Stormarn
Bauprojekt

Ahrensburg bekommt einen Rathaus-Anbau ohne Ratssaal

So wie auf dieser Visualisierung (blau umrandetes Gebäude) könnte der Anbau an das Ahrensburger Rathaus aussehen.

So wie auf dieser Visualisierung (blau umrandetes Gebäude) könnte der Anbau an das Ahrensburger Rathaus aussehen.

Foto: Stadt Ahrensburg

Hauptausschuss-Mitglieder stimmen geschlossen gegen Multifunktionssaal. Als Nächstes muss die Frage der Parkplätze geklärt werden.

Ahrensburg. Das neue Verwaltungsgebäude zwischen Rathaus und Peter-Rantzau-Haus in Ahrensburg wird ohne Multifunktionssaal gebaut. Das haben die Mitglieder des Hauptausschusses am Montagabend einstimmig beschlossen. Die Kosten für den Anbau sinken damit um 1,6 Millionen auf rund 5,2 Millionen Euro.

Raum sollte von Stadtverordneten und für Ausschüsse genutzt werden

Mehrfach hatten die Politiker zuvor eine Entscheidung über das Thema vertagt. Der Grund: Es herrschte Unklarheit, ob das Projekt förderfähig ist. Inzwischen hat das Innenministerium in Kiel in einem Schreiben und einem Telefonat deutlich gemacht, dass Ahrensburg aus dem Investitionspakt Soziale Integration im Quartier kein Geld für den 400 Quadratmeter großen Saal erhalten würde, wenn er Teil eines Verwaltungsgebäudes wäre. Der Raum sollte für die Stadtverordnetenversammlung und politische Ausschüsse genutzt werden, aber auch Bürgern, Vereinen, der Volkshochschule und der Stadtbücherei für Veranstaltungen zur Verfügung stehen.

Auch Tiefgarage unter Stormarnplatz ist weiter im Gespräch

Die Verwaltung soll in einem nächsten Schritt einen hochbaulichen Realisierungswettbewerb ausloben – für Rathausanbau, urbanen Stadtpark und Tiefgarage unter dem Stormarnplatz. Unklar ist allerdings noch, ob Letztere tatsächlich gebaut wird. Bisher sind sich die Politiker bei dem Thema nicht einig. Denn die Variante in offener Bauweise mit 255 Stellplätzen soll rund acht Millionen Euro kosten und wurde deshalb von vielen als zu teuer bewertet. Zudem hatte Kaufhaus-Chef Matthias Timm kürzlich mit der Ankündigung überrascht, ein Parkhaus mit 300 Plätzen auf dem südlichen Ende des Stormarnplatzes errichten zu wollen. Er rechnet mit Kosten von etwa 3,6 Millionen Euro. Timm geht davon aus, dass der Bau in eineinhalb Jahren fertig sein könnte.

Bürgermeister Michael Sarach will sich am morgigen Donnerstag mit dem Nessler-Inhaber treffen. „Ich möchte hören, welche Vorstellungen er hat und was sich daraus machen lässt“, sagt der Verwaltungschef. Das könne Auswirkungen auf die weitere Gestaltung des Stormarnplatzes haben. Parallel dazu lässt die Verwaltung gerade prüfen, welche Lösungen – abgesehen von der Tiefgarage – für Parkplätze in Innenstadtnähe infrage kommen. „Wir werden die Ergebnisse am 18. Dezember im Bauausschuss vorstellen“, sagt Stadtplaner Kay Renner.

Für die Politik ist das Thema Ratssaal mit dem aktuellen Votum noch nicht erledigt. Denn ursprünglich hatten sich alle Fraktionen im Oktober für einen solchen Raum ausgesprochen. „Wir haben jetzt nicht über den Saal entschieden, sondern nur über den Rathausanbau“, sagt CDU-Fraktionschef Detlef Levenhagen. Den Saal wolle er gern an anderer Stelle realisiert sehen, wo er förderfähig sei. Seine Fraktion wolle den Antrag einbringen, die Stadtbücherei zu einem solchen Saal umzubauen. Diese und die Volkshochschule könnten in einen Neubau auf dem südlichen Stormarnplatz ziehen. Die Verwaltung rechnet für alle drei Projekte (inklusive Rathaus-Anbau) mit Kosten von 15,5 Millionen Euro, davon könnten neun Millionen Euro förderfähig sein.