Kommentar

Den Stormarnern auch kleine Tonnen anbieten

Harald Klix
Abendblatt-Redakteur Harald Klix.

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Foto: Yasmina Klix

Dass Kunden wegen der Größe komplett auf die Wertstofftonne verzichten, kann nicht im Sinne des Umweltschutzes sein.

Die Wertstofftonne hat im Vergleich zu den gelben Säcken viele Vorteile. So können Bürger auch die sogenannten stoffgleichen Nichtverpackungen problemlos recyceln lassen. Eimer, Gießkannen, Kisten und Spielzeug aus Kunststoff landen im Behälter, aber auch Aluminiumschalen, Bestecke, Töpfe, Pfannen und Werkzeug aus Metall. Die Zeiten von bei Wind durch die Straßen wehenden oder von Krähen oder Katzen zerfetzten Plastikbeuteln sind ebenfalls passé.

Bei Bedarf sollte es es die 120-Liter-Tonne geben

Das begrüßen sicherlich auch alle Stormarner so, die ihren Abfall noch besser trennen und den Restmüll weiter reduzieren wollen. Was sie allerdings zu Recht nicht verstehen, ist, warum es im Unterschied zur grauen, blauen und braunen Tonne die gelbe ausschließlich in der XXL-Größe gibt. Dass Tausende Kunden deshalb komplett auf die Wertstofftonne (und Recycling) verzichten, kann weder im Sinne des Entsorgers noch des Umweltschutzes sein.

Wer gute Gründe für die kleinere 120-Liter-Tonne hat, sollte diese auch bekommen – zum Beispiel Single-Haushalte oder Mini-Grundstücke. Schwierige Vertragsverhandlungen mit dem Dualen System Deutschland (DSD), das sich im Übrigen selbst als „Vordenker der Kreislaufwirtschaft“ sieht, können nicht die unüberwindbare Hürde sein. Im Kreis Pinneberg hat das Entsorgungsunternehmen auf Proteste von Bürgern bereits reagiert: Dort werden bis zum Frühjahr auf nachvollziehbaren Antrag große gegen kleine Tonnen ausgetauscht. Dies ist bei maximal fünf Prozent der dort 80.000 Grundstückseigentümer erlaubt.

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