Stormarn
Kommunalpolitik

Bargteheider Jugend will neues Gremium etablieren

Birte Kruse-Gobrecht ist Bürgermeisterin in Bargteheide.

Birte Kruse-Gobrecht ist Bürgermeisterin in Bargteheide.

Foto: Lutz Kastendieck

Anfang 2020 kommt ein Kinder- und Jugendbeirat. Bürgermeisterin Birte Kruse-Gobrecht ist von der Idee überzeugt.

Bargteheide.  Städte wie Ahrensburg, Glinde und Reinfeld haben ein solches Gremium bereits vor Jahren erfolgreich etabliert. Jetzt wird Bargteheide nachziehen und Anfang 2020 ebenfalls einen Kinder- und Jugendbeirat einführen. „Was in anderen Kommunen gelingt, fällt in Bargteheide auf besonders fruchtbaren Boden“, sagt Bürgermeisterin Birte Kruse-Gobrecht. Es gebe in der Stadt viele engagierte Jugendliche, die an den Entwicklungsprozessen der Stadt deutlich mehr beteiligt werden wollen.

Starke Wahlbeteiligung von 47,4 Prozent

Das Interesse an der Wahl, die zwischen dem 25. und dem 29. November erfolgte, war schon mal beispielhaft. Nach dem Aufruf hatten sich 32 Kinder und Jugendliche um einen der zwölf Sitze im Beirat beworben. Mit jeweils acht Jahren waren Hannah Kultzscher, Linus Jahn und Noah Samtleben die Jüngsten, Granit Bajrami mit 19 Jahren der Älteste.

An der Wahl beteiligen durften sich dann Kinder und Jugendliche im Alter von 8 bis 21 Jahren, die mindestens drei Monate in Bargteheide gemeldet waren oder dort ihren Lebensmittelpunkt haben. Von den 4080 Wahlberechtigten gaben 1934 einen Stimmzettel ab, eine Wahlbeteiligung von 47,4 Prozent. „Das ist deutlich mehr, als wir alle erwartet hatten. Diese Beteiligung zeigt, wie wichtig es den jungen Menschen ist, mitzumischen“, so Kruse-Gobrecht.

Heranwachsende wollen künftig anders wahrgenommen werden

Alle Wahlberechtigten konnten drei Stimmen vergeben, je Kandidat jedoch nur eine Stimme. Mit 506 die meisten der 4511 gültigen Stimmen auf sich vereinen konnte Granit Bajrami, gefolgt von Nick Breitenfeld (17 Jahre) mit 390 und Michelle Sophie Heller (15) mit 275. Interessant ist auch, dass der Beirat, so es bis Ende dieses Jahres keine Einsprüche gibt, mit sechs weiblichen und sechs männlichen Mitgliedern gendergerecht, sprich paritätisch, besetzt sein wird.

Nachdem die Bargteheider Jugend in den vergangenen Jahren vermehrt durch Randale, Alkoholexzesse und wilde Partys für Schlagzeilen sorgte, wollen viele Heranwachsende künftig anders wahrgenommen werden. Das zeigte bereits das Planspiel Kommunalpolitik, an dem sich in diesem Jahr 72 Schüler der vier weiterführenden Schulen beteiligt haben. Mit großer Ernsthaftigkeit. Und mit konkreten Ansatzpunkten für die politische Debatte.

Unter anderem war moniert worden, dass es derzeit in Bargteheide kaum frei zugängliche Räume für Jugendliche gibt, um sich ungestört treffen zu können. Angeregt wurden etwa sechs überdachte Treffpunkte in der Größe eines Carports, gleichmäßig verteilt im ganzen Stadtgebiet. So könnten aktuelle „Gefahrenzonen“ wie das Schulzentrum oder der Stadtpark entschärft werden.