Stormarn
Serie

Stormarns Agenda 2020: So planen Barsbüttel und Oststeinbek

Teil 2: In unserer Serie stellen wir die bedeutenden Projekte in den Stormarner Städten und Gemeinden vor.

Große Bauprojekte stehen 2020 in Barsbüttel und Oststeinbek an. Sie starten oder werden vollendet. In beiden Gemeinden treffen die Kommunalpolitiker richtungsweisende Entscheidungen für die Freiwillige Feuerwehr. Auch das Thema Klimaschutz spielt eine wichtige Rolle. Dabei geht es um Konzepte inklusive einer Verbesserung der Situation für Radfahrer. Außerdem beginnt ein Tennisverein damit, Ökostrom zu produzieren und sichert sich somit eine neue Einnahmequelle.

Projekte in Barsbüttel

1. Verwaltungsmitarbeiter ziehen zurück ins sanierte Rathaus
Das Rathaus am Stiefenhoferplatz wird seit Mai 2018 saniert und erweitert. Die Mitarbeiter sind ausgelagert, sitzen derzeit unter anderem in gemieteten Containern neben dem Verwaltungsgebäude. Für Juni plant Bürgermeister Thomas Schreitmüller den Wiedereinzug. Das Projekt kostet rund zehn Millionen Euro. Die Immobilie aus den 70er-Jahren wurde entkernt, mit Asbest behaftete Materialien entfernt. Die Außenfassade wurde energetisch gedämmt. Das Gebäude wächst um rund 30 Prozent von 2200 auf 2920 Quadratmeter. Der zusätzliche Platz verteilt sich auf einen Anbau im Erdgeschoss, eine Aufstockung sowie einen Anbau über vier Etagen und ein zweites Treppenhaus.


2. Baustart für Feuerwehrwache im Ortsteil Stemwarde
Die nicht mehr zeitgemäße Feuerwehrwache in Stemwarde an der Straße Dorfring wird abgerissen und durch einen Neubau ersetzt. Verwaltungschef Schreitmüller rechnet mit dem Beginn der Arbeiten im Spätsommer. 2,5 Millionen Euro sind dafür vorgesehen. Das Areal ist nur 868 Quadratmeter groß. Die Gemeinde wollte ein benachbartes Grundstück kaufen, um das Haus breiter zu gestalten und mehr Stellplätze zu schaffen. Das misslang ob der hohen Forderung des Eigners. Für die Willinghusener Wehr steht die Planung eines Gebäudes auf dem Programm. Sie zieht um, allerdings noch nicht 2020. Ein Grundstück für die Retter ist an der Barsbütteler Straße bereits gefunden.


3. Tennisclub wird durch neue Solaranlage Ökostromanbieter

Frühestens im Januar versorgt der Tennisclub Barsbüttel Haushalte in der Gemeinde mit Ökostrom. Möglich wird das durch die neue Solaranlage auf dem Hallendach. Der Verein erhält von der Firma „DEB Deutsche Energie Beratung“ 20.000 Euro für 25 Jahre Dachverpachtung und danach eine Miete im Jahresintervall. Das Unternehmen baut, finanziert und verwaltet die 1500 Quadratmeter große Anlage. Es hat diese in Parzellen aufgeteilt und die Fläche an vier Investoren verkauft.


4. Barsbütteler SV spielt nach Sommerferien auf neuem Kunstrasen

Der 20 Jahre alte Kunstrasenplatz des Barsbütteler SV am Soltausredder ist marode. In den Sommerferien wird er erneuert, damit die Fußballer dort in der zweiten Jahreshälfte wieder zu den Punktspielen auflaufen können. Die Sanierung kostet rund 350.000 Euro.


5. Politiker sollen neuen Flächennutzungsplan beschließen

Über den neuen Flächennutzungsplan diskutieren Politiker schon seit Langem, in den kommenden Monaten soll er beschlossen werden. Darin sind Potenzialflächen für den Wohnungsbau aufgeführt. Allerdings gibt es zwei Areale, über die gestritten wird: Eines liegt im Norden und ist für Einzelhausbebauung vorgesehen, das andere an der Straße Am Akku beim Nahversorgungszentrum. Hier bieten sich Mehrfamilienhäuser in Geschossbauweise an.


6. Nachhaltigkeitssatzung samt Klimaschutz geplant

Eine Arbeitsgruppe mit Mitgliedern alller Fraktionen beschäftigt sich derzeit mit einer Nachhaltigkeitssatzung. Ziel ist es, diese 2020 zu beschließen. Es geht dabei um soziale, ökonomische und ökologische Aspekte, also den Klimaschutz und zum Beispiel die Finanzen der Gemeinde.


7. Öffentlich geförderte Wohnungen in Willinghusen nahe dem Sportplatz
Die Baugenossenschaft Sachsenwald erstellt ab Frühjahr im Ortsteil Willinghusen gegenüber dem Sportplatz an der Stemwarder Landstraße ein Mehrfamilienhaus mit 20 Wohnungen, die alle öffentlich gefördert sind. Sie haben zwei bis drei Zimmer. Die Bauzeit beträgt ein Jahr. Die Genossenschaft mit Sitz in Reinbek beziffert das Investitionsvolumen auf 3,5 Millionen Euro.

Projekte in Oststeinbek

8. Gegenüber der Feuerwache entstehen Seniorenwohnungen
Die Firma Semmelhaack beginnt mit dem Bau von 80 Seniorenwohnungen an der Brückenstraße gegenüber der Feuerwehrwache. Sie investiert 16 Millionen Euro in das Projekt mit seinen fünf Gebäuden. 30 Prozent der Wohnungen, die allesamt vermietet werden, sind öffentlich gefördert und nur für Ortsansässige. Das Unternehmen kooperiert mit dem für das Betreuungskonzept zuständigen Reinbeker Bismarck-Seniorenstift.


9. Satzungsbeschluss für Gewerbe- und Wohngebiet

Im Norden der Gemeinde sind zwei Projekte geplant, die in einem Bebauungsplan zusammengefasst werden: 90 Wohnungen für Senioren, darunter auch öffentlich geförderte und solche zum Kauf, zwischen Querweg und Hamburger Kamp und ein angrenzendes Gewerbeareal mit 46.000 Quadratmetern. Der Satzungsbeschluss der Politik ist für Juni vorgesehen.


10. Genaue Kostenermittlung für Neubau der Grundschule

Die neue Grundschule entsteht zwischen der bestehenden Bildungseinrichtung, Sportplatz und Tennisclub. Jetzt werden die genauen Kosten ermittelt. Um zu starten, muss die Gemeindevertretung die Summe bewilligen. Wie das Gebäude aussehen soll, steht seit Juli 2018 fest, als der Sieger des Architektenwettbewerbs gekürt wurde. Bürgermeister Jürgen Hettwer rechnet mit Kosten von mehr als 20 Millionen Euro und hofft auf einen Baubeginn im Jahr 2021.


11. Planung für Bauhofumzug und Feuerwache in Havighorst

Eigentlich sollen Bauhof und Feuerwache im Ortsteil Havighorst auf die gegenüberliegende Seite der Dorfstraße umziehen. Das Grundstück hat sich die Gemeinde gesichert, aber noch nicht gekauft. Eine andere Variante ist der Verbleib der Wehr am jetzigen Standort mit Neubau und Erweiterung auf das Bauhofareal. Die Planungen sollen 2020 abgeschlossen werden.


12. Start von Glasfaserausbau im Gewerbegebiet

Das Unternehmen Media Sachsenwald plant den flächendeckenden Glasfaserausbau in Südstormarn. In Oststeinbek geht es im Gewerbegebiet und näherer Umgebung sowie in dem Bereich zwischen den Straßen Birkenhain und Zum Forellenbach los.


13. Integriertes Klimaschutzkonzept mit Bürgerbeteiligung

Bei der Auftaktveranstaltung waren 50 Besucher vor Ort. Nun soll das integrierte Klimaschutzkonzept mit Bürgerbeteiligung erarbeitet werden. Zugleich erstellt die Gemeinde ein Mobilitätskonzept. Es beinhaltet laut Verwaltungschef Hettwer unter anderem die Themen Carsharing und Verbesserung des Radverkehrs. Hettwer sagt, es müssten zum Beispiel Bordsteine abgesenkt werden, die noch Hindernisse seien. Auch der neue Flächennutzungsplan wird die Politiker weiterhin beschäftigen. Er soll aber erst 2021 beim Land zwecks Genehmigung eingereicht werden.


14. Gaststätte am Sportplatz wird saniert und verpachtet

Die Gaststätte beim OSV-Sportplatz am Barsbütteler Weg steht leer. Jetzt werden die Räume für 170.000 Euro saniert und anschließend verpachtet. Es gibt Interessenten. Auch die Gastronomie beim Tennisclub in Havighorst ist geschlossen. Das Gebäude gehört der Gemeinde und ist marode. Es wird über eine andere Nutzung nachgedacht.

+++ Das wurde aus den Projekten der Agenda 2019 +++

In Barsbüttel hat das Unternehmen Media Sachsenwald, eine gemeinsame Tochtergesellschaft des E-Werks Sachsenwald und der Vereinigten Stadtwerke, in den Ortsteilen Willinghusen, Stellau und Stemwarde Glasfaserkabel für schnelles Internet verlegt – bis in die Häuser der Kunden. Im Hauptort werden die Arbeiten auf mehrere Jahre verteilt. Außerdem wurde 2019 eine neue Kindertagesstätte in Stemwarde eröffnet. Für die Digitalisierung an Schulen ist ein Medienentwicklungskonzept in Auftrag gegeben worden. Im Februar oder März soll es fertig sein.

Die 15 Hektar Gewerbegebietserweiterungsfläche bei Möbel Höffner sind noch nicht erschlossen. Dafür ist die Wirtschafts- und Aufbaugesellschaft Stormarn (WAS) zuständig. Zusätzliche Sitzbänke am Rähnwischredder, dem beliebten Spazierweg im Norden der Gemeinde, wurden nicht installiert. Auf Wunsch des Seniorenbeirats gibt es jetzt mehr davon im innerörtlichen Bereich.

In Oststeinbek wurde das Dach der Walter-Ruckert-Sporthalle für 530.000 Euro erneuert. Die Gemeinde überprüfte Grundschule, Musisches Forum, das Rathaus sowie den Bauhof auf Asbestbelastung. In einem Lagerraum des Bauhofs wurde eine erhöhte Schadstoffkonzentration ermittelt. Er wurde dichtgemacht. Die Kita Gerberstraße wurde für 150.000 Euro umgebaut für zwei neue Krippengruppen. 743 Straßenlaternen sollten mit energiesparenden LED-Lampen bestückt werden, nachdem bereits 2018 mehr als 200 umgerüstet wurden. Dieses Projekt verzögerte sich und wird demnächst umgesetzt.

Der Internetauftritt der Gemeinde wird gerade überarbeitet. Die neue Homepage soll im kommenden März an den Start gehen. Für 20.000 Euro wurde das Ratsinformationssystem installiert. So können Bürger Sitzungsunterlagen der politischen Gremien online einsehen. Die Möllner Landstraße wurde von Glinde bis zur Stormarnstraße über Monate grunderneuert.