bis Brasilien auf den Tisch. Zwei Kollegen hat sie zur Vorbereitung der beiden Festival-Abende mit 140 Gästen mitgebracht. „Man kennt Küche, Leute und Abläufe nicht“, sagt die 30-Jährige. „Das ist immer eine große Anspannung.“ Um die Herausforderung zu meistern, hat Julia Komp von Ahrensburg bisher nicht mehr gesehen als Hotelzimmer und -küche. „Auch hinter einem kleinen Tropfen Soße steckt ein langer Weg“, sagt sie.

Ihr eigener kulinarischer Weg begann als kleines Mädchen in Uromas Küche. „Da saßen wir Kinder auf der Arbeitsplatte, rollten Frikadellen und halfen beim Salat.“ Glücklicherweise habe die Familie schon damals sehr modern gekocht. Neben den unvergessenen Butterbroten mit Quark, Tomatenscheiben und Schnittlauchherzen aus dem eigenen Kräutergarten und Hühnersuppe mit Reis kam auch arabisches Essen auf den Tisch.

Die beruflichen Weichen stellte ein Schülerpraktikum mit 14 Jahren in einem Tagungshotel. „Zunächst war ich im Service und auf der Etage, das war langweilig“, sagt Komp. Viel besser gefiel ihr der Trubel in der Küche: „Da war den ganzer Tag über immer viel los, das war cool.“ Bereits dort habe sie ein eigenes Kochmesser gehabt.

Nach weiteren Praktika folgte eine Lehre im Kölner Restaurant Zur Tant. „Die härtesten Jahre meines Lebens, aber es hat sich gelohnt“, sagt Komp heute. Außer im Urlaub habe sie kein freies Wochenende gehabt. Doch sie wusste genau, wohin sie wollte: „Vom ersten Tag der Ausbildung war klar, dass ich Sterneköchin werden möchte.“

Ihr Chef („Er war mega-streng“) meldete sie 2010 zur Kölner Stadtmeisterschaft an. Julia Komp gewann den Titel – obwohl sie im Unterschied zu ihren Mitstreitern erst im zweiten und nicht im dritten Lehrjahr war. Mit dem Erfolg wuchs auch ihr Ehrgeiz. „Wenn man einmal ganz oben steht, kann man nicht mehr aufhören.“

Vom Kochen her sind Indien und Korea besonders interessant gewesen

Sie kam in die Jugendnationalmannschaft, reiste zu Wettbewerben in Costa Rica, Russland, Dubai und der Schweiz, sammelte Gold-, Silber- und Bronzemedaillen. „Dadurch konnte ich auf der ganzen Welt Köche kennenlernen“, sagt sie, „dieser Zirkel hält bis heute.“ Sie selbst sei ein „sehr ruhiger“ Chef – auch in hektischen Situationen. Das Team stehe im Mittelpunkt. „Wenn alle zusammenarbeiten, ist die Stimmung gut, dann macht die Arbeit Spaß und geht wie von selbst voran“, sagt sie. Wenn es dagegen an einer Stelle nicht passe, funktioniere am Ende gar nichts.

Der Michelin-Stern habe ihr Leben komplett auf den Kopf gestellt. „Das war das erste Mal, dass ich ein paar Minuten sprachlos war“, sagt Julia Komp. Nach vier Jahren im Schloss Loersfeld sei es dann Zeit gewesen, zu neuen Ufern aufzubrechen. Sie wollte erleben, wie die asiatisch-orientalische Küche im Original schmeckt. Vom Kochen her seien Indien und Korea besonders interessant gewesen, bei Landschaft und Menschen die Philippinen.

„Jetzt reicht es aber auch, ständig mit dem Koffer unterwegs zu sein“, sagt Julia Komp. Im Kölner Zentrum hat sie eine Event-Location übernommen, nebenan ist ihr eigenes Restaurant mit Außenbistro im Bau. „Mit Blick auf Rhein und Dom“, schwärmt sie. Julia Komp klingt froh, die Aromen ihrer Weltreise bald zu Hause präsentieren zu können.

Die Gourmet-Gala

Freie Plätze gibt es noch für die Gourmet-Gala an diesem Sonnabend, 18. Januar. Um 18.45 Uhr beginnt ein Champagner-Empfang. Anschließend serviert Julia Komp ihr Fünf-Gänge-Menü. Dazu gibt es korrespondierende Weine, Mineralwasser, Digestif und eine Kaffeespezialität. Die Gala an diesem Sonntag ist ausgebucht.

Kurzfristige Anmeldungen für Sonnabend nimmt das Park Hotel Ahrensburg (Lübecker Straße 10a) entgegen: Telefon 04102/230-0, E-Mail info@parkhotel-ahrensburg.de. Der Inklusivpreis beträgt 150 Euro.