Stormarn
Unfallgefahr

Familien fordern mehr Sicherheit in Bargfeld-Stegen

Benny Brügmann überreicht die Unterschriften zur Verkehrsinsel an den stellvertretenden Bürgermeister Carsten Unger (r., FDP).

Benny Brügmann überreicht die Unterschriften zur Verkehrsinsel an den stellvertretenden Bürgermeister Carsten Unger (r., FDP).

Foto: Melissa Jahn

Anwohner sammeln mehr als 600 Unterschriften. Sie beklagen, dass das Überqueren der Jersbeker Straße lebensgefährlich ist.

Bargfeld-Stegen.  Für mehr Sicherheit für ihre Kinder im Straßenverkehr machen sich jetzt Eltern in Bargfeld-Stegen stark. Sie monieren, dass es an der Jersbeker Straße bislang keine Querungshilfe wie eine Ampel oder einen Zebrastreifen gibt. Um ihrem Wunsch Gehör zu verschaffen, haben Anwohner des Neubaugebietes Reimerskoppel nun eine Elterninitiative gegründet und mehr als 600 Unterschriften gesammelt.

„Etwa 100 Einwohner überqueren die Jersbeker Straße täglich, vor allem mit kleinen Kindern“, sagt Benny Brügmann. „Immer wieder kommt es zu gefährlichen Situationen.“

Viele Autofahrer sind deutlich schneller als Tempo 50

Sowohl das Neubaugebiet, als auch das angrenzende Wohngebiet Op’n Barg liegen direkt hinter der Ortseinfahrt aus Richtung Jersbek. Auf der Straße vor dem Ortsschild gilt Tempo 100, da keine gesonderte Geschwindigkeitsbegrenzung besteht. Deshalb donnerten die Autos nahezu ungebremst in den Ort, so Anwohner Brügmann. Zudem würden Autofahrer, die das Dorf verlassen, häufig bereits innerorts stark beschleunigen.

Ein sicherer Weg zur Kita, Schule, dem Sportplatz oder Freunden sei so nicht gegeben, meinen die Eltern. „Wir haben keine Ampel, keinen Zebrastreifen oder eine sonstige Möglichkeit, die Straße gefahrlos zu passieren“, sagt Familienvater Brügmann. „Die 300 Meter entfernte Kreuzung an der Kayhuder Straße ist ebenfalls keine Alternative.“

Bisherige Ideen der Gemeinde hat der Kreis abgelehnt

Dem Gemeindevertreter Carsten Unger (FDP) ist die Verkehrssituation bestens bekannt. Der Architekt ist nicht nur stellvertretender Bürgermeister, sondern auch Mitglied im Bauausschuss. Einige Male habe die Gemeinde bisher versucht, den Verkehr entlang der Jersbeker Straße zu entschärfen. Unter anderem habe man eine Ampel an der unfallträchtigen Kreuzung aufstellen wollen. Allerdings seien alle Ideen abgelehnt worden. Außerdem seien einst vorhandene Tempo-30-Schilder aus rechtlichen Gründen wieder abgebaut worden.

Doch weder die Bürger noch die lokale Politik habe an dieser Straße Handlungsspielraum, betont Unger. Man könne lediglich Anträge stellen. „Stormarn ist in diesem Bezug wenig bürgerfreundlich und legt die Gesetzte restriktiv aus. Dass unsere Interessen nicht berücksichtigt werden, ist für uns Gemeindepolitiker mehr als frustrierend.“

Gemeinde unterstützt den Vorstoß komplett

Um Unfällen vorzubeugen und den Verkehr am Ortseingang auszubremsen, habe die Gemeinde bereits bei Aufstellung des Bebauungsplans vergeblich eine Verkehrsinsel angemeldet. Weil es zu wenig Passanten gab, war der Antrag abgelehnt worden.

Den erneuten Auftrag an die Politik unterstütze die Gemeinde zu hundert Prozent, so Unger. Das Schriftstück sei bereits fertig, nur noch die Unterschriften müssten beigefügt werden. „Wir brauchen sie als Unterstützung unserer Argumente“, sagt Carsten Unger. Es werde wohl einige Wochen dauern, bis eine Antwort eintreffe. Die Eltern hoffen jetzt auf einen positiven Entscheid. Und zwar, bevor erneut etwas passiert. Erst vor wenigen Tagen sei ein Kind an der Kreuzung angefahren worden. Dies solle sich nicht wiederholen.