Jahresausblick

Agenda 2020 für Ammersbek und Großhansdorf

Das sind Ammersbeks große Projekte.

Das sind Ammersbeks große Projekte.

Serie, Teil 6: Was kommt in diesem Jahr auf Sie zu? Was sind die großen Projekte vor Ihrer Haustür? Das Abendblatt gibt einen Überblick.

Ammersbek/Großhansdorf.  In Ammersbek (9900 Einwohner) ist der 17. Mai ein wichtiger Tag: An dem Sonntag wählen die Einwohner ihren Bürgermeister für 2021 bis 2026. Verwaltungschef Horst Ansén tritt für eine dritte Amtszeit an. SPD und FDP haben bereits Unterstützung zugesichert. Die Bewerbungsfrist für Gegenkandidaten endet am 23. März.

In Großhansdorf (9400 Einwohner) wurde Janhinnerk Voß, der seit 2002 Bürgermeister ist, bei der Wahl im September sogar von allen Parteien unterstützt. Mit 95,9 Prozent Ja-Stimmen geht er im Mai in seiner vierte Amtszeit. Diese größeren Projekte stehen in den Gemeinden auf der Agenda.


1. Entscheidung über Entwurf
für neue Grundschule Bünningstedt

Das Ergebnis einer europaweiten Ausschreibung zum Neubau der Grundschule Bünningstedt soll noch im Januar vorgelegt werden. Mit Politik und Schule will die Verwaltung eine Auswahl treffen und die Planung so voranbringen, dass 2021/22 gebaut werden kann. Die Kosten schätzt ein Architekturbüro auf 8,3 Millionen Euro. Das Land hat 2,1 Millionen Zuschuss zugesichert.


2. Baurecht fürs Gerätehaus der
Freiwilligen Feuerwehr Bünningstedt
Entwürfe für das neue Gerätehaus der Feuerwehr Bünningstedt präsentiert die Verwaltung zu Jahresbeginn. Das Grundstück an der Einmündung Dorfstraße/Franz-Kruse-Straße hat sie gekauft. Bis zum Sommer soll Baurecht geschaffen werden. Es zeichnet sich ab, dass mehr als die zunächst veranschlagten zwei Millionen Euro ausgegeben werden müssen. Das alte Feuerwehrhaus an der Dorfstraße wird nach dem Umzug abgerissen, um dort Wohnungen zu bauen.


3. Grundlegende Sanierung der
Straße Schäferdresch
In Treffen haben sich Verwaltung und Anwohner der einen Kilometer langen Straße Schäferdresch auf ein Programm für die Schlaglochpiste geeinigt. Die Anlieger, die etwa zwei Drittel zahlen müssen, sind in der finalen Abstimmung.


4. Gemeinde plant Kita mit fünf
Gruppen am Sportplatz Schäferdresch
Im Herbst soll der Bau einer Kita am Sportplatz Schäferdresch beginnen. Favorisierter Standort ist der Bolzplatz, alternativ wird die andere Seite am großen Fußballplatz geprüft. Parallel dazu entwickeln Architekten einen Entwurf.


5. Wohn- und Geschäftshaus am
U-Bahnhof Hoisbüttel ist genehmigt
Das Rathaus hat die Baugenehmigung erteilt. Ein Investor plant auf dem Eckgrundstück neben dem U-Bahnhof Hoisbüttel Läden im Erdgeschoss, Büros, Wohnungen und einen Gastro-Pavillon. Am Rand will die Gemeinde eine Bike-and-ride-Anlage errichten.


6. Seniorencampus wird mit
einem Kindergarten kombiniert
Die Specht-Gruppe aus Bremen möchte direkt an der Landesgrenze von Ammersbek zu Hamburg einen Seniorencampus mit Kindergarten bauen. Der Entwurf sieht ein dreigeschossiges Pflegeheim mit 100 Betten, bis zu 40 Apartments für ältere Menschen und eine Kita mit 70 Plätzen vor. Bis zu 15 Millionen Euro will das Unternehmen, das Nachwuchs in einer eigenen Pflegeschule ausbildet, investieren – und schnell loslegen. Die Bauzeit beträgt 18 Monate. Da die Zufahrt über Hamburger Gebiet (Bergstedter Chaussee) erfolgt, sind die dortigen Behörden eingebunden.


7. Zwei Krippengruppen ziehen in
ehemaligen Jugendtreff Hoisbüttel

Der Umbau des seit Jahren nicht mehr genutzten Jugendtreffs Hoisbüttel in eine Kinderkrippe ist beendet. Anfang Februar können dort zwei Gruppen mit jeweils zehn Plätzen für unter Dreijährige ihren Alltagsbetrieb aufnehmen.


8. Anwohner reden bei Sanierung
vom Volksdorfer Weg mit
Die überfällige Sanierung des Volksdorfer Wegs von der Einmündung Wulfsdorfer Weg auf einem etwa 600 Meter langen Abschnitt könnte für die Anwohner teuer werden. Da es nur wenige und sehr große Grundstücke an der Straße gibt, könnten im Einzelfall mehrere 10.000 Euro zusammenkommen. Ziel der Verwaltung ist es, sich auf einen gemeinsamen Entwurf zu einigen.


9. Digitales Rathaus erweitert
das Angebot der Verwaltung
Nach dem Onlinezugangsgesetz (OZG) müssen Verwaltungen ihre Leistungen künftig auch digital anbieten. „Das wird viele Abläufe im Rathaus verändern, mit mehr Aufgaben ist auch die personelle Ausrichtung zu prüfen“, sagt Bürgermeister Ansén. Zudem wächst der Ort weiter, was ebenfalls mehr Arbeit bedeute. Seit seinem Amtsantritt 2009 ist die Einwohnerzahl um sechs Prozent auf jetzt rund 9900 gestiegen.


10. Grundschule Wöhrendamm
bekommt einen zweistöckigen Neubau
Der Schulverband hat sich für einen zweigeschossigen Erweiterungsbau an der Grundschule Wöhrendamm mit 820 Quadratmeter Nutzfläche entschieden. Das Gebäude zwischen Buskehre, Spielplatz und Kita kostet voraussichtlich 3,1 Millionen und könnte im Herbst 2021 fertig sein. Es dient vor allem der Ganztagsbetreuung. Architektonische Details soll die Politik im Frühjahr klären.


11. Ehemalige Reha-Stätte Eilbergweg
wird für Wohnungsbau verkauft
Sechs Mehrfamilienhäuser mit 80 Wohnungen: Das ist der Plan für das 25 Hektar große Waldgrundstück am Eilbergweg, auf dem die Gebäude der 2015 geschlossenen Wohn- und Rehastätte stehen. Der Eigentümer, die Deutsche Rentenversicherung Nord, will im ersten Halbjahr an einen Investor verkaufen. Für die detaillierte Bauleitplanung rechnet die Gemeinde mit zwei bis drei Jahren. Gespräche mit dem Investor stehen noch aus, sodass die DRK-Kleiderkammer zunächst dort bleibt.


12. Bike-and-ride-Anlagen an drei
U-Bahnhöfen, Kiekut-Halle gesperrt
Mehr Komfort für Fahrradfahrer an den U-Bahnhöfen Großhansdorf, Kiekut und Schmalenbeck: Sie können ihre Räder bald in Bike-and-ride-Anlagen abstellen, die überdacht und teilweise doppelstöckig sind. Die wegen Rissen in den Mauern gesperrte Schalterhalle am Kiekut bleibt noch Monate dicht. Ursprünglich sollte die Reparatur Ende 2019 erledigt sein. Kunden kommen über eine Behelfstreppe zum Bahnsteig. Die Haltestelle Großhansdorf bekommt ein neues Buswartehäuschen. Der dortige Recyclingplatz wird mit unterirdischen Containern für Glas und Papier ausgerüstet.


13. Regenkanalisation in der
Hoisdorfer Landstraße wird erneuert
Die Hoisdorfer Landstraße wird zwischen den Rosenhof-Seniorenwohnanlagen und dem Dorfteich zur Großbaustelle. Für mehrere Millionen Euro erneuert Hamburg Wasser die Regenkanalisation. Weil die Rohre alt und eng sind, gibt es immer wieder Überschwemmungen von Straßen und Kellern. Während der Bauzeit ist die Straße mindestens halbseitig gesperrt.


14. LungenClinic nimmt Umbau
für 70 Millionen Euro in Angriff
Der für 2019 geplante Beginn des Umbaus der LungenClinic am Wöhrendamm ist wegen umfangreicher Abstimmungen zwischen Krankenhaus und Behörden verschoben worden. Ursprünglich sollten ein siebengeschossiger Neubau mit Patientenzimmern und Intensivstation sowie ein Verbindungstrakt mit Ambulanz und Aufenthaltsräumen schon Ende 2024 stehen. Das Land soll die 70 Millionen Euro Gesamtkosten stark bezuschussen. Das mehr als 50 Jahre alte elfgeschossige Bettenhaus wird später abgerissen.


15. Neue Lübecker baut 112 Wohnungen
an der Sieker Landstraße
Die Wohnungsbaugenossenschaft Neue Lübecker (NL) investiert bis zu 30 Millionen Euro auf ihren Grundstücken Sieker Landstraße 187-211. Nach und nach sollen die jetzigen Mieter vorübergehend umziehen, damit die stark sanierungsbedürftigen Gebäude aus den 1950er-Jahren von 2022 an abgerissen werden können. Mit dem Neubau von sechs Blocks steigt die Wohnungszahl von derzeit 70 auf 112. Die Gemeinde bringt das Bauleitverfahren jetzt voran. Ende 2025 sollen alle Häuser stehen.


16. Modernisierung am Schulzentrum
wird fortgesetzt, neue Direktoren
Der Schulverband Großhansdorf, dem auch die Nachbarorte Siek und Hoisdorf angehören, setzt die Modernisierungen im Schulzentrum fort. Für zwei Millionen Euro wird der sogenannte Turm zwei des Emil-von-Behring-Gymnasiums energetisch und beim Brandschutz saniert. An der Grundschule Schmalenbeck sind Arbeiten für 1,5 Millionen Euro vorgesehen. In den Verwaltungstrakt der Friedrich-Junge-Schule wird eine Million Euro investiert. Für die Direktoren Sabina Cambeis (Junge-Schule) und Rainer Kuske (Behring-Gymnasium), die in Pension gehen, müssen Nachfolger gewählt werden.


17. Koppel am Piepershorster Weg
wird zur Streuobstwiese für alle
Die Gemeinde will ihre rund drei Hektar große Aukampkoppel (Grünland, Wald und Fließgewässer) am Ende vom Piepershorster Weg in eine Streuobstwiese umwandeln. Dort sollen künftig Hunderte Bäume von alten Sorten wachsen. Die Blüte hilft Bienen und anderen Insekten. Das Obst könnten Bürger, Kita-Gruppen und Schulklassen kostenlos einsammeln, zugleich ist es Nahrung für Tiere. Schon im Frühjahr soll es losgehen. „Denkbar wäre es auch, Hochzeits-, Geburts- oder Klassenbäume zu pflanzen“, sagt Bürgermeister Voß.

Was wurde aus den Projekten der Agenda 2019?

Bei den großen Vorhaben ist Ammersbek gut vorangekommen. Das Gerätehaus der Freiwilligen Feuerwehr Hois­büttel wurde für 1,5 Millionen Euro ausgebaut. Die Feuerwehrkollegen im Ortsteil Bünningstedt stecken in der Neubauplanung. Eine Arbeitsgruppe hat das Konzept für den Neubau der Grundschule Bünningstedt fertiggestellt. Wegen der Kosten mussten vom ersten Entwurf starke Abstriche gemacht werden.

Das Bäckereicafé im Neubauquartier am Hof Timmermann neben dem Rathaus hat sich zum beliebten Ortstreff entwickelt. Drumherum entstehen nach und nach mehr als 50 Wohnungen, etwas weiter an der Hamburger Straße auf dem früheren Betonwerk Feddern 19 Reihenhäuser. Dagegen ist vom Wohn- und Geschäftshaus am U-Bahnhof Hoisbüttel bisher nur ein Bauzaun zu sehen. Die Genehmigung liegt vor, sodass der Investor beginnen könnte.

Die Studie zum Hochwasserschutz an den Timmerhorner Teichen wurde präsentiert, der Mönch zur Alten Landstraße wird erneuert.

Großhansdorfs Rathaus ist jetzt komplett modernisiert

Großhansdorf hat den Umbau des Rathauses mit Fahrstuhl und Sitzungssaal für rund 2,8 Millionen Euro beendet. Die neue Kita Kortenkamp (fast drei Millionen Euro) wurde im November eingeweiht. Die Friedrich-Junge-Schule hat ihren Fachklassentrakt bezogen, die Erweiterung der Grundschule Wöhrendamm wurde beschlossen.

Noch nichts passiert ist dagegen auf dem 25 Hektar großen Waldgrundstück der ehemaligen Rehastätte am Eilbergweg, wo rund 80 Wohnungen geplant sind. Auch die Schalterhalle am U-Bahnhof Kiekut ist nach wie vor gesperrt.

Die LungenClinic arbeitet weiter am 70-Millionen-Euro-Plan für ein neues Bettenhaus. Im Villenviertel Park Dörpstede hat der Hausbau begonnen. Der Breitbandausbau nähert sich dem Ende.