Stormarn
Ausstellung

Künstlerin Miwa Ogasawara blickt ins All und die Seele

Künstlerin Miwa Ogasawara in ihrer Ausstellung im Ahrensburger Marstall.

Künstlerin Miwa Ogasawara in ihrer Ausstellung im Ahrensburger Marstall.

Foto: Finn Fischer

Im Ahrensburger Marstall: Die Malerin beschäftigt sich in "Picturing" mit den Themen und Fragen des menschlichen Lebensraums.

Ahrensburg.  Mit einer Werkschau der Künstlerin Miwa Ogasawara im Ahrensburger Marstall eröffnet die Sparkassen-Kulturstiftung Stormarn das Kunstjahr 2020. Alle Ausstellungen werden sich in diesem Jahr mit dem Thema „Wissen & Forschung“ befassen. „Es werden Ausstellungen gezeigt, die naturwissenschaftliche Fragestellungen in den Blick nehmen oder anverwandte Themen künstlerisch behandeln“, sagt Kuratorin Katharina Schlüter.

Passend zum neuen Jahresthema zeigt die Malerin Miwa Ogasawara ab Sonntag, 12. Januar, in der Marstall-Galerie einen Querschnitt ihrer Werke unter dem Titel „Picturing“. In ihren Arbeiten beschäftigt sich die Künstlerin mit den Themen und Fragen des menschlichen Lebensraums, nimmt die Betrachter aber auch mit in die Tiefen des Weltraums. Dabei schlägt sie eine Brücke zwischen Spiritualität und Wissenschaft.

Tod des Physikers Stephen Hawking liefert Anstoß für „Weltbild“

„Menschen fällt es auch heutzutage schwer, über Geist und Seele zu sprechen, Spiritualität, Empfindungen, Emotionen, das alles ist ein noch immer ein Tabuthema. Auch in der Kunst“, sagt Miwa Ogasawara, die 1973 in Kyoto, Japan, geboren wurde und mittlerweile in Hamburg lebt. Der Begriff „Menschlichkeit“ wird in ihren Bildern künstlerisch umkreist, hat für sie aber keine festgelegte Bedeutung.

Bemerkenswert ist, dass ihre aktuellen Bilder ohne die Darstellung von Personen auskommen. „In meiner Arbeit geht es vielmehr um die Wahrnehmung von Welt und Lebenswelten“, sagt Ogasawara. Dabei hat sie sich von eigenen Erlebnissen, Beobachtungen und aktuellen Ereignissen inspirieren lassen. Ein großer Einschnitt sei für sie der Tod des berühmten Physikers Stephen Hawking gewesen. Daraus entstanden die Bilder der Reihe „Weltbild“, große Ölgemälde, die Teleskopaufnahmen des Weltraums ähneln.

Autorin Kristine Bilkau liest bei Eröffnung aus ihren Texten

„Wenn ich Miwa Ogasawaras Reihe Weltbild ansehe, in die Weite des Universums blicke, das erfüllt ist von Sternen, schimmernd und unerreichbar, fühle ich mich an die unüberwindbare Isoliertheit erinnert, die jeder von uns in sich trägt“, schreibt die Schriftstellerin Kristine Bilkau. Ihre Texte sind indirekt Teil der Ausstellung und erscheinen in dem Begleitheft. Bilkau und Ogasawara lernten sich als Stipendiatinnen auf einer Tagung der Konrad-Adenauer-Stiftung am Comer See kennen und tauschen sich seitdem regelmäßig aus.

Nach einer Einführung durch Michael Ringelhahn, Vorstandsmitglied der Sparkasse Holstein, wird Kristine Bilkau bei der Eröffnung der Ausstellung aus ihren Texten lesen.