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Trittau

Länderübergreifende Verfolgungsjagd – Zeugen gesucht

Mit dem Fahrzeug eines Carsharing-Anbieters flüchteten ein 17-Jähriger und seine Begleiter vor der Polizei – bis zum Unfall auf der B 404.

Mit dem Fahrzeug eines Carsharing-Anbieters flüchteten ein 17-Jähriger und seine Begleiter vor der Polizei – bis zum Unfall auf der B 404.

Foto: picture alliance / rtn - radio t

17-jähriger Fahrer in Carsharing-Auto floh mit Begleitern über die Autobahn. Fahrt endet an Leitplanke, Insassen verletzt.

Trittau.  Bei einem Verkehrsunfall auf der Bundesstraße 404 an der Auffahrt Trittau-Nord sind am Donnerstagnachmittag mehrere Personen verletzt worden. Der 17-jährige Fahrer eines weißen Mercedes A 220 – ein Fahrzeug eines Carsharing-Anbieters – war offenbar auf der Flucht vor der Polizei und wurde von Beamten in einem Streifenwagen verfolgt. Der Polizei war der Wagen bereits in Mecklenburg-Vorpommern auf der Autobahn 24 aufgefallen.

Die Einsatzleitstelle Rostock hatte den Wagen bereits in Richtung Hamburg gemeldet. Er war mit hoher Geschwindigkeit auf dem Standstreifen unterwegs gewesen. Außerdem soll der Fahrer einen Unfall verursacht und sich dann unerlaubt von der Unfallstelle entfernt haben. Ein Streifenwagen verfolgte den flüchtigen Mercedes.

Mercedes mit hoher Geschwindigkeit auf B 404

Mit deutlich überhöhter Geschwindigkeit verließ der Mercedes an der Abfahrt Schwarzenbek-Grande anschließend die Autobahn und fuhr auf der B 404 weiter in Richtung Kiel. Dabei überholte er trotz Überholverbots und Gegenverkehr mehrfach andere Verkehrsteilnehmer. Beim Verlassen der B 404 an der Abfahrt Trittau-Nord kam es gegen 14.35 Uhr schließlich zu dem Unfall.

Der Fahrer verlor die Kontrolle über seinen Wagen, schleuderte über den Grünstreifen und krachte dann frontal in eine Leitplanke. Die Frontseite des Mercedes wurde völlig zerstört. Der Fahrer, sein 17-jähriger Mitfahrer sowie die 16-jährige Beifahrerin wurden durch den Aufprall verletzt, verließen den Pkw jedoch selbstständig und versuchten, zu Fuß zu flüchten. Nahe des Unfallorts konnten sie festgenommen und nach der Erstversorgung durch einen alarmierten Rettungsdienst vor Ort wurden sie unter polizeilicher Begleitung ins Krankenhaus gebracht.

Länderübergreifende Verfolgungsjag

Nach erfolgter Personalienaufnahme wurden die Tatverdächtigen wieder entlassen, da keine Haftgründe vorlagen. Ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Straßenverkehrsgefährdung, des unerlaubten Entfernens vom Unfallort und des Fahrens ohne Fahrerlaubnis wurde eingeleitet. Der Sachschaden wird auf ca. 30.000 Euro geschätzt.

Die Polizeiautobahn- und das Bezirksrevier Ratzeburg suchen nun nach Zeugen der länderübergreifenden Verfolgungsfahrt. Verkehrsteilnehmer, die durch den Mercedes-Fahrer gefährdet wurden oder Zeugen, die den Vorfall beobachtet haben, sollen sich beim Polizei-Autobahnrevier oder unter der Telefonnummer 04156/295-0 melden.

Aus dem Unfallwagen holten die Ermittler mehrere Kartons und stellten sie sicher. Darin sollen sich iPads und iPhones befunden haben – möglicherweise Diebesgut. Die Auffahrt Trittau-Nord wurde für die Bergungs- und Aufräumarbeiten gesperrt.