Stormarn
Ahrensburg

Gesundheitsreport: Viele Stormarner sind krank im Kreuz

Bei Rückenschmerzen suchen viele Betroffene einen Therapeuten auf. 

Bei Rückenschmerzen suchen viele Betroffene einen Therapeuten auf. 

Foto: Getty Images/iStockphoto

Krankenkasse DAK veröffentlicht Statistik. Beschäftigte in Stormarn fehlen oft wegen Rückenschmerzen. Auch Alkohol ist Thema.

Ahrensburg. Schmerzen am Rücken, ein Bandscheibenschaden oder auch Knieprobleme – diese Beschwerden fallen in die Kategorie Muskel-Skelett-Erkrankungen. Und jene verursachen im Vergleich zu anderen Bereichen die meisten Fehltage bei Menschen, die im Kreis Stormarn arbeiten. Jeder fünfte Beschäftigte, der dem Job fernbleibt, hat es im Kreuz oder ähnliche Probleme. Das ist das Ergebnis des Gesundheitsreports der Krankenkasse DAK. Sie hat Daten ihrer Versicherten ausgewertet, davon gibt es in Stormarn 32.000.

Die jetzt veröffentlichten Zahlen gelten für das Jahr 2018. Demnach ist der Krankenstand in Stormarn erneut gestiegen – um 0,3 Prozentpunkte. An jedem Tag waren von 1000 Arbeitnehmern 41 durch ein ärztliches Attest vom Dienst befreit. Mit 4,1 Prozent liegt Stormarn im Landesdurchschnitt. Spitzenreiter ist Neumünster mit 4,6 Prozent, in Kiel (3,8 Prozent) gab es die wenigsten Krankmeldungen in Schleswig-Holstein.

Bei den Muskel-Skelett-Beschwerden, die das Ranking in Stormarn auch 2017 anführten, gab es eine Steigerung von 14 Prozent – von 269 auf 307 Fehltage je 100 Versicherte. Ein Plus von neun Prozent verzeichneten die Atemwegserkrankungen, worunter zum Beispiel eine Bronchitis oder die Mandelentzündung fällt. Das bedeutet Rang zwei in der Liste noch vor den psychischen Erkrankungen, die in Stormarn 17 Prozent weniger Fehltage verursachten als im vorvergangenen Jahr. Gründe dafür nannte die Krankenkasse nicht.

Mit 5,2 Prozent liegen Kreislaufsystemprobleme – dazu gehören Bluthochdruck, Schlaganfall und andere Herzerkrankungen – zwar nur im Mittelfeld der Liste, allerdings blieben Menschen mit diesen Beschwerden länger zu Hause. Die Fehltage wuchsen binnen zwölf Monaten durchschnittlich von 21,9 auf 26,7. Bei dieser Auswertung gab es keine Geschlechtertrennung, ebensowenig wurde das Alter berücksichtigt.

Jeder zehnte Schleswig-Holsteiner trinkt riskant

Das ist beim Themenblock Alkoholkonsum anders. Dafür hat die DAK eine repräsentative Online-Befragung von Erwerbstätigen im Alter von 18 bis 65 Jahren in Schleswig-Holstein gemacht. Das Ergebnis: Jeder Zehnte trinkt riskant, immerhin 126.000 Personen. Und je höher der Alkoholkonsum, desto häufiger kommen die betroffenen Mitarbeiter zu spät zum Dienst oder machen früher Feierabend.

Doch was bedeutet risikoarmer Alkoholkonsum? „Bei Männern sind das jeweils 0,6 Liter Bier an fünf Tagen in der Woche, bei Frauen die Hälfte dieser Menge. Wer mehr trinkt, sollte sich Gedanken machen“, sagt Jörg Rönnau (57) von der Suchtberatung Stormarn. Er leitet den Standort Ahrensburg. Dort werden per anno rund 900 Menschen betreut. Die Zahl sei in den vergangenen Jahren gestiegen, sagt Rönnau. „Gerade bei Personen ab 40 Jahren haben wir einen stabilen Zulauf beim Thema Alkoholabhängigkeit.“ Die Suchtberatung kooperiert mit weiterführenden Schulen und leistet dort Präventivarbeit. Rönnau nennt zum Beispiel die Immanuel-Kant-Schule in Reinfeld und die Theodor-Mommsen-Schule in Bad Oldesloe.

Bei den 60- bis 65-Jährigen raucht nahezu jeder Vierte

Laut dem aktuellen Gesundheitsreport sind 270.000 Beschäftige in Schleswig-Holstein zigarettenabhängig. Am wenigsten rauchen die 18- bis 29-Jährigen, 64 Prozent von ihnen haben noch keinen Glimmstängel angefasst, 19,7 Prozent die Qualmerei wieder aufgegeben. Bei den 60- bis 65-Jährigen raucht nahezu jeder Vierte – der Höchstwert. Erstmals wurde auch das Thema Gaming samt Auswirkungen auf die Arbeitswelt untersucht. Ein Prozent der Beschäftigten, die diesem Hobby nachgehen, gelten als computerspielsüchtig, bei acht Prozent wird das Nutzungsverhalten als riskant eingestuft.