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Bildungsministerin: Brauchen mehr Lehrer für Inklusion

Bildungsministerin Karin Prien an der Friedrich-Junge-Schule im Gespräch mit (v.l.) Laura Kraschewski, Louis Reikat und Leonie Neumann.

Bildungsministerin Karin Prien an der Friedrich-Junge-Schule im Gespräch mit (v.l.) Laura Kraschewski, Louis Reikat und Leonie Neumann.

Foto: Mary-Nell Hertel

Bis Ende 2024 werden 500 Sonderpädagogen gebraucht. 140 Stellen sind bereits besetzt. Neue Weiterbildungsmöglichkeiten.

Grosshansdorf. Bei einem Besuch der Friedrich-Junge-Gemeinschaftsschule hat sich Schleswig-Holsteins Bildungsministerin Karin Prien kritisch zur vorschnellen Umsetzung des Inklusionsprogramms geäußert. „Es fehlen vor allem die personellen Ressourcen in Form von Sonder- und Sozialpädagogen, das ist ein großes Problem“, erklärte die Ministerin in Anwesenheit der Schulleitung, des Schulrats sowie der Schüler- und der Elternvertretung.

Die enorme zeitliche, physische und psychische Beanspruchung wurde von den Lehrkräften der Gemeinschaftsschule bestätigt. Neben stetigen Fortbildungen zum gezielten Medieneinsatz im Unterricht, stünden sie nun zusätzlich vor der Herausforderung, den Ansprüchen des seit 2009 bestehenden Inklusionsprogramms gerecht werden.

Es mangelt an Studienplätzen

„Alle haben von Anfang an mitgewirkt“, so Claudia Nagel-Johanssen, Stufenleiterin der Jahrgänge 5 bis 8. Sie lobte das große Engagement des gesamten Kollegiums und dessen stetes Bemühen, auch heterogene Lerngruppen individuell zu unterrichten. Doch sorgt sie sich ebenso wie Schulleiterin Sabina Cambeis um die psychische Gesundheit der Lehrkräfte. Diese Sorge teilte die Bildungsministerin ausdrücklich.

„Wir sind mitten in einem riesigen Aufholprozess“, so Prien. Bis Ende 2024 müssten 500 Sonderpädagogen an den Schulen Schleswig-Holsteins eingestellt werden. Zwar seien in den vergangenen zwei Jahren bereits 140 dieser Stellen besetzt worden. Doch stelle sich die Suche nach weiteren Fachkräften wegen des Mangels an Studienplätzen als Herausforderung dar. Hier müsse unbedingt nachgesteuert werden.

Europa-Universität erhöht Kapazitäten

So hat etwa die Europa-Universität Flensburg ihre Kapazitäten erhöht. Auch soll eine Weiterbildungsmöglichkeit für Pädagogen entwickelt werden, die sich im Gegensatz zu einem Studium nur auf drei Jahre beläuft. Außerdem soll den Lehrern zur Unterstützung im nächsten Schuljahr ein größeres Zeitbudget zur Verfügung gestellt werden. „Die Lage wird sich in den nächsten Jahren also entspannen“, versprach Prien. Überdies setze die Ministerin darauf, dass künftig eine engere Zusammenarbeit der Schulen mit Schulpsychologen, Sozialpädagogen sowie Schulbegleitern zu einer Entlastung der Lehrer beitrage.

Die Schulleiterin Cambeis bedankte sich in ihren Schlussworten für den Besuch der Ministerin. Sie sei zufrieden und fühle sich verstanden.