Stormarn
Ahrensburg

Ihr Angehöriger ist depressiv? Stiftung will helfen

In Ahrensburg findet ein Trialog unter der Überschrift „Depression - Angehöre im Zwiespalt zwischen Liebe und Abgrenzung“ statt (Symbolfoto).

In Ahrensburg findet ein Trialog unter der Überschrift „Depression - Angehöre im Zwiespalt zwischen Liebe und Abgrenzung“ statt (Symbolfoto).

Foto: Frank May / picture alliance / Frank May

Die Eheleut-Schmöger-Stiftung organisiert am 22. November einen Infoabend in Ahrensburg mit offener Diskussion. Der Eintritt ist frei.

Ahrensburg. Ob Fußballer Robert Enke, Schauspieler Robin Williams oder Linkin-Park-Sänger Chester Bennington: Sie alle sind prominente Opfer einer Erkrankung, die jeden treffen kann. Die Rede ist von Depressionen, die weder vor Status, Alter oder Geschlecht Halt machen. Und auch nicht vor der Familie, dem Freundeskreis oder dem sozialen Umfeld des Betroffenen, der im Mittelpunkt steht. Doch wie geht es den Angehörigen, die sich plötzlich mit einer neuen Situation konfrontiert sehen und oft nicht wissen, wie sie damit richtig umgehen sollen?

Diese Frage war Anlass für die Eheleute-Schmöger-Stiftung, einen Infoabend zu diesem wichtigen Thema zu organisieren. In dem Trialog unter der Überschrift „Depression – Angehörige im Zwiespalt zwischen Liebe und Abgrenzung“ am Freitag, 22. November (19 Uhr), tauschen sich Experten, Angehörige und Betroffene aus. Es geht darum, wie Angehörige ihre Situation erleben, was sich Betroffene von ihnen wünschen und wie Fachleute die Rolle der Angehörigen in der Therapie sehen.

Angehörige haben Scheu mit diesem Thema offen umzugehen

Ursula Pepper vom Stiftungsbeirat der Bürger-Stiftung Stormarn, unter deren Dach die Eheleute-Schmöger-Stiftung angesiedelt ist, moderiert den Abend im Peter-Rantzau-Haus (Manfred-Samusch-Straße 9) in Ahrensburg. Pepper sagt: „Es ist der fünfte Teil einer Veranstaltungsreihe in Stormarn über Depressionen. Wir schauen unter verschiedenen Aspekten, wie sich die Krankheit in der Gesellschaft niederschlägt.“ Angehörige, die helfen wollen, müssen die Erfahrung machen, dass Liebe und Verständnis allein oft nicht ausreichen. Statt dessen müssen sie laut Pepper eine schwierige Gratwanderung bewältigen: als Ansprechpartner für den Erkrankten da zu sein, standzuhalten und ihn zu unterstützen, ohne sich selbst aufzugeben. „Es hilft nicht mitzuleiden“, sagt Pepper.

Viele müssten sich erst mit der Krankheit auseinandersetzen und in ihre Rolle hineinfinden. Diese Konfrontation führe vielfach zur Überforderung. Besonders Kinder, deren Eltern depressiv seien, fühlten sich oft für das Auftreten der Krankheit schuldig und verantwortlich. Hinzu komme, dass Depressionen in der Gesellschaft noch immer tabuisiert und die Angehörigen das Wissen um die Erkrankung für sich behielten. Nach ihrer Erfahrung hätten die Betroffenen oft weniger Scheu als ihr Umfeld, offen mit diesem Thema umzugehen.

Denn Ignorieren hilft nicht, die Krankheit ist längst in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Jeder kenne zumindest einen Menschen, der depressiv sei, so Pepper. „Alle, die zum Trialog kommen, können als Experten in eigener Sache mitreden“, verspricht die Moderatorin. Betroffene, Angehörige und professionelle Helfer begegnen sich dabei auf Augenhöhe und geben den jeweils anderen Raum, deren Sichtweise zu erläutern. Bärbel Wagner beispielsweise, die aus ihrer Perspektive als Mutter einer depressiv Erkrankten berichten wird. Weitere Gesprächspartner sind Susanne Manavi und Christin Schwarz vom Stormarner Präventionsprojekt Beherzt, Fachärztin Bettina Rohwer, Simon Steinwachs vom Verein Op de Wisch – Projekte Psycho-sozialer Begleitung, Sozialarbeiter Sven Carstens, Rüdiger Hannig vom Landesverband der Angehörigen und Freunde psychisch Kranker. Der Eintritt zum Informationsabend ist frei.