Neue Zahlen

In Stormarn sind rund 4000 Menschen arbeitslos

Die Agentur für Arbeit wertet die Entwicklung im Vorjahr positiv.

Die Agentur für Arbeit wertet die Entwicklung im Vorjahr positiv.

Foto: Sonja Wurtscheid / dpa

Im Bereich der Geschäftsstelle Ahrensburg ist die Quote mit 2,6 am niedrigsten. Es folgen Reinbek (3,2) und Bad Oldesloe (3,4).

Bad Oldesloe.  Im Dezember ist die Arbeitslosenquote im Kreis Stormarn auf 3,1 Prozent gestiegen. Das sind 0,2 Punkte mehr als im Vorjahrsmonat und 0,1 Punkte mehr als im November 2019. Genau 4031 Menschen waren erwerbslos gemeldet – 215 mehr als ein Jahr zuvor.

Für Heike Grote-Seifert, Chefin der Agentur für Arbeit Bad Oldesloe, ist die Entwicklung nicht beunruhigend. „Eine Zunahme der Arbeitslosigkeit ist zum Jahresende saisonal üblich, weil Unternehmen weniger Neueinstellungen vornehmen“, sagt sie. „Hinzu kommt, dass mehr Beschäftigte aus den Außenberufen wie zum Beispiel aus dem Baubereich oder dem Garten- und Landschaftsbau sich arbeitslos melden.“ Die aktuelle Quote sei immer noch der zweitniedrigste Dezember-Wert seit Erhebung der Arbeitslosendaten auf Kreisebene 1997.

Im Jahresdurchschnitt ist die Erwerbslosigkeit gesunken

Das vergangene Jahr sei insgesamt positiv verlaufen. Im Jahresdurchschnitt waren im Kreis Stormarn rund 4000 Menschen auf Beschäftigungssuche – ein Rückgang um mehr als 100 im Vergleich zu 2018. Dadurch sank die Quote im Jahresdurchschnitt von 3,2 auf 3,1 Prozent. Das ist der niedrigste Wert seit 1997. „Die gesamtwirtschaftliche Eintrübung hat sich nicht auf den Arbeitsmarkt ausgewirkt“, sagt Grote-Seifert.

Das zeigt sich auch bei den offenen sozialversicherungspflichtigen Stellen. Die Zahl lag im Jahresdurchschnitt nahezu unverändert bei fast 2200. Für die Unternehmen werde es immer schwieriger, geeignete Mitarbeiter zu finden. „Für rund 70 Prozent der Stellen wird ausgebildetes Personal gesucht. Da jedoch nicht ausreichend Fachkräfte vorhanden sind, ist es für viele Betriebe eine Herausforderung, ihre Stellen zu besetzen“, so die Agenturchefin.

Agentur legt Augenmerk auf Qualifizierung An- und Ungelernter

Für ihre Behörde bedeutet dies, das Augenmerk weiterhin auf die Qualifizierung An- und Ungelernter zu legen. „Mit Aus- und Weiterbildungsangeboten wollen wir deren Chancen verbessern und damit die Unternehmen unterstützen“, so Grote-Seifert.

Die Geschäftsstelle Ahrensburg weist mit 2,6 Prozent (plus 0,1 Punkte zum Vorjahr) die niedrigste Arbeitslosenquote aus. Es folgen Reinbek mit 3,2 Prozent (plus 0,3) und Bad Oldesloe mit 3,4 (unverändert).

Metall- und Elektroindustrie erwartet Entlassungen

Weniger optimistisch als die Stormarner Agenturchefin ist die Metall- und Elektroindustrie in Norddeutschland. Sie erwartet eine erheblich schlechtere Entwicklung. Laut einer aktuellen Konjunkturumfrage der Arbeitgeberverbände Nordmetall und AGV Nord rechnet jedes fünfte Unternehmen mit Personalabbau. Hauptgründe seien eine geringe Auftragslage und schlechte Zukunftsaussichten.