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Stormarns Agenda 2020: Das ist in Reinbek geplant

| Lesedauer: 7 Minuten
Susanne Tamm
Ingenieurin Henrieke Lerch vom Planungsbüro BBI Geo- und Umwelttechnik Ingenieurgesellschaft steht vor der einsturzgefährdeten Ufermauer von 1741. 2020 soll die Reparatur abgeschlossen werden.

Ingenieurin Henrieke Lerch vom Planungsbüro BBI Geo- und Umwelttechnik Ingenieurgesellschaft steht vor der einsturzgefährdeten Ufermauer von 1741. 2020 soll die Reparatur abgeschlossen werden.

Foto: Ann-Kathrin Schweers

Serie, Teil 3: Was kommt im nächsten Jahr auf Sie zu? Was sind die großen und bedeutenden Projekte vor Ihrer Haustür? Ein Überblick.

Reinbek. Nach außen hin nahezu unsichtbar, hat sich bei den digitalen Arbeitsabläufen im Reinbeker Rathaus bereits 2019 einiges getan. 2020 soll sich noch viel mehr verändern: Durch die digitale Terminvergabe im Bürgerbüro hat sich die Wartezeit schon jetzt auf bis zu sieben Minuten verkürzt. Ziel ist es, möglichst alle Termine online zu vergeben, damit die Bürger irgendwann keine Wartezeiten mehr haben und die Öffnungszeiten vielleicht ganz abgeschafft werden können. Somit könnte die Verwaltung auch ihr Personal besser einplanen. Das Rathaus soll kommunikativer werden, die Öffentlichkeitsarbeit eine stärkere Rolle spielen. Dafür wird 2020 eine zusätzliche Stelle für Bürgerdialog und Marketing eingerichtet, um die digitalen Arbeitsabläufe zu optimieren. Doch auch konkret im Stadtbild tut sich einiges in Reinbek.


1. Schulzentrum am Mühlenredder wird saniert und vergrößert
Das Schulzentrum Mühlenredder, das zurzeit bis auf ein Skelett zurückgebaut ist, weil es kernsaniert und erweitert wird, steht nach wie vor im Fokus der Verwaltung. Weil krebserregende Asbestfasern im Gebäude gefunden wurden, werden die 700 Mädchen und Jungen während des Umbaus außerhalb des Geländes unterrichtet. Die Modernisierung kostet mindestens 27 Millionen Euro. Bis zum Frühjahr soll der naturwissenschaftliche Trakt fertig sein, bis zum Sommer 2020 sollen die Rohbauten des Ost- und des Westanbaus stehen sowie die neue Gebäudehülle geschlossen sein.


2. Arbeiten an historischer Ufermauer dauern bis März
Die Arbeiten an der historischen Ufermauer an der Bille haben Ende November endlich begonnen. Da der Verkehr seit eineinhalb Jahren dort einspurig vorbeigeleitet wird, sind viele Autofahrer genervt. Doch die komplexen Arbeiten an dem 200 Jahre alten Bauwerk brauchen Zeit und die richtigen Fachleute. Zuerst musste eine Stützwand aus Trägerbohlen ins Erdreich gepresst werden, dann wurde eine stählerne Spundwand im Billelauf eingezogen, um das Gewässer zu schützen und die Ufermauer für die Arbeiten trockenzulegen. Nun können zwischen den Wänden die Arbeiten beginnen. Elf Meter hohe, stählerne Bleche werden mehrere Meter tief in die Erde gepresst. Um diese Spundwand fest zu verankern, werden 14 Pfähle schräg ins Erdreich gebohrt, die bis unter die Schlossstraße reichen. Davor wird noch eine Betonwand gegossen, vor der die historischen Granitsteine wieder aufgemauert werden, wie es das Denkmalschutzamt fordert. Ende März soll alles fertig sein, wenn die Arbeiten nach Plan laufen. Kosten: mindestens 855.000 Euro, die Planungskosten kommen noch hinzu. Insgesamt hat die Politik bisher 1,15 Millionen Euro bereitgestellt.


3. Baubeginn für neue Feuerwache am Mühlenredder
Die neue Feuerwache auf dem Grandplatz am Mühlenredder ist auf den Weg gebracht. Der Bebauungsplan dafür ist geändert. Im kommenden Jahr stehen der Verwaltung 500.000 Euro für die Planung zur Verfügung. Den Baubeginn sieht Bürgermeister Björn Warmer im ersten Quartal 2020. Samt neuem Sportplatz für die TSV kalkuliert das Rathaus für das Projekt Kosten in Höhe von 9,5 Millionen Euro.


4. Mängelbeseitigung an der Holländerbrücke
Die Holländerbrücke für Fußgänger über die Hamburger Straße hat jetzt endlich den Sichtschutz für die Anwohner erhalten. 2020 will die Stadt in Vorleistung gehen, um die Mängel an der Fußgängerbrücke am Täbyplatz zu beseitigen. Dazu schwelt seit 2010 ein Rechtsstreit. Die Baufirma will ihr Geld einklagen, Reinbek will hingegen Schadenersatz. Ein Urteil der nächsten gerichtlichen Instanz kann dauern – und bis dahin werden die Schäden schlimmer. 360.000 Euro stehen daher nun für die Mängelbeseitigung im Haushalt.


5. Standortentscheidung für zentrale Bushaltestelle
Für die zentrale barrierefreie Bushaltestelle stehen schon einmal 62.000 Euro im Haushalt. Doch der Standort ist nach wie vor umstritten. Zur Debatte stehen die Straße An der Wildkoppel und die nördliche Bahnhofstraße (Landhausplatz). Im Februar 2020 will die Politik noch einmal auf Basis der Informationen der Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein (VHH) über beide Varianten diskutieren. Anwohner der Wildkoppel, die sich in der Interessengemeinschaft pro Bushaltestelle Landhausplatz zusammengeschlossen haben, werben für ihr Konzept für den Bereich zwischen Bahnhof und Landhausplatz mit drei dezentralen Stopps.


6. Abschluss des Ausbaus der Grundschule Schönningstedt
In den Ausbau der Grundschule Schönningstedt investiert Reinbek 1,6 Millionen Euro. Sie wird um vier Klassenzimmer, Räume für den Offenen Ganztag samt neuer Mensa erweitert. Der Rohbau ist zwar fertig, aber alles nicht so schnell gegangen wie geplant. Noch wird in Containern unterrichtet. Nun soll die Schule im Sommer 2020 fertig werden. Eine Kostensteigerung gibt es durch die Verzögerung aber nicht.


7. Grundschule Mühlenredder wird für 1,5 Millionen Euro erweitert
Die Grundschule Mühlenredder wird zwischen der TSV-Halle und Mensa für die Ganztagsbetreuung erweitert. Für die Fertigstellung bis zum zweiten Quartal stehen noch 546.000 Euro bereit. Gesamtkosten: 1,5 Millionen Euro.


8. Verwaltung erstellt Nutzungskonzept für Villa Tesch
Die Zimmer der Villa Tesch neben dem Rathaus könnten zu Multikonferenzräumen für Verwaltung und Fraktionen werden. Das Gebäude ist ein Geschenk der Eigentümerin an die Stadt. Die Verwaltung soll den Politikern ein Nutzungs- und Sanierungskonzept vorstellen. 450.000 Euro sind allein für Umbau und Sanierung reserviert.


9. Planung für Feuerwache im Stadtteil Ohe
2020 soll das neue Gerätehaus für die Ortswehr Ohe so weit wie möglich geplant werden. Das Projekt soll schneller umgesetzt werden als jenes der Reinbeker Wehr.


10. Herz-Jesu-Kirche soll bis Ostern saniert sein
Die Erneuerung der Herz-Jesu-Kirche ist weit gediehen: Eine Schutzverglasung der Fenster wurde installiert, die Beleuchtung erneuert, die Kirche von innen gestrichen und das Dach des Gemeindezentrums neu gedeckt. Bis Ostern werden noch die Elektro-Installation vollendet und die Orgel saniert.


11. Mietwohnungen auf Kirchengelände an Hamburger Straße
Ihr Areal zwischen Hamburger Straße und Bogenstraße hat die Kirchengemeinde Reinbek-West in Erbpacht an einen Aumühler Investor gegeben. Der errichtet dort drei Mietshäuser, die im ersten Quartal 2020 fertig werden sollen. Ein ähnliches Vorhaben auf dem Parkplatz an der Berliner Straße ist in der Planungsphase. Die Politiker beraten noch über eine Änderung des Bebauungsplans, damit ein Investor dort auch barrierefreie Wohnungen für Senioren bauen kann.


12. Polizeiwache wird für 300.000 Euro bis Ende März umgebaut
Die Polizeiwache an der Sophienstraße wird seit November modernisiert und umgebaut. Der Zugang wird barrierefrei und offener gestaltet. Außerdem wird die Elektrik und die technische Ausstattung auf den neuesten Stand gebracht. Der Umbau für knapp 300.000 Euro soll Ende März fertig werden.

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