Drama auf der Autobahn

Drei Tote bei Unfall auf A1: Hamburger muss ins Gefängnis

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Elvira Nickmann
Völlig zertrümmert wurden die Fahrzeuge bei dem schrecklichen auf der Autobahn 1. Drei Menschen verloren bei dem Unglück im Januar 2018 ihr Leben.

Völlig zertrümmert wurden die Fahrzeuge bei dem schrecklichen auf der Autobahn 1. Drei Menschen verloren bei dem Unglück im Januar 2018 ihr Leben.

Foto: Florian Büh / dpa

Urteil gegen 26-jährigen Ashkan G. ist rechtskräftig. Angeklagter hatte zum Unfallzeitpunkt 1,7 Promille Alkohol im Blut.

Ahrensburg/Lübeck.  Das Urteil gegen den 26-jährigen Hamburger Ashkan G., der im Januar 2018 unter Alkoholeinfluss einen Unfall mit drei Toten auf der Autobahn 1 bei Lasbek verursacht hatte, ist rechtskräftig. Der Mann hat nun seinen Einspruch gegen das erstinstanzliche Urteil des Amtsgerichts Ahrensburg zurückgenommen, das ihn zu drei Jahren Haft wegen fahrlässiger Tötung verurteilt hatte.

Laut Lübecks Oberstaatsanwältin Ulla Hingst enthielt der Schriftsatz der Anwälte des Unfallfahrers keinen Hinweis darauf, aus welchem Grund die Rücknahme erfolgt ist. Ursprünglich hatte Ashkan G. gegen das Urteil des Amtsgerichts Berufung eingelegt. Der Fall sollte vor dem Landgericht im Januar neu aufgerollt werden.

Unfallopfer waren nach Konzertbesuch in Hamburg auf dem Heimweg

In der Verhandlung hatte der damals 25-Jährige gestanden, mit seinem Auto kurz hinter dem Kreuz Bargteheide mit hoher Geschwindigkeit einen Skoda gerammt zu haben. Dieser prallte gegen einen Baum am Fahrbahnrand, überschlug sich und wurde wieder auf die Fahrbahn zurückgeschleudert, wo er auf dem Dach liegenblieb. Die Insassen waren drei Männer im Alter von 28 bis 40 Jahren, die nach einem Konzertbesuch in Hamburg auf dem Rückweg nach Wismar waren. Alle Opfer starben noch an der Unfallstelle.

Laut Gutachten hatte der Angeklagte zum Unfallzeitpunkt 1,7 Promille Alkohol im Blut. Der Unfallfahrer ist derzeit nicht in Haft. Die Oberstaatsanwältin erläutert das Prozedere nach der Rücknahme der Berufung so: „Das Landgericht schickt die Akten an das Amtsgericht, das die Rechtskraft des Urteils bestätigen muss.“ Dabei handele es sich um eine reine Formalie. Danach erhalte der Verurteilte in den nächsten Wochen per Brief die Aufforderung zum Strafantritt.

Tritt Angeklagter Haft nicht an, gibt es einen Haftbefehl

Eine dreijährige Haftstrafe wird der junge Mann allerdings wohl kaum absitzen müssen. Ulla Hingst sagt: „Wenn er das erste Mal eine Gefängnisstrafe verbüßt, gibt es grundsätzlich die Möglichkeit, nach der Hälfte der Zeit einen Antrag auf vorzeitige Entlassung zu stellen. Der Rest wird zur Bewährung ausgesetzt.“ Selbst wenn es sich nicht um die erste Gefängnisstrafe handele, könne der Verurteilte nach Verbüßung von zwei Dritteln der Haftstrafe unter Auflagen vorzeitig entlassen werden.

Sollte Ashkan G. nicht zum Haftantritt erscheinen, wird laut Hingst ein Vollstreckungshaftbefehl ausgestellt. Doch davon geht Ursula Hingst derzeit nicht aus. Die Rücknahme des Einspruchs deute darauf hin, dass der junge Mann das Urteil akzeptiere.

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