Stormarn
Nachruf

Trauer um Grandseigneur der Reinbeker Kommunalpolitik

Hans Helmut Enk ist im Alter von 84 Jahren gestorben.

Hans Helmut Enk ist im Alter von 84 Jahren gestorben.

Foto: HA

Hans Helmut Enk im Alter von 84 Jahren gestorben. Der Diplom-Volkswirt und -Ingenieur war mehr als 50 Jahre für Stadt und Kreis aktiv.

Reinbek. „Wenn ich heute durch die Stadt fahre, kenne ich zu fast jedem Gebäude, jeder Straße die Geschichte“, hat Hans Helmut Enk vor einigen Jahren einmal gesagt. In den vergangenen rund 50 Jahren hat der Vollblutpolitiker das Stadtgebiet von Reinbek und den Kreis Stormarn maßgeblich mitgestaltet. Doch seine Geschichten gibt es nicht mehr: Der Grandseigneur der Kommunalpolitik ist nach schwerer Krankheit im Alter von 84 Jahren gestorben.

Enk war lebensfroh, tatkräftig und durchsetzungsfähig

Im April 2018 verabschiedete sich der CDU-Stadtverordnete aus der Reinbeker Politik. Sein Mitstreiter und langjähriger Wegbegleiter Ernst Dieter Lohmann sagt über ihn: „Er hatte sich der Kommunalpolitik – nicht der Parteipolitik – total hingegeben. Ohne die Politik hätte er wohl nicht leben können.“ Im Juli 2019 schied Hans Helmut Enk aus gesundheitlichen Gründen aus dem Kreistag aus.

„Ich kenne niemanden, der ihn nicht mochte“, sagt Christa Zeuke, langjährige Kreispräsidentin und heute noch als bürgerliches Mitglied für die CDU im Stormarner Sozialausschuss. „Ich sehe ihn heute noch, wie er anfangs im dunklen Mantel dort stand. Er war aber nicht nur eine elegante Erscheinung, er war auch sehr lebensfroh, tatkräftig und durchsetzungsfähig.“ Er habe auch Gedichte geschrieben und verschenkt: „Die waren ein bisschen hintergründig, aber sehr humorvoll“, erinnert sich Zeuke. Rund 1600 Gedichte in mehreren Bänden veröffentlichte der Reinbeker, dabei ging es um die Beziehung zwischen Mann und Frau, die Ehe, philosophische Ich-Betrachtungen, Weltkritik und menschliche Schwächen.

200 ehrenamtliche Stunden pro Monat

Der Diplom-Volkswirt und -Ingenieur, der sich seit 1960 in Wirtschaftsverbänden und der Kommunalpolitik engagierte, war Reinbeks Erster Stadtrat. Seit Herbst 1999 wart er Stadtverordneter für die CDU. Den Posten des Stadtrates hatte er bereits in Geesthacht inne, wo er von 1960 bis 1990 auch bürgerliches Mitglied, Ratsherr, Dezernent für Bauwesen, Stadtplanung und Kommunalbetriebe war. Seit April 2003 war er Kreistagsabgeordneter und auch stellvertretender Vorsitzender der CDU-Kreistagsfraktion.

„Hans Helmut Enk war immer gewissenhaft vorbereitet, hatte stets klare Vorstellungen, war aber auch ein kompromissbereiter Mensch“, sagt der CDU-Fraktionschef Patrick Ziebke. Für sein politisches Engagement wurde er vom Land Schleswig-Holstein mit der Freiherr-vom-Stein-Verdienstnadel gewürdigt. Enk arbeitetet in Spitzenzeiten an die 200 Stunden pro Monat für die Politik – ehrenamtlich. „Diese Auszeichnung hat doch einen gewissen Stolz in mir hervorgerufen“, sagte er nach der Ehrung. „Es ist meine Überzeugung, dass jeder eine gewisse Zeit seines Lebens für die Gemeinschaft zur Verfügung stellen sollte.“ Kaum jemand hat der Gemeinschaft so viel Zeit geschenkt wie er.