Stormarn
Veranstaltung

Städte messen sich im Schloss Reinbek in Poetry-Slam

Boxhandschuhe tragen Victoria Helene Bergemann (l.) und Elke Güldenstein nur fürs Foto. Poetry-Slam wird durch Wortgefechte entschieden.

Boxhandschuhe tragen Victoria Helene Bergemann (l.) und Elke Güldenstein nur fürs Foto. Poetry-Slam wird durch Wortgefechte entschieden.

Foto: Elvira Nickmann

Die Reihe „Sachsenwald-Slam“ feiert bald ihren Jahresauftakt. Zu Beginn treten Dichter aus Kiel und Hamburg gegeneinander an.

Reinbek. Neues Jahr, neue Ideen: So hat sich auch Victoria Helene Bergemann, gebürtige Reinbekerin und bekannte Poetry-Slammerin, ein besonderes Format für den Auftakt der von ihr initiierten Veranstaltungsreihe „Sachsenwald-Slam“ überlegt. Dabei herausgekommen ist ein sogenannter Städte-Battle, bei dem zwei Teams aus unterschiedlichen Orten am Dienstag, 28. Januar, in einem dichterischen Wettstreit antreten.

Kooperation zwischen Bergemann und Reinbek besteht seit 2017

Bei der Premiere verteidigen vier Kieler und vier Hamburger Poeten jeweils die Ehre ihrer Heimatstadt. Als echte Lokalpatrioten wollen die Teams in zwei Runden natürlich nicht nur die Publikumsjury von ihrem Können überzeugen, sondern auch den Sieg nach Hause tragen.

Worum es sich beim Preis handelt, verrät Bergemann noch nicht. Nur so viel: „Es wird in jedem Fall ein originelles Präsent sein.“ Die Gewinner vergangener Jahre überraschte sie beispielsweise mit Perlwein mit dem Konterfei von Luxuspromi Carmen Geiss und Proseccoflaschen, die mit nachdenklichen Sprüchen bedruckt waren.

Die seit 2017 bestehende Kooperation des Kulturzentrums Reinbek mit der engagierten Slammerin Bergemann beschert dem Publikum viermal im Jahr ein unterhaltsames literarisches Ereignis. Mal treten die Künstler im Schloss Reinbek auf, beim Special „Best of Sachsenwald-Slam“ im Sachsenwald-Forum.

Teilnehmer sind bundesweit bei Meisterschaften erfolgreich

Angefangen hat alles mit der Suche Bergemanns nach einem Ort für Poetry-Slam in Reinbek. Darüber sprach sie mit Kulturchefin Elke Güldenstein – mit Erfolg. Güldenstein erzählt: „Ich habe gleich gesagt, das ist eine fantastische Idee.“ Das Angebot habe perfekt zum neuen Konzept für das Haus gepasst. Denn bei der Veranstaltung „Jugend im Rathaus“ habe sie von Schülern erfahren, dass viele das Schloss nur vom Weihnachtsmarkt her kennen. Durch das neue Konzept sollen vermehrt Jugendliche und junge Erwachsene ins Haus geholt werden. „Es ist genau das, was wir wollen: Auch Jüngere sollen angesprochen werden und sich hier wohlfühlen.“

Dafür erweist sich Poetry-Slam mit seiner lebhaften Form und der großen Bandbreite als Zugpferd. Die Fangemeinde wächst beständig, laut Güldenstein sind viele Künstler tatsächlich so erfolgreich, dass sie Solokarrieren starten. Auch die Slammer, die beim Städte-Battle auftreten, stehen seit Jahren erfolgreich auf den Bühnen der Republik, haben Städte- und Ländermeisterschaften gewonnen.

„Die besten Slam-Poeten Norddeutschlands“

Den Vorschlag zum Städtebattle machte Bergemann Reinbeks Kulturchefin, als es um die Planung des neuen Jahresprogramms ging. Güldenstein sagt: „Wir haben gemeinsam überlegt, welche besondere Veranstaltung wir unter den vier Terminen anbieten wollen.“ Bisher war diese das „Best-of“, jetzt wollten beide etwas Neues wagen und das bisherige Special pausieren lassen.

Für Kiel sind Jesko Vorbeck, Michel Kühn, Mona Harry und Anneke Schwarck am Start. Harry und Kühn präsentieren in ihrer Heimatstadt alle zwei Monate „Die besten Slam-Poeten Norddeutschlands“ in einer eigenen Veranstaltung. Dort geben sich weitere Slammer die Klinke in die Hand, ein Beispiel, wie vernetzt die Szene ist. Diesen Umstand macht sich auch Victoria Helene Bergemann bei der Auswahl der Künstler zunutze. Bergemann: „Ich achte bei der Auswahl der Künstler und Themen auf eine gute Mischung.“

Jury aus dem Publikum vergibt die Punkte

Das Team Hamburg tritt mit Hannes Maaß, Danny Grimpe und Liefka Würdemann an, die unter anderem Gründungsmitglied der Hamburger Lesebühne Längs ist. Ein Überraschungsgast vervollständigt das Quartett.. Bergemann moderiert den Abend, der von dem Singer-Songwriter Fabian Ofield musikalisch begleitet wird.

„In der Vorrunde kommen die Poetry-Slammer einzeln auf die Bühne und sammeln Punkte für ihr Team“, sagt die Organisatorin. Nach der Pause darf jede Mannschaft selbst bestimmen, wen sie ins Finale schickt. „Fünf oder sechs Leute aus dem Publikum bilden die Jury, vergeben pro Auftritt zwischen einem und zehn Punkten“, sagt Bergemann.

Auch die Besucher seien bunt gemischt: Von Familien mit Kindern über Jugendliche, Pärchen bis zu einem älteren Stammpublikum fiebern alle mit. Wer jetzt noch lange überlegt, dabei zu sein, den überzeugt vielleicht dieses Versprechen Victoria Helene Bergemanns: „Das Publikum erwartet Spannung pur, Gänsehaut, ein Abend voller Frohsinn und Glückseligkeit.“

Städte-Battle: Di 28.1., 19.30, Schloss Reinbek, Schlossstraße 5, Karte 7,–, Vvk.: KulturKasse Stadtbibliothek, Hamburger Straße 8, online unter www.kultur-reinbek.de